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15.01.2009 / Allgemein

Zwischeninformation des Vereinspräsidenten zum Stand des laufenden Insolvenzantragsverfahrens

Mitteilung von Hans Kessler zum aktuellen Stand des laufenden Insolvenzantragsverfahrens.

Liebe Mitglieder, Fans und Freunde unseres SV Darmstadt 98,
zunächst wünsche ich Ihnen nochmals ein gesundes und friedvolles neues Jahr 2009 und hoffe, dass Sie in den ersten Tagen einen guten Start erwischt haben!
Ich hatte Ihnen zur Mitgliederversammlung am 29. September 2008 mitgeteilt, dass wir  beabsichtigen, Anfang Januar 2009 unsere Maßnahmen und Verhandlungen zur Rücknahme des im März 2008 gestellten Insolvenzantrages abzuschließen und Sie hierüber zu informieren.  
Im sportlichen Bereich liegen wir voll im Plan. Trotz des eher holprigen Starts in die Regionalliga hat unser junges Team mittlerweile Boden unter den Füßen und ist mit einem 9. Rang gut im Mittelfeld der Tabelle platziert. Sollten wir die guten Leistungen der vergangenen Spiele in der Rückrunde bestätigen, kommen wir damit unserem Ziel für diese Saison, der sportlichen Festigung und Konsolidierung in der neuen Regionalliga schon sehr nahe. Damit sind wir dann auch auf einem guten Weg, das in unserer Hauptversammlung vom September 2007 ausgegebene Ziel, in drei bis fünf Jahren in die 3. Bundesliga aufzusteigen, zu erreichen.
Natürlich verstehen wir die Ungeduld einiger unserer Fans, das doch alles viel schneller zu erreichen. Es sei deswegen nur noch einmal daran erinnert, wo wir herkommen und, dass wir wirtschaftlich für ein höheres Tempo mit unvertretbaren Risiken keine Möglichkeiten haben! Eines können wir aber auch versprechen: Wenn wir es trotzdem vorher schaffen sollten, werden wir unser Aufstiegsrecht nicht an den DFB zurückgeben.
Weiterhin haben wir durch in vielerlei Hinsicht einzigartige Solidaritätsaktionen trotz des im März 2008 gestellten Insolvenzantrages im Mai 2008 die Spielberechtigung für den Spielbetrieb in der neuen Regionalliga erlangt. Dies war der erste und absolut notwendige Schritt zur Sanierung unseres SV Darmstadt 98. Denn ohne Spielberechtigung hätten sich alle weiteren Maßnahmen zur Rücknahme des Insolvenzantrages erübrigt. Eine Insolvenzeröffnung wäre dann schon im März 2008 die logische Konsequenz gewesen. Ein wesentlicher Teil der seinerzeit dafür erhaltenen Solidarbeiträge (Finanzmittel) waren und sind zweckgebunden und dienen der Aufrechterhaltung des Spielbetriebes.
Im nächsten Schritt (wir haben dies seinerzeit mit dem „letzten Kapitel“ der Sanierung beschrieben) mussten nun die Vorrausetzungen für eine Rücknahme des Insolvenzantrages geschaffen werden. Dabei sind auch vom Gesetz her wesentlich weitergehende Kriterien im wirtschaftlichen und zeitlichen Sinne zu erfüllen, wie dies für die Erlangung der DFB Lizenz erforderlich ist, die nur eine Spielsaison, d.h. einen Zeitraum vom 1. Juli 2008 -30. Juni 2009 berücksichtigt.
Wirtschaftlich hat sich an den zur jüngsten Hauptversammlung vom 29. September 2008 publizierten Zahlen nichts Wesentliches verändert. Zur Rücknahme des Insolvenzantrages waren und sind liquide Mittel von rund 900.000 Euro notwendig, die wir in den zurückliegenden Monaten versucht haben, zu generieren.
Wir hatten Ihnen dabei unsere Handlungs- und Lösungsansätze vorgestellt:

  1. Beiträge des ehemals für den Verein handelnden Personenkreises und des ehemaligen Präsidiumsberaters, gleichzeitig Steuerberater des Vereins.
  2. Verkauf einer Immobilie als Teil, oder Ganzes
  3. Weitere Finanzierungsbeiträge

sowie flankierende Vorraussetzungen, dass unsere alten und neuen Werbepartner auch in der kommenden Saison 2009/10 unseren Verein als Werbeplattform nutzen und es uns gelingt, wieder handlungsfähige Bankverbindungen für unseren laufenden Geschäftsbetrieb installieren zu können. 
Hier konnten wir bisher folgende Ergebnisse erzielen:

  • Mit den ehrenamtlichen ehemaligen Präsidiumsmitgliedern, mit denen schon seit Frühjahr 2008 verhandelt wird, konnte nunmehr eine gemeinsame grundsätzliche Verständigungsbasis über einen Solidarbeitrag erzielt werden. Dieser Beitrag trifft zwar nicht ganz unsere Erwartungen, zeigt aber eine deutliche Bereitschaft bei der Lösung des Problems helfen zu wollen und ist damit für uns ein sehr wichtiges und positives Zeichen. Nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass dieser Personenkreis, sowie auch das neue Präsidium, ehrenamtlich tätig war, beabsichtigen wir, dieses Angebot anzunehmen. Dies würden wir dann auch einer Mitgliederversammlung so vorschlagen und empfehlen.
  • Mit dem ehemaligen Berater des alten Präsidiums und gleichzeitig Steuerberater des Vereins, konnte seit Frühjahr letzten Jahres keine Einigung erzielt werden. Bis heute liegt uns kein Angebot über einen werthaltigen Solidarbeitrag vor.
  • Bezüglich des Verkaufs, der dem Verein trotz aller Turbulenzen der vergangenen 15 Jahre noch verbliebenen Immobilie, liegen uns zwei konkrete Angebote vor. Wir würden auch dazu der Mitgliederversammlung vorschlagen, einem Verkauf zuzustimmen.

Diese Maßnahmen bedürfen natürlich auch der Zustimmung unseres vorläufigen Insolvenzverwalters, solange wir uns im Antragsverfahren befinden.
Saldieren wir wirtschaftlich die heutigen Ergebnisse, bleibt ein nicht gedeckter Fehlbetrag von rund 400.000 Euro, der uns von der Rücknahme des Insolvenzantrages trennt.
Am kommenden Montag,  19. Januar 2009, werden wir im Rahmen einer Präsidiumssitzung, zu der auch unser Insolvenzverwalter Dr. Plathner eingeladen ist, eine formale Bestandsaufnahme machen.
Dabei werden wir letztlich gemeinsam darüber zu entscheiden haben, ob wir eine faire und realistische Chance sehen, sehr zeitnah die notwendigen Finanzmittel aufzubringen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, den Insolvenzantrag zurücknehmen zu können.
Da ein Rücknahmeszenario auch für das aktuelle Präsidium mit verschiedensten erheblichen rechtlichen Konsequenzen verbunden ist, können und werden wir dies allerdings nur tun, wenn wir sicher sein können, dass die Zukunft unseres Vereins nachhaltig abgesichert ist.
Was können Sie tun? Die Antwort ist ganz einfach!!!
Wir liegen derzeit deutlich unter unserem geplanten Zuschauerschnitt, was unseren aktuell laufenden Etat ganz erheblich belastet. Gelingt es uns nicht, den Zuschauerschnitt in der Rückrunde deutlich anzuheben, addieren sich die dadurch entstehenden Verluste zu unserem heute schon bestehenden Geldbedarf. Das gilt es, unbedingt zu vermeiden.
Kommen Sie ins Stadion! Bringen Sie Freunde und Bekannte mit, denn jeder Zuschauer zählt bei unserem gemeinsamen Projekt
Die Lilien bleiben DA!
Wir haben gemeinsam schon sehr viel erreicht, wir sind kurz vor unserem Ziel. Wir müssen jedoch noch eine letzte, große Hürde nehmen.
Ich persönlich habe immer daran geglaubt, dass wir es schaffen.
Ich glaube es auch heute noch!
Hans Kessler
Präsident
SV Darmstadt 98

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