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10.06.2026 / Profis

„Exemplarisch für den Weg, den wir gehen wollen“

Mit den Verkäufen von Fraser Hornby und Isac Lidberg hat der SV 98 Transferlöse in beachtlichen Dimensionen generiert. Wir haben mit Präsident Markus Pfitzner über den richtigen Moment für solche Transfers und den Spagat zwischen wirtschaftlicher Stabilität und sportlicher Ambition gesprochen.

Foto: SV 98

sv98.de: Markus, mit den Verkäufen von Fraser Hornby und Isac Lidberg gab es in den vergangenen Tagen durchaus Bewegung beim SV 98. Wie blickst du aus präsidialer Sicht auf die beiden Transfers?

Markus Pfitzner: „Es fällt niemals leicht, Leistungsträger abzugeben. Dennoch sind die Verkäufe im Zusammenhang mit der Entwicklung beider Spieler eine absolute Erfolgsgeschichte für uns, weil sie exemplarisch für den Weg stehen, den wir gehen wollen. Transfererlöse sind eine tragende Säule unserer langfristigen Finanzierung. Wir haben mit den Transfers von Fraser und Isac schon jetzt das größte Ablösevolumen innerhalb einer Transferperiode in unserer Vereinsgeschichte generieren können. Auch mit Blick auf die verbleibenden Restvertragslaufzeiten von jeweils einem Jahr war nun der richtige Moment gekommen, einem Abgang im Falle von marktgerechten Angeboten zuzustimmen.“

Du sprichst die Dimension der Transfererlöse an. Erscheinen dir solche Zahlen im Zusammenhang mit deinem SV 98 manchmal noch ein wenig unwirklich?

„Zumindest wäre es vor nicht allzu langer Zeit noch nahezu unvorstellbar gewesen, dass wir mit unseren Spielern diese Summen generieren können. Das spricht für unsere Entwicklung. Wir haben es in der jüngeren Vergangenheit nur selten geschafft, signifikante Ablösesummen für unsere Leistungsträger zu generieren. Das hat sich nun geändert. Paul Fernie spricht häufig davon, dass wir mit Freude verkaufen wollen, wenn der passende Zeitpunkt gekommen ist. Spielerentwicklung und sportlicher Erfolg in Verbindung mit dem Ziel, irgendwann Transfererlöse zu erzielen. Dieses Denken und Handeln ist im modernen Fußballgeschäft überlebensnotwendig.“

Das bedeutet für den SV 98?

„Wir sind in einer gesunden Position und müssen weiterhin keine Dinge machen, die wirtschaftlich keinen Sinn ergeben. Aber Transfererlöse sind neben Medienerlösen, Sponsoring und Ticketing ein wichtiger Faktor, um unsere wirtschaftliche Stabilität zu erhalten und idealerweise weiter auszubauen. Wir wollen weiterwachsen, wollen Infrastruktur-Themen anpacken und bedienen unsere Kredite aus dem Stadionumbau. Darüber hinaus sehen wir uns mit steigenden Kosten in zahlreichen Bereichen innerhalb unseres Vereins konfrontiert. Auch daher ist es ein Fakt, dass wir Transfererlöse anteilig auch für den Etat im operativen Bereich einplanen müssen.“

Gleichzeitig möchte der Verein sportlich ambitioniert bleiben…

„Genau, das ist durchaus ein Spagat. Grundsätzlich sollen Transfererlöse nicht dazu dienen, irgendwelche Löcher zu stopfen, sondern dabei helfen, Abgänge ersetzen zu können und bestenfalls den Kader weiter zu verbessern. Dennoch ist die Annahme falsch, dass der SV 98 in diesem Sommer mit prall gefüllten Geldsäcken auf große Shoppingtour gehen wird. Paul hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er auch mit unseren Mitteln herausragende Lösungen findet. Isac ist dafür ein perfektes Beispiel. Klar ist aber auch, dass nicht jeder neue Spieler von Beginn an funktionieren kann. Wichtig ist, dass der gesamte Verein von dem eingeschlagenen Weg überzeugt ist und wir Bedingungen geschaffen haben, die uns – trotz Veränderungen – sehr positiv auf die Zukunft blicken lassen. Wir schauen mutig und selbstbewusst nach vorne und freuen uns jetzt schon auf eine spannende und erfolgreiche Saison 2026/27.“

Transfererlöse sind eine tragende Säule unserer langfristigen Finanzierung

Markus Pfitzner

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