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05.06.2025 / Junglilien

„Ein Schwerpunkt lag auf der individuellen Entwicklung“

Die Nachwuchsmannschaften des SV 98 befinden sich mittlerweile in der wohlverdienten Sommerpause. Eine gute Gelegenheit, auf die abgelaufene Saison der Junglilien zurückzublicken. Wir haben mit Björn Müller, dem Sportlichen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, über verschiedene Themenfelder gesprochen.

Foto: SV 98

sv98.de: Gude, Björn! Wenn du auf die Saison 2024/25 zurückblickst – wie fällt dein Gesamtfazit für das Nachwuchsleistungszentrum aus?

Björn Müller: Was unsere Trainer, Mitarbeiter und Spieler in dieser Saison geleistet haben, war wirklich stark. Die Teams der U10 bis U13 haben an zahlreichen Turnieren und Vergleichsspielen teilgenommen, die U14 hat sich in der Hessenliga gegen meist ein Jahr ältere Gegner sehr gut behauptet, und auch die U15 hat eine tolle Runde in der C-Junioren-Regionalliga gespielt. Die U17, U19 und U21 mussten sich in neuen Situationen beweisen – und haben das aus meiner Sicht sehr gut gemacht. Insgesamt fällt das Fazit also äußerst positiv aus, wobei es natürlich immer Raum für Verbesserungen gibt.

Welche Fortschritte waren sportlich und persönlich bei Spielern und Teams erkennbar?

Es ist immer spannend zu beobachten, wie sich junge Spieler nicht nur fußballerisch und körperlich, sondern auch persönlich weiterentwickeln. Diese Entwicklung verläuft selten gradlinig – sie ist individuell sehr unterschiedlich und von Schwankungen geprägt. Das ist eine echte Herausforderung für die Trainerteams. Besonders beeindruckend ist die Leidenschaft der Jungs, tagtäglich an ihre Grenzen zu gehen – und das neben Schule, Hausaufgaben und privaten Themen.

Wenn der Einzelne besser wird, profitiert auch das Team – das ist unser Ansatz.

Björn Müller über die Philosophie des NLZ

Welche Ziele hattet ihr euch zu Saisonbeginn gesetzt – und wie zufrieden bist du mit deren Umsetzung?

Ein großer Schwerpunkt lag auf der individuellen Entwicklung jedes einzelnen Spielers. Wir haben uns im Vorfeld und im Laufe der Saison regelmäßig viele Gedanken gemacht, wie wir gezielt fördern können, ohne den ohnehin schon vollen Alltag der Jungs zusätzlich zu belasten. Unsere Überzeugung ist: Wenn der Einzelne besser betreut wird, steigt sein Niveau und es profitiert auch das ganze Team. Diese Herangehensweise hat sich erneut bewährt – und die Spieler ziehen da richtig gut mit.

Wie eng ist die Verzahnung zwischen den Jahrgängen im NLZ – und welche Rolle spielt dabei eine einheitliche Spielphilosophie?

Eine gemeinsame Ausrichtung ist extrem wichtig, aber auch eine große Herausforderung. Deshalb habe ich mit allen hauptamtlichen Trainern einmal pro Woche ein Meeting, um über die sportliche Entwicklung und aktuelle Themen aus den Teams zu sprechen. Diese Saison lag der Fokus stark auf individuellen Zusatzangeboten für die Spieler, die im Austausch mit den Trainern umgesetzt wurden. Neben einer gemeinsamen Vorstellung davon, wie wir Fußball spielen wollen, ist uns auch eine einheitliche Trainingsphilosophie wichtig – bei gleichzeitigem Raum für die Trainer, ihre Stärken individuell einzubringen.

Die Wiedereinführung der U21 war absolut richtig – unsere Spieler haben schnell auf Herrenfußball adaptiert.

Björn Müller über die Wiedereinführung der U21

Die U21 hat in ihrer ersten Hessenliga-Saison einen starken sechsten Platz erreicht und stellte zudem die zweitbeste Defensive. Wie ordnest du das ein?

Die Wiedereinführung der U21 war absolut richtig. Das Team ist sehr jung und musste sich schnell an den Herrenfußball gewöhnen – was hervorragend gelungen ist. Vor der Saison haben wir praktisch bei null angefangen, alles war neu. Aber als wir in der Liga angekommen waren, haben wir sehr guten Fußball gespielt. Alle Beteiligten – Spieler, Trainer, Organisationsteam – haben einen großen Schritt gemacht.

Mit Tim Arnold und Max Pfister rücken zwei NLZ-Spieler in den Profikader auf. Was bedeutet das für eure Arbeit?

Das ist im Prinzip unser Auftrag und ein Kern unserer Arbeit im NLZ. Es ist ein Erfolg, zugleich aber auch unser eigener Anspruch. Im Idealfall möchten wir natürlich jeden Spieler bestmöglich auf seine nächste Entwicklungsstufe bringen. Tim und Max sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel. Sie müssen sich jetzt im Profitraining zeigen und dürfen weiterhin in der U21 Spielpraxis sammeln. So sehr wir die beiden auch mögen – wir würden uns freuen, sie nächste Saison selten bei uns zu sehen, weil sie sich oben etabliert haben. Dafür müssen sie viel investieren und sich gut präsentieren.

Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf
Foto: SV 98
Foto: SV 98
Foto: SV 98

Die U17 und U19 haben erstmals in der neuen DFB-Nachwuchsliga gespielt. Wie bewertest du das neue Ligasystem?

Die neue Struktur passt gut zu unserem Förderansatz. Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Spiele nach der Vorrunde in den B-Ligen an Qualität oder Intensität verloren hätten. Im Gegenteil: Die Emotionen auf und neben dem Platz waren unverändert hoch – das Engagement der Spieler ist wirklich bemerkenswert. Natürlich braucht es noch etwas Zeit, bis sich das System komplett etabliert hat. Aber grundsätzlich finde ich die neue Ligaform sehr unterstützend für die Entwicklung junger Talente.

Was hat sich durch die DFB-Nachwuchsliga konkret in eurer Arbeit verändert?

Sie hat uns geholfen, flexibler mit Jahrgängen umzugehen. Es ist leichter geworden, Spieler in höhere Altersklassen zu ziehen, da es weniger Druck durch Tabellenstände gibt. An unserem grundsätzlichen Fördergedanken hat sich nichts geändert – wir stellen weiterhin die individuelle Entwicklung in den Mittelpunkt. Die neue Struktur unterstützt unser Konzept in vielerlei Hinsicht.

Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf
Foto: Mara Wolf

Die U17 und U19 haben in ihrer Premieren-Saison beide den dritten Platz in der B-Liga erreicht. Wie fällt dein Fazit dazu aus?

Mit der Entwicklung beider Teams bin ich sehr zufrieden. Die Spieler hatten sich selber das Ziel gesetzt, nach der Vorrunde die A-Liga zu erreichen. Dass wir uns so hohe Ziele gesetzt haben, finde ich gut. In der Rückrunde haben beide Mannschaften gute Leistungen gezeigt. Für eine erste Saison in einem neuen Wettbewerb ist der dritte Platz in der B-Liga ein wirklich ordentliches Ergebnis. Viel höher wiegt jedoch, dass die Trainer jeden Spieler individuell besser gemacht haben.

Wie wichtig ist neben der sportlichen auch die schulische und soziale Entwicklung bei U17 und U19 – und wie habt ihr das in dieser Saison umgesetzt?

Die Balance zwischen Sport, Schule und Sozialleben ist für uns extrem wichtig – und anspruchsvoll. Bei uns gilt: Jeder Spieler kann offen auf das Trainerteam zugehen, wenn es schulische oder persönliche Herausforderungen gibt. Unser pädagogischer Leiter Gösta Kiefer steht in engem Austausch mit Schulen, Spielern und Eltern. Unser Anspruch ist es, so nah wie möglich am sozialen Umfeld der Spieler zu sein.

Wann starten die Mannschaften ins neue Trainingsjahr – und was erwartet euch?

Da die Ligen zu unterschiedlichen Zeitpunkten enden, beginnen auch die Teams gestaffelt mit der Vorbereitung. Der Übergang ist also fließend. Spannend wird es vor allem, wie sich die Neuzugänge in ihren neuen Mannschaften zurechtfinden und den Start gestalten.

Welche Ziele verfolgt das NLZ in der kommenden Saison?

Im Leistungsbereich brauchen wir ein stärkeres Gerüst – vor allem mit Blick auf die älteren Jahrgänge. Sie bilden die Säulen für die jüngeren Spieler. In der U19 hatten wir in dieser Saison fast ausschließlich Spieler des jüngeren Jahrgangs. Das haben wir bei der Kaderplanung berücksichtigt. Auch in der U21 steht ein größerer Umbruch bevor. Unser Ziel ist es, in allen Mannschaftsteilen eine stabile Basis zu schaffen, um die Spieler optimal fördern zu können.

Danke für das Gespräch, Björn!

Junglilien

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