Widget
09.12.2024 / Profis

Das 2:2 beim HSV in der Analyse

Die Serie hält – und das gleich doppelt. Der SV Darmstadt 98 blieb beim 2:2 im Volksparkstadion auch im achten Zweitliga-Spiel in Folge ungeschlagen. Zudem bauten die Lilien ihre Serie auswärts beim HSV weiter aus. Auch hier ist der SV 98 seit nun acht Duellen im Volkspark ohne Niederlage. In unserer Analyse des Unentschiedens blicken wir auf die Szenen des Spiels vor dem zwischenzeitlichen 1:2, wir analysieren positive Aspekte des Lilien-Spiels sowie vermeidbare Gegentore.

Foto: SV 98

Szene des Spiels:

Die Kontroverse um die Entstehung des Gegentores zum 1:2. Als allererstes gilt folgendes: „Es ist total in Ordnung, dass der HSV den Freistoß schnell ausführt und dadurch ein super Tor schießt. Das muss man so sagen“, so Florian Kohfeldt, angesprochen auf die Szenerie rund um den zweiten Hamburger Treffer in der 45. Spielminute. „Wir dürfen in dieser Situation nicht schlafen“, monierte Marcel Schuhen unabhängig von der Streitbarkeit der zuvor getroffenen Entscheidungen. Doch nun zum Aber:  Im Vorfeld dieses Traumtores gab es gleich einige Szenerien, die Kontroversen um die Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns um Eric Weisbach auslösten. Zunächst war da der Ellenbogenschlag von William Mikelbrencis gegen Fraser Hornby, welcher als klares Foulspiel hätten geahndet werden müssen. Dies ereignete sich wenige Sekunden vor dem zumindest strittigen Freistoß, dessen schnelle Ausführung zum 2:1 aus Sicht der Rothosen führte. „Zudem wurde Philipp Förster zuvor mit einer Gelben Karte verwarnt, weil er einen Freistoß ausgeführt hat, der hätte freigegeben werden müssen. Regeltechnisch korrekt“, so der Cheftrainer des SV 98. Die Szene des Spiels analysierte er weiter mit den Worten: „Dann aber beim Freistoß des HSV unserem Spieler etwas zu erklären und gleichzeitig den Freistoß ausführen zu lassen, ist fragwürdig. Deswegen sind wir fachlich mit der Gesamtsituation nicht zufrieden.“ Auch mit Blick auf die Tragweite: Trotz einer sehr guten ersten Hälfte ging es für den SV 98 nämlich mit einem Rückstand in die Pause.

Das lief gut:

Darmstädter Dominanz. Erst zur späten Anstoßzeit am Samstag gegen Münster, dann am Dienstagabend das Achtelfinale in Bremen und schließlich zum Abschluss auswärts in Hamburg. Eine anstrengende Woche. Doch von Müdigkeit war ab 13.30 Uhr im Volksparkstadion keine Spur. Die Lilien gingen voll drauf, liefen die Hamburger hoch an und scheuten in der Hansestadt keinen Meter. Am Ende der Partie liefen die Lilien trotz Englischer Woche fast zwei Kilometer mehr als der Gegner. Zudem überzeugte der SV Darmstadt 98 über nahezu die gesamte Spieldauer – bis auf eine eher wilde Schlussphase – mit einer eindrucksvollen Dominanz und Spielkontrolle. „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft für diese Leistung“, fand Florian Kohfeldt lobende Worte in Richtung seiner Mannen. „Ich habe den HSV zuhause selten so abwartend erlebt, das zeigt den Respekt, den wir uns als Mannschaft erarbeitet haben“, analysierte Marcel Schuhen.

Mentalität und Glaube an die eigene Stärke. Ja, die beiden Gegentore waren unnötig. Doch dazu im unteren Abschnitt unserer Analyse mehr. Deutlich imposanter aber die Reaktion der Lilien nach den beiden Treffern. Die Südhessen bestimmten die Partie, fingen sich aber genau in ihrer dominanten Phase des ersten Durchgangs die Gegentore zum 0:1 sowie zum 1:2. Wer aber glaubte, diese würden die Darmstädter Dominanz durchbrechen, irrte. Die Lilien ließen sich davon nicht beeindrucken, wurden nicht nervös. Vielmehr vertrauten sie auf ihre eigenen Stärken und spielten mutig und konsequent ihr Spiel weiter. Auch dank dieser Mentalität kamen die Darmstädter mit ihren beiden Treffern zweimal stark nach den zwei Nackenschläge zurück.

Foto: SV 98
Foto: eibner Pressefotos
Foto: SV 98
Foto: eibner Pressefotos
Foto: SV 98
Foto: eibner Pressefotos
Foto: eibner Pressefotos
Foto: SV 98
Foto: eibner Pressefotos
Foto: SV 98
Foto: SV 98

Das lief nicht gut:

Die beiden Gegentore. Zwei unnötige sowie vermeidbare Gegentreffer. Gerade in der ersten Halbzeit ließ die Darmstädter Hintermannschaft bis auf genau diesen beiden Aktionen der Hamburger gar nichts anbrennen. Doch Dompé mit einem überragenden Schnittstellenpass auf den eiskalten Königsdörffer in der 10. Spielminute sowie Karabec kurz vor der Pause mit einem – trotz der Kontroversen rund um die Entstehung und Entscheidung – überragenden Traumtor sorgten für die beiden HSV-Treffer. Die beide Tore, auch wenn sie vermeidbar waren, standen dennoch stellvertretend für die enorme individuelle Qualität der Rothosen. Nicht umsonst ist der Sportverein aus der Hansestadt mit nun 33 Saisontoren die beste Offensive der 2. Bundesliga. Gegen eine solche Offensivwucht gänzlich ohne Gegentreffer zu bleiben, daher umso schwieriger.

Das Endergebnis? „Mit unserem Spiel bin ich heute zufrieden, mit dem Ergebnis nicht vollends“, sagte Marcel Schuhen kurz nach Abpfiff in den Katakomben des Volksparkstadions. Die Formulierung „nicht vollends zufrieden mit dem 2:2“ wählte auch Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz. Schließlich hätten sich die Lilien aufgrund ihrer spielbestimmenden Spielweise und einem insgesamt sehr guten Auftreten die drei Auswärtspunkte in der Hansestadt verdient gehabt. „Wir waren bis zur 70. Minuten die klar bessere Mannschaft“, betonte daher auch Florian Kohfeldt. „Insgesamt ist es gegen den HSV mit seiner individuellen Qualität schon wirklich gut, wenn wir hier wegfahren und mit einem 2:2 nicht vollends zufrieden sind“, so jenes eingangs bereits erwähnte und hiermit vollständige Zitat des Darmstädter Cheftrainers. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der HSV in der Schlussphase das Spiel ebenfalls für sich hätte entscheiden können. Daher gilt mit Blick aufs Endergebnis: Nicht vollends zufrieden, aber eben auch nicht gänzlich unzufrieden.

Zitat des Tages

Unser Serie hält. Den Punkt nehmen wir mit. Und dann sehen wir uns Samstagabend zu einem besonderen Spiel am Bölle.

Marcel Schuhen, Torhüter des SV 98

Ähnliche Artikel

Alle anzeigen
DFL terminiert Spieltage bis Saisonende
27.03.2026

DFL terminiert Spieltage bis Saisonende

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat am Freitagmittag (27.3.) die restlichen Spieltage zeitgenau angesetzt. Das Heimspiel am 31. Spieltag zwischen gegen die SV Elversberg findet am Samstagabend (25.4.) um 20.30 Uhr statt. Es folgen zwei Auswärtspartien gegen den Karlsruher SC (3.5.) sowie Preußen Münser (10.5.) jeweils um 13.30 Uhr. Am letzten Spieltag emfpangen die Lilien im Merck-Stadion am Böllenfalltor um 15.30 Uhr den SC Paderborn (17.5.)

Erfolgreicher Test gegen Saarbrücken
26.03.2026

Erfolgreicher Test gegen Saarbrücken

Der SV Darmstadt 98 hat sein Testspiel in der Länderspielpause gegen den 1. FC Saarbrücken für sich entschieden. Im Merck-Stadion am Böllenfalltor siegte das Team von Florian Kohfeldt unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit 4:2 (2:1).

„Für Ghana aufzulaufen, würde mir extrem viel bedeuten“
25.03.2026

„Für Ghana aufzulaufen, würde mir extrem viel bedeuten“

1999 in Hamburg zur Welt gekommen und in der Hansestadt aufgewachsen. Doch seine Wurzel liegen in Ghana, dem Heimatland seiner Mutter. Erstmals wurde Patric Pfeiffer nun für die ghanaische Nationalmannschaft nominiert, gleich zwei besondere Länderspiele warten auf den Innenverteidiger des SV Darmstadt 98 – erst gegen Österreich (27.3./18 Uhr), dann gegen Deutschland (30.3./20.45 Uhr). Bevor sich der 26-Jährige mit den Westafrikanern auf Länderspielreise begibt, haben wir uns zum Interview mit ihm verabredet. Ein Gespräch über Familie und Träume, Erinnerungen und alte Bekannten.

„Ein gerechtes Unentschieden“
21.03.2026

„Ein gerechtes Unentschieden“

Ein packendes Match am Samstagabend endet ohne Sieger: Der FC Schalke 04 und die Lilien trennen sich unentschieden, beide sammeln einen Punkt am 27. Spieltag. Überschattet wurde die Partie durch eine wohl schwere Verletzung von Luca Marseiler. Im Anschluss an die Partie drückten beide Seiten ihre Genesungswünsche für den Flügelflitzer aus. Sportlich ähnelte sich die Analyse der Trainer: gerechtes Remis. Die Stimmen zum Spiel.

Punkteteilung unter Flutlicht
21.03.2026

Punkteteilung unter Flutlicht

Kein Sieger am Samstagabend: Das Top-Spiel zwischen den Lilien und dem Spitzenreiter Schalke 04 endet mit 1:1 (1:1). Für die Hausherren traf Lidberg in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs. In einem packenden Match erkämpfte sich der SV 98 somit den 50. Saisonzähler und mischt weiter munter in der Spitzengruppe mit.

Hornby und Nürnberger starten
21.03.2026

Hornby und Nürnberger starten

Top-Spiel im Merck-Stadion am Böllenfalltor! Am 27. Spieltag empfangen die Lilien den FC Schalke 04. Pünktlich zu diesem Duell kehrt Fraser Hornby in die Startelf des SV 98 zurück, er ersetzt Niklas Schmidt. Zudem startet Fabian Nürnberger für Fabian Holland. Auch Killian Corredor steht dem SV 98 wieder zur Verfügung, der Franzose nimmt aber zunächst auf der Bank Platz.

Matchday kompakt: Alle Infos zum Schalke-Spiel
21.03.2026

Matchday kompakt: Alle Infos zum Schalke-Spiel

Samstagabend. Flutlicht. Top-Spiel. Die Lilien empfangen anlässlich des 27. Zweitliga-Spieltags den FC Schalke 04. Anstoß am Samstag (21.3.) ist um 20.30 Uhr. Was sagen beide Cheftrainer vor dem Spiel? Wer wird das Duell leiten? Und wer sitzt als Kommentator am Mikrofon? Alle wichtigen Infos zur Partie gegen Königsblau haben wir Euch wie gewohnt in „Matchday kompakt“ zusammengetragen.

„Zwei Top-Mannschaften dieser Liga treffen aufeinander“
20.03.2026

„Zwei Top-Mannschaften dieser Liga treffen aufeinander“

Flutlichtspiel im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Wie groß ist die Vorfreude auf das Duell am Samstagabend? Auf welche Stärken des Gegners müssen die Lilien besonders achten? Und wie lautet die eigene Devise? Vor dem Heimspiel des SV Darmstadt 98 gegen den FC Schalke 04 (21.3./20.30 Uhr) beantwortete Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Freitag (20.3.) diese und weitere Fragen. Wir haben die wichtigsten Aussagen des Lilien-Coaches für Euch zusammengefasst.

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Schalke-Spiel
20.03.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Schalke-Spiel

Das Top-Spiel der 2. Bundesliga ist etwas Besonderes. Wenn der FC Schalke 04 nach Südhessen reist, um gegen den SV Darmstadt 98 anzutreten, treffen am Samstagabend (21.3./20.30 Uhr) der Tabellenführer und der Zweitplatzierte aufeinander. Offensivstarke Lilien gegen defensiv auftrumpfende Knappen. Alle wichtigen Fakten und Zahlen zum Duell am Samstagabend sind hier in den Top Facts für euch zusammengepackt.

Der FC Schalke 04 im Gegnercheck
19.03.2026

Der FC Schalke 04 im Gegnercheck

Allgemein ist bekannt, dass Pep Guardiola in seiner Zeit bei den Bayern den Tiki-Taka-Fußball in die Bundesliga brachte. Viele Top-Klubs machten sich das bestechende Kurzpassspiel zu eigen, das über viele Jahre von vielen Trainern in Barcelona entwickelt wurde. Doch in Deutschland war Guardiola nicht so ganz der erste, der genau diese Spielweise in die Liga brachte. Vor über 90 Jahren war es das Team aus Gelsenkirchen, das den Ursprung des Tiki-Taka in Deutschland legte – nur eben unter einem anderen Namen.

„Ich könnte nicht dankbarer sein“
17.03.2026

„Ich könnte nicht dankbarer sein“

Mehr als 8600 Kilometer Luftlinie liegen zwischen San Antonio und Darmstadt. Landry Walker hat sich am 8. März auf den weiten Weg von Texas nach Südhessen gemacht. Der 16-jährige Mittelfeldspieler wurde beim San Antonio FC, dem Kooperationsverein des SV Darmstadt 98, ausgebildet und tauchte in den zurückliegenden Tagen tief in die Lilien-Welt ein. Wir blicken auf den Besuch des amerikanischen U17-Nationalspielers zurück.

Ein gewonnener Punkt
14.03.2026

Ein gewonnener Punkt

Die Lilien sind in Magdeburg 60 Minuten lang die schwächere Mannschaft, zeigen aber eine beeindruckende Reaktion auf den zwischenzeitlichen Rückstand und nehmen schlussendlich einen Punkt mit nach Südhessen. In unserer Analyse blicken wir auf turbulente Minuten nach dem 0:1 und erläutern die Gründe dafür, dass dem SV 98 über lange Zeit der Zugriff auf die Gastgeber fehlte.