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31.07.2026 / Junglilien

„Wir möchten als Gruppe besser werden“

Seit 2016 arbeitet Patrick Kurt im Nachwuchsbereich des SV Darmstadt 98. In diesem Sommer übernahm der bisherige U19-Trainer die U21 und soll die Junglilien in den Herrenfußball integrieren und an den Profifußball heranführen. Vor dem Saisonauftakt beim CSC Kassel spricht Kurt über seine Entwicklung als Trainer, die neue Aufgabe und die Bedeutung der erfahrenen Führungsspieler.

Patrick Kurt beim NLZ
Foto: SV 98

SV 98: Patrick, Du bist bereits seit 2016 bei den Lilien. Wie hat Dein Weg beim SV 98 damals begonnen?

Patrick Kurt: Der entscheidende Impuls kam durch einen Anruf von Björn Kopper. Ich war damals Trainer der C-Jugend bei meinem Heimatverein. Björn war auf mich aufmerksam geworden und hat mich kontaktiert. Anschließend ging alles schnell: Wir haben uns zusammengesetzt, die Gespräche haben sich gut angefühlt und wenig später habe ich die U11 übernommen. 

Seitdem hast Du zahlreiche Altersklassen im Nachwuchsbereich trainiert. Wie hat sich Dein Trainerbild in diesen Jahren verändert?

Mit den unterschiedlichen Altersklassen entwickelt man sich auch als Trainer weiter. Sowohl bei der Ansprache als auch bei den Trainingsinhalten. Mir hat es sehr geholfen, so viele verschiedene Altersstufen begleiten zu dürfen. Dadurch kann ich heute sagen, dass ich den Trainerberuf von der Pike auf gelernt habe und nicht plötzlich in die Rolle eines U21-Trainers hineingerutscht bin.

In diesem Sommer haben Sebastian Schmitt und Du die Mannschaften getauscht: Du bist von der U19 zur U21 gewechselt, Sebastian in die andere Richtung. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Die Entscheidung ist bereits früh gefallen. Bereits im Februar stand fest, dass ich die U21 ab dem Sommer übernehmen werde. Damals haben wir jedoch gemeinsam entschieden, dass Sebastian mit der U21 und ich mit der U19 die jeweilige Saison zu Ende bringen. Dadurch konnten wir im Sommer einen sauberen Schnitt machen und mit unseren neuen Mannschaften starten.

Diese frühzeitige Entscheidung hat mir gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, mir einen Überblick über die damalige U21 zu verschaffen und gemeinsam mit Max Mehring und Sebastian die Kaderplanung für die neue Saison voranzutreiben. Das war auch herausfordernd, weil wir über Kreuz geplant haben: Ich war federführend für die U21 verantwortlich, Sebastian für die U19.

Klingt anspruchsvoll…

Es hat uns aber noch enger zusammengebracht. Wir haben uns täglich unzählige Male telefonisch ausgetauscht und mussten uns permanent abstimmen. Das beschreibt auch eine unserer großen Stärken: Wir sind ein kleines Team, das sehr vertrauensvoll zusammenarbeitet. Niemand versucht, einen Alleingang zu starten. Wir stimmen uns eng ab und treffen unsere Entscheidungen immer im Sinne der Spieler.

Die U21 soll den Übergang vom Nachwuchs- in den Herren- und bestenfalls in den Profifußball ermöglichen. Welche neuen Anforderungen kommen auf die Spieler zu?

Wir haben bereits in den ersten Trainingseinheiten und Testspielen gemerkt, dass die Dynamik im U21-Bereich eine ganz andere ist. Spielgeschwindigkeit, Intensität und Zweikampfhärte sind deutlich höher. Gerade den sehr jungen Spielern, die wir aus der U19 mitgenommen haben oder die sogar noch für die U19 spielberechtigt wären, hilft dieses Umfeld enorm. Sie können sich schrittweise an das höhere Niveau gewöhnen.

Genau deshalb ist die Hessenliga für uns eine gute Plattform. Sie gibt uns die Möglichkeit, auch mit sehr jungen Spielern direkt im Herrenbereich anzutreten. Bislang haben wir den Eindruck, dass die Jungs dabei sehr gut mithalten. Besonders wertvoll ist es natürlich, wenn die Jungs Berührungspunkte mit der Profimannschaft haben. In den vergangenen Wochen waren immer wieder vier oder fünf unserer Jungs im Training der Zweitliga-Mannschaft dabei. Und wenn wir anschließend die Rückmeldung erhalten, dass sie ihre Sache gut machen und eine gute Haltung sowie Einstellung zum Training und zur Vorbereitung zeigen, ist das die größte Bestätigung und der größte Lohn für unsere Arbeit.

Wenn wir anschließend die Rückmeldung erhalten, dass sie ihre Sache gut machen und eine gute Haltung sowie Einstellung zum Training und zur Vorbereitung zeigen, ist das die größte Bestätigung und der größte Lohn für unsere Arbeit.

Patrick Kurt

Mit Yannick Stark und Markus Ballmert verfügt die U21 über zwei sehr erfahrene Spieler. Welche Bedeutung haben sie für das junge Team?

Uns war bei der Kaderplanung früh klar, dass wir mindestens zwei erfahrene Gerüstspieler benötigen. Unsere Mannschaft ist sehr jung. Deshalb braucht sie Anker, die den Spielern Halt und Sicherheit geben. Mit Markus haben wir frühzeitig das Gespräch gesucht, weil wir ihn unbedingt im Team halten wollten. Yannick war von Beginn an unser Wunschkandidat, auch wenn zunächst nicht klar war, ob eine Verpflichtung möglich sein würde. Nach den ersten Einheiten habe ich zu beiden gesagt, dass ich nicht gedacht hätte, dass es Spieler wie sie tatsächlich gibt.

Was zeichnet die beiden besonders aus?

Sie begegnen den jungen Spielern auf Augenhöhe und treten überhaupt nicht von oben herab auf. Sie sind die Ersten, wenn ein Tor weggetragen oder Material aufgeräumt werden muss. Gleichzeitig stehen sie den Jungs jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus überzeugen sie auch sportlich und gehen auf dem Platz mit Leistung voran. Diese Kombination macht sie für uns enorm wertvoll. Sie sind zudem wichtige Ansprechpartner innerhalb der Kabine und helfen uns dabei, ein Gefühl dafür zu bekommen, was die Mannschaft beschäftigt oder wo wir beispielsweise bei der Trainingsbelastung genauer hinschauen müssen. Wir könnten uns für diese Rollen keine besseren Spieler wünschen.

Nach welchen weiteren Profilen habt Ihr bei der Kaderplanung gesucht?

Wir haben den Kader vor allem nach Charakter und Talent zusammengestellt. Es ging uns nicht darum, Spieler zu verpflichten, die ausschließlich kurzfristigen Erfolg versprechen. Wir wollten Jungs finden, die zu uns passen, ernsthaft besser werden möchten und noch nicht am Ende ihrer Entwicklung stehen. Genau dafür wollen wir als Trainerteam stehen: Wir möchten Spieler individuell auf das nächste Level bringen.

Was habt Ihr Euch für die Saison vorgenommen?

Wir möchten als Gruppe besser werden, eine gute Gemeinschaft bilden und gemeinsam Entwicklungsschritte machen. Eine funktionierende Mannschaft ist die Grundlage dafür, auch jeden einzelnen Spieler weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, die Jungs so gut vorzubereiten, dass sie irgendwann in der Lage sind, im Profibereich zu bestehen. Das würde mich als Trainer stolz machen.

Zum Auftakt geht es zum CSC Kassel. Was erwartest Du von der Partie?

Der CSC ist ein gutes Abbild des Herrenfußballs und der Hessenliga. Dort spielen einige sehr erfahrene Akteure, teilweise jenseits der 30, die mit allen Wassern gewaschen sind. Für unsere Jungs wird es darum gehen, sich zu behaupten, die Duelle anzunehmen und sich nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Wir müssen erwachsen dagegenhalten. Gleichzeitig wollen wir selbstbewusst auftreten und den Fußball zeigen, den wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben. Wir möchten maximal mutig und maximal ambitioniert spielen. Dann werden wir sehen, mit welchem Ergebnis wir im Bus zurück nach Darmstadt sitzen.

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