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24.04.2026 / Profis

„Darmstadt 98 kann hinfallen, aber liegen bleiben ist keine Option“

Mit welchem Gedanken blickt Florian Kohfeldt auf das Duell am Samstagabend (25.4./20.30 Uhr) gegen die SV Elversberg? Wo sieht er die Stärken des kommenden Gegners? Und wie will seine Mannschaft nach zuletzt drei Niederlagen wieder punkten? Diese und weitere Fragen beantwortete der Lilien-Cheftrainer auf der Pressekonferenz am Freitag (24.4.) in den Katakomben des Merck-Stadions am Böllenfalltor. Wir haben die wichtigsten Kohfeldt-Aussagen aus der PK für Euch zusammengefasst.

Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Elversberg
Foto: SV 98

Personalupdate: Luca Marseiler steht langfristig nicht zur Verfügung. Auch für Matthias Bader (Schulterprobleme) reicht es nicht für Samstag. Fabian Nürnberger wird mit Oberschenkelproblemen ebenfalls fehlen.

... zur aktuellen sportlichen Situation:

Es ist eine skurrile Situation. Wir haben sechs Spiele in der gesamten Saison verloren, vier davon allerdings in den letzten sieben Partien. Seit fünf Spielen haben wir nicht mehr gewonnen, stehen aber trotzdem mit 50 Punkten da. Zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr hatte der Tabellendritte so viele Punkte. Aber natürlich mussten wir uns nach diesem Fürth-Spiel schütteln, natürlich waren wir frustriert. Wir hatten dann zwei Möglichkeiten: Uns der Resignation ergeben. Oder: Und das ist der Weg, für den wir uns entschieden haben: Der SV Darmstadt 98 kann hinfallen, aber liegen bleiben ist keine Option. Wir wollen aufstehen, nicht liegen bleiben. Das kann ich jedem versprechen.

… direkt an die Lilien-Fans gerichtet:

Ich hoffe, dass wir jeden an unserer Seite haben, der am Samstag im Stadion ist. Wir brauchen Euch! Wir brauchen wieder diesen Funken Gemeinsamkeit. Normalerweise muss alles erst von der Mannschaft kommen und wir werden alles tun, auch wenn nicht alles gelingen wird. Aber seid bitte alle von Anfang an dabei.

... über den kommenden Gegner:

Schon seit ein paar Jahren, auch über den Trainer- und Managerwechsel hinweg, haben sie die gleiche Idee von Fußball. Sie sind eine offensivstarke Mannschaft, die über Kombinationsfußball und verschiedene Aufbaumuster versucht, in torgefährliche Räume zu kommen. Genau diese Spielidee zieht sich über Jahre durch. Das macht sie stark und so gefährlich. Sie sind gegen den Ball schwer zu fassen. Defensiv will die Mannschaft gern den Ball wiederhaben, dementsprechend pressen sie häufig hoch. Ein Riesenfaktor ist zudem: Sie haben über die letzten Saisons kaum Verletzte zu beklagen. Sie spielen die letzten Wochen faktisch mit ihrer ersten Elf durch. Das zahlt auf Eingespieltheit und Automatismen ein.

... zur eigenen Herangehensweise:

Wir wissen, was wir tun müssen. Wir müssen vor allem mutig und im Handeln sein. Und weiterhin daran glauben, was uns stark macht. Denn da gibt es eine ganze Menge. Auch wir sind mit Ball grundsätzlich schwer zu greifen. Wir müssen es wieder mehr schaffen, die letzte Linie des Gegners zu brechen. Gegen den Ball müssen wir auch in „Chaos-Situationen“ wie bei abgefälschten Hereingaben oder zweiten und dritten Bällen scharf bleiben. Diese Situationen müssen wir besser lösen. Wir wollen eine ordentliche Portion an Selbstvertrauen ausstrahlen. Das Heimspiel am Samstagabend wollen wir sehr gerne gewinnen, auch wenn ein sehr starker Gegner kommt. Wir müssen die Automatismen ausspielen, die wir in uns haben. Wir müssen zu 10.000 Prozent davon überzeugt sein, den Ball zu gewinnen und nicht nur darauf hoffen, dass wir ihn gewinnen. Wenn das wiederkommt und das werden wir uns erarbeiten müssen, wird es ein richtig geiler Samstagabend.

... zur Mentalität der Mannschaft:

In Fürth stand nominell fast unsere Startelf auf dem Platz, die wir vor der Saison im Kopf hatten. Aber leider nicht alle in dem Zustand, wie wir sie haben wollen. Das ist auch die Wahrheit. Und genau diese Mannschaft hat mitreißende, aktive und leidenschaftliche Spiele in dieser Saison geboten. Wir sind immer noch die Mannschaft, die in dieser Liga die meisten Punkte nach Rückstand geholt hat. Ein Mentalitätsthema möchte ich uns ungern einreden lassen. Dennoch überlege ich sehr gut, wie und mit welcher Elf wir Samstag auftreten.

... über Fabian Holland:

Die Mannschaft ist für Fabian Holland das Allerwichtigste. Das ist eine seiner herausstechenden Eigenschaften. Er hat in seinem Statement deutlich gemacht, dass es ihm um den Fokus der letzten vier Spiele geht. Allein das zeigt, wie stark er den Mannschaftsgedanken in sich trägt. In meiner Zeit hier war er leider viele Monate in der Reha nach seinem Kreuzbandriss. Ich habe ihn als einen unglaublich ehrgeizigen und reflektierten Menschen kennengelernt – mit einer sehr angenehmen Familie, die hier sehr verwurzelt ist. Er ist ein Symbolbild für die letzten zehn Jahre der Lilien. Er ist und bleibt derjenige, der Fußball als Mannschaftssport versteht und symbolisiert. Das ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich. Fabi geht als Ikone und Legende dieses Vereins. Das hat er sich mehr als verdient.

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