FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Es war eine Szene, wie es sie an jedem Spieltag gibt: Nach einem Duell in der 56. Minute zwischen Bielefelds Nils Teixera und Artur Sobiech entwickelte sich ein kurzes Wortgefecht darüber, was beide Parteien von der Zweikampfführung des jeweils anderen hielten. Dennoch eilte Kevin Großkreutz in höchstem Tempo seinem Mitspieler zur Seite, schob sich vor ihn und richtete ebenfalls ein paar Worte an Teixera. Nach dem Motto: „Wir halten alle zusammen und sind hier der Herr im Haus.“ Eine Aussage, die der SV 98 im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit unterstreichen sollte.
Nur wenige Minuten vor diesem Sechs-Augen-Gespräch hatte Immanuel Höhn eine verlängerte Hereingabe zum 2:2-Ausgleich in die Maschen der Arminia geschädelt. Und spätestens mit diesem Treffer die Initialzündung zu einer „überragenden zweiten Halbzeit“ gegeben, wie Großkreutz die 45 Minuten nach Seitenwechsel später nennen sollte.
„So wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, so müssen wir immer auftreten“, bilanzierte der 29-Jährige, dem der absolute Siegeswille nach Wiederanpfiff in jeder Aktion anzumerken war. Großkreutz rannte, grätsche, diskutierte und traf im Doppelpack. Sein Treffer zum 1:1 in der 31. Minute fiel noch in die Kategorie „nicht unbedingt angedeutet“, der Schlenzer zum 3:2 nach etwas mehr als einer Stunde hingegen stand beispielhaft für die Willensleistung der Lilien in der zweiten Hälfte. Mit der Überzeugung, den Ball zu versenken ließ Großkreutz Gegenspieler Teixera stehen und vollendete gekonnt in die lange Ecke. In der anschließenden Jubeltraube brachen die Emotionen aus den Akteuren und auf den Rängen folgte eine Geräuschsexplosion, die bis zum Abpfiff nicht mehr zu dämmen sein sollte.
Doch nicht nur Großkreutz: Auch seinen Mitspielern war das berühmte Feuer in den Augen zu sehen. Wilson Kamavuaka und Hamit Altintop hielten mit großem Einsatz das Mittelfeld zusammen, Tobias Kempe spurtete die Linie auf und ab, der Defensivverbund ließ im zweiten Durchgang kaum etwas anbrennen und vorne warfen sich Artur Sobiech und Felix Platte in jeden langen Ball.
„Wichtiger als meine Tore ist der Sieg“, stellte Großkreutz, auf seine Treffer angesprochen, folgerichtig den Mannschafts- über den Einzelerfolg und konkretisierte dann: „Ein großes Lob an das Team. Nach der Pause hat jeder Einzelne gekämpft. Und dann sind wir schwer zu schlagen.“
Den Wir-Begriff hatte zuvor bereits Sobiech verwendet, der mit seinem Treffer zum 4:2 für die Vorentscheidung sorgte: „Wir wollten dieses Spiel auf jeden Fall drehen. Da haben wir Moral und den unbedingten Willen gezeigt.“ Auch der Angreifer, der zudem das erste Tor vorbereitete, sah im dritten Heimsieg der Saison einen „Erfolg der ganzen Mannschaft.“
Bei all der Freude über die gelunge 180-Grad-Drehung vergaßen die Lilien aber auch nicht, warum es überhaupt zu diesem enormen Kraftakt kommen musste: „Die Fehler der ersten Halbzeit müssen wir abstellen“, wusste Großkreutz und lag damit auf einer Wellenlänge mit seinem Kapitän: „Die erste Halbzeit kann ich schwer verstehen. Die zweite Hälfte war unser wahres Gesicht. Es wird nicht immer reichen, nur eine Halbzeit überzeugend zu spielen. Wir brauchen eine gute Leistung über 90 Minuten.“
Bereits am Mittwoch bietet sich Sulu & Co. in Heidenheim die Chance dazu. Wo eine Partie am Leistungslimit benötigt werden wird, wie Großkreutz weiß: „Da wird gekämpft ohne Ende. Dort müssen wir dagegenhalten und dann unseren Fußball spielen. Und vor allem von der ersten Minuten an wach sein.“
Damit am späten Mittwochabend nicht wieder über zwei verschiedene Halbzeiten gesprochen werden muss.