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24.07.2026 / Profis

Portsmouth FC im Gegnercheck

"It’s coming home"? Nicht ganz. Aber zumindest ans Bölle! Zur Saisoneröffnung empfängt der SV Darmstadt 98 am Samstag (1.8.) den englischen Zweitligisten Portsmouth FC im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Auf Fans beider Vereine wartet nicht nur ein attraktiver internationaler Härtetest, sondern auch ein besonderer Fußballtag rund um die offizielle Saisoneröffnung. Anpfiff der Partie ist um 14 Uhr. Bereits zuvor dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm rund um das Stadion freuen. Doch zunächst werfen wir einen genaueren Blick auf den Gegner der Lilien.

Portsmouth FC
Foto: Imago Images
Historie:

Jubel, Tränen und Kampfgeist. Der Portsmouth Football Club blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die von großen Titeln, einem tiefen sportlichen Absturz und einer eindrucksvollen Rückkehr geprägt ist. Seine erfolgreichste Phase erlebte der 1898 gegründete Verein unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. In den Spielzeiten 1948/49 und 1949/50 gewann Portsmouth, von seinen Fans meist nur „Pompey“ genannt, zweimal in Folge die englische Meisterschaft. Hinzu kommen zwei Triumphe im FA Cup: 1939 setzte sich Portsmouth im Finale gegen die Wolverhampton Wanderers durch, 2008 folgte durch ein 1:0 gegen Cardiff City der zweite Pokalsieg. Zum Helden des Tages wurde der Nigerianer Nwankwo Kanu, der den entscheidenden Treffer erzielte. Neben ihm standen mit Kapitän Sol Campbell und dem ehemaligen englischen Nationaltorhüter David James weitere bekannte Namen in der Startelf.

In den Jahren danach geriet der Club jedoch in schwere finanzielle Turbulenzen. Nach drei Abstiegen innerhalb von vier Jahren stürzte der Traditionsverein zwischenzeitlich bis in die vierte Liga ab. Als Portsmouth 2013 erneut vor einer ungewissen Zukunft stand, übernahm der von Anhängern getragene Pompey Supporters’ Trust den Verein und stabilisierte ihn finanziell. Vier Jahre später verkaufte der Trust den Club an die Tornante Company des früheren Disney-Chefs Michael Eisner. Seitdem befindet sich Portsmouth in privatem Besitz der Familie Eisner, während der Supporters’ Trust weiterhin als wichtige Stimme der Fans in die Vereinsarbeit eingebunden ist. Getragen von seiner treuen Anhängerschaft arbeitete sich Portsmouth anschließend Schritt für Schritt zurück. Seit dem Gewinn der League-One-Meisterschaft 2024 spielt der Club aus der südenglischen Hafenstadt wieder in der Championship.

Festung Fetton Park:

Seit 1899 trägt Portsmouth seine Heimspiele im traditionsreichen Fratton Park aus, der damit nahezu die gesamte Geschichte des ein Jahr zuvor gegründeten Vereins begleitet. Zugleich ist er die einzige Spielstätte eines englischen Profivereins, die auf einer Insel liegt: Der Fratton Park befindet sich auf Portsea Island. Der Ground liegt mitten in einem dicht bebauten Wohngebiet und verkörpert mit seinen vier voneinander getrennten Tribünen, den engen Zugängen und der unmittelbaren Nähe der Zuschauer zum Spielfeld den klassischen englischen Fußball.

Heute bietet der Fratton Park Platz für rund 20.000 Zuschauer. In früheren Zeiten strömten jedoch deutlich mehr Menschen in das Stadion. Die bis heute gültige Rekordkulisse wurde 1949 aufgestellt, als 51.385 Fans das FA-Cup-Spiel gegen Derby County verfolgten. Auch international schrieb der Fratton Park Geschichte: 1948 war er eine der Spielstätten des olympischen Fußballturniers. Acht Jahre später wurde dort zudem das erste Spiel der höchsten englischen Liga unter Flutlicht ausgetragen.

Besonders prägend ist die Atmosphäre im Stadion. Das Fratton End gilt als Heimat der lautstärksten Portsmouth-Anhänger, die ihre Mannschaft traditionell mit dem Ruf „Play up Pompey, Pompey play up“ unterstützen. Die sogenannten „Pompey Chimes“ zählen zu den ältesten noch regelmäßig gesungenen Fangesängen im englischen Fußball.

Architektonisch besitzt der Fratton Park einen besonderen Charme. Auffällig ist vor allem der historische Haupteingang an der Frogmore Road mit seiner markanten Fassade im Tudor-Stil. Teile der Haupttribüne wurden zudem vom bekannten Stadionarchitekten Archibald Leitch geprägt. In den vergangenen Jahren modernisierte Portsmouth den Ground schrittweise, ohne seinen traditionsreichen Standort aufzugeben.

Stadion des Portsmouth FC
Foto: Imago Images
Die letzte Saison:

14 Siege, 19 Niederlagen und 13 Unentschieden: Portsmouth beendete die vergangene Championship-Spielzeit mit 55 Punkten auf dem 18. Tabellenrang. Nach einem ordentlichen Saisonstart mit zwei Siegen aus den ersten vier Partien geriet Pompey im Herbst zunehmend unter Druck. Zwischen Oktober und Mitte Dezember gewann die Mannschaft von Trainer John Mousinho lediglich zwei von elf Ligaspielen und rutschte dadurch in die Nähe der Abstiegsplätze. Rund um den Jahreswechsel stabilisierte sich Portsmouth jedoch und sammelte unter anderem durch Erfolge gegen West Bromwich Albion, Charlton Athletic und Millwall wichtige Punkte. Ab dem 34. Spieltag geriet der Verein aus dem Süden Englands jedoch noch einmal ins Schwanken: Aus sechs Partien holte Pompey nur einen Zähler und kassierte bei den Queens Park Rangers eine deutliche 1:6-Niederlage. Im Saisonendspurt zeigte die Mannschaft dann allerdings ihre stärkste Phase. In den letzten sechs Ligaspielen musste sich das Team von John Mousinho lediglich dem späteren Meister Coventry City geschlagen geben und sicherte sich mit Siegen gegen Middlesbrough, Leicester City und Stoke City vorzeitig den Klassenerhalt.

Player to watch:

Adrian Segečić war in der vergangenen Saison mit elf Treffern der beste Torschütze des Portsmouth FC. Der 22-jährige australisch-kroatische Offensivspieler wechselte erst im Sommer 2025 vom Sydney FC an die englische Südküste und steuerte neben seinen Toren auch fünf Vorlagen bei. Während Segečić vor allem für Tempo und Torgefahr sorgt, zählt Josh Murphy zu den erfahrensten Offensivkräften im Kader. Der 31 Jahre alte Flügelspieler war bereits in der Saison 2024/25 mit 14 Assists bester Vorlagengeber der gesamten Championship und wurde anschließend zu Portsmouths Spieler des Jahres gewählt. Eine weitere wichtige Rolle nimmt Terry Devlin ein. Der 22-jährige nordirische Nationalspieler wurde in der abgelaufenen Spielzeit sowohl von den Fans als auch von seinen Mitspielern zum Spieler der Saison gewählt und überzeugte mit seiner Vielseitigkeit sowie fünf Treffern in 40 Einsätzen.

Five Fun-Facts:

1: Fratton Park liegt streng genommen nicht in Fratton

Trotz seines Namens befindet sich das Stadion nicht im Stadtteil Fratton, sondern im angrenzenden Milton. Seinen Namen erhielt es wohl wegen des nahe gelegenen Bahnhofs Fratton. Wegen seines Alters und seines traditionellen Erscheinungsbildes wird der Fratton Park von Fans auch liebevoll „The Old Girl“ genannt

2: Sieben Jahre lang amtierender Pokalsieger

1939 gewann Portsmouth das FA-Cup-Finale mit 4:1 gegen Wolverhampton Wanderers. Weil der Wettbewerb während des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt wurde, blieb „Pompey“ anschließend sieben Jahre lang amtierender FA-Cup-Sieger, länger als jeder andere Verein.

3: „Pompey“ ist älter als der Portsmouth FC

Der Spitzname „Pompey“ wurde in der Stadt bereits verwendet, bevor der heutige Verein 1898 gegründet wurde. Anhänger des Militärclubs Royal Artillery Portsmouth brachten sowohl den Namen als auch den späteren „Pompey Chimes“-Gesang zum neuen Verein mit.

4: Meister in allen vier Profiligen

Portsmouth gehört gemeinsam mit Wolverhampton Wanderers, Burnley, Preston North End und Sheffield United zu nur fünf englischen Vereinen, die in allen vier Profiligen die Meisterschaft gewinnen konnten. Pompey komplettierte diese besondere Titelsammlung 2017 mit dem Gewinn der League Two.

5: Enge Verbundenheit von Vereinswappen und Hafenstadt

Halbmond und Stern im Vereinswappen sind dem Stadtwappen von Portsmouth entnommen. Die maritime Identität der Stadt prägt entsprechend auch das Selbstverständnis des Clubs. Das zeigt sich sogar beim Maskottchen Nelson, dessen Name an Admiral Horatio Nelson erinnert. 

Lilien vs. Portsmouth

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