Lee wechselt nach Darmstadt
Der SV 98 hat die gesuchte Verstärkung für die Mittelstürmerposition gefunden. Hojae Lee wechselt vom südkoreanischen Erstligisten Pohang Steelers an das Böllenfalltor.
Kölle Alaaf! An Rosenmontag zog der traditionelle „Zoch“ wieder ab 11.11 Uhr durch die Straßen Kölns. Mittendrin die Zugnummer 72 des 1. FC Köln. Doch anders als in der Zweitliga-Tabelle mussten sich die Geißböcke hier ganz hinten anstellen. Auf dem festlich geschmückten Effzeh-Wagen feierten ausgewählte Spielerinnen und Spieler, Trainer sowie Verantwortliche ausgelassen mit der Menge. Nicht mit dabei: Trainer Gerhard Struber. Doch nicht etwa, weil er lieber im Büro saß und sich auf den kommenden Gegner vorbereitete. Vielmehr wollte er das Spektakel bei seinem ersten Karneval in Köln erst einmal von außen betrachten. Manager Thomas Kessler hatte dem Team zwar grünes Licht für die Feierlichkeiten gegeben, dennoch war allen klar: Am nächsten Tag stand wieder harte Arbeit auf dem Programm – die Vorbereitung auf das wichtige Spiel gegen den SSV Ulm.
Endergebnis in Spiel 1 nach Rosenmontag: 1:0 für den 1. FC Köln! Luca Waldschmidt erzielte in der 86. Minute den entscheidenden Siegtreffer für die Kölner. Dank der drei Punkte kletterte der 1. FC Köln von Platz fünf auf Rang zwei – zurück auf einen direkten Aufstiegsplatz.
Am Samstag (15.3./20.30 Uhr) trifft der FC auf den SV Darmstadt 98. Mit etwas Schützenhilfe könnten die Domstädter sogar die Tabellenführung übernehmen. Im Hinspiel feierte Darmstadt einen überzeugenden 5:1-Heimsieg und damit damals auch ihren ersten Heimsieg nach 383 Tagen. Wir nehmen den kommenden Gegner der Darmstädter einmal genauer unter die Lupe.
| Top-Torjäger |
Top-Vorlagengeber |
| Damion Downs – 9 Tore | Linton Maina – 10 Assists |
| Tim Lemperle – 8 Tore | Leart Paçarada – 7 Assists |
| Luca Waldschmidt – 4 Tore | Tim Lemperle – 4 Assists |
| Dejan Ljubicic – 4 Tore | Damion Downs – 3 Assists |
| Linton Maina – 3 Tore | Dejan Ljubicic – 3 Assists |
„Führen, Leisten, Leben“ von Fredmund Malik – das Lieblingsbuch von Gerhard Struber, wie er in einem Interview mit dem Express verriet. Das Werk dreht sich um Leadership und Führung – ein Thema, das für den FC-Coach von zentraler Bedeutung ist. „Der Trainerjob bedeutet Führung an jedem Tag“, betonte der 48-Jährige. Dass er seine Mannschaft erfolgreich leiten kann, spiegelt sich in der aktuellen Tabelle wider: Der 1. FC Köln steht auf Platz zwei im dicht besiedelten Aufstiegskampf der 2. Bundesliga. Damit wird Struber tabellarisch den hohen Erwartungen der Fans gerecht. Seine Vision für die Zukunft des „Effzeh“ ist klar: „Eine stabile Bundesliga-Mannschaft werden.“
Eine lange Eingewöhnungszeit brauchte Struber dabei in Köln nicht. „Die offene Art der Menschen hat es mir sehr einfach gemacht“, berichtete er über seine ersten Monate in der Domstadt. Auch seiner Familie gefällt es in Köln. „Es erinnert uns ein wenig an Wien – die Lebendigkeit, die Vielfalt. Es gibt coole Restaurants und viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen.“
Vor seinem Engagement beim FC sammelte der Österreicher aus Kuchl bereits reichlich Trainererfahrung. In seiner Heimat betreute er unter anderem den FC Liefering, den Wolfsberger AC und Salzburg. Auch ein Jahr in England beim FC Barnsley steht in seiner Vita, ebenso ein dreijähriges Trainerengagement in New York. Doch für ihn ist klar: „So einen coolen Verein wie den FC gibt es nicht oft auf diesem Planeten.“
Die Kölner versuchen wie kein anderer Verein, den Torerfolg zu erzwingen. Sie geben in der zweiten Bundesliga mit Abstand die meißten Schüsse ab (401). Im Vergleich dazu kommen die zweitplatzierten Magdeburger in der Torschusstabelle bislang nur auf 376 Schüsse. Zudem sind die Geißböcke sehr kopfballstark. Mit 493 in Summe gewonnenen Luftzweikämpfen belegen sie Platz vier in dieser Kategorie – hinter Münster (594), Regensburg (559) und Schalke (506). Blickt man prozentual auf die Luftzweikampfquote verschiebt sich das Bild: Hier führen die Lilien mit 55,1 Prozent gewonnener Luftduelle die Statistik an, Köln lauert mit 54,5 Prozent direkt dahinter.
Dezember 2024 – ein stechender Schmerz im Oberschenkel direkt nach dem Torjubel. Ein paar Tage später ist klar: Tim Lemperle, der beste Hinrunden Torjäger des FC Köln, muss aufgrund von einer Muskelverletzung pausieren. Zu diesem Zeitpunkt dachten die Kölner noch, dass Lemperle nicht allzu viele Spiele aufgrund der Verletzung verpassen würde. Und so war es auch: Nach der Winterpause kehrte Lemperle Ende Januar wieder auf den Platz zurück. Jedoch nicht allzu lange, weil Lemperles Einsatz gegen die SV Elversberg zu früh kam und die Verletzung wieder ausbrach.
Nun steht der Torjäger also vor seinem zweiten Comeback. Seit letzter Woche ist Lemperle wieder im Mannschaftstraining der Geißböcke. Gegen den SV 98 könnte es für die ersten Minuten reichen. Mit ihm gewinnen die Kölner ordentlich Offensiv-Power hinzu: Stolze acht Tore und vier Vorlagen konnte der Torjäger in 16 Zweitligaspielen bislang verzeichnen. Hier könnte die Lilien-Abwehr also alle Hände voll zu tun bekommen. „Tim hat in seiner Entwicklung große Fortschritte gemacht. (…) In der aktuellen Saison zeigt er, wie wichtig er für unser Spiel ist“, sagte auch Thomas Kessler, Leiter Lizenzspieler beim 1. FC Köln, in einem Interview mit dem Geissblog über die Wichtigkeit des Angreifers.