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24.08.2026 / Profis

Das Gefühl des Sieges

Es war ein hartes Stück Arbeit, das der SV 98 in Jena schlussendlich erfolgreich erledigen konnte. Das 2:1 in der ersten Runde des DFB-Pokals sorgte nicht nur für das Weiterkommen in diesem Wettbewerb, sondern auch für des ersehnte Gefühl des Sieges. Unsere Analyse zum Erfolg.

Foto: SV 98

Szene des Spiels:

Das 2:1: Das Tor von Lance Duijvestijn war zwar nicht der schönste Treffer des Tages, aber definitv der wichtigste. Keine zwei Minuten nach dem zwischenzeitlichen (und traumhaften) Ausgleich der Gastgeber hatten die Lilien die richtige Antwort parat. „Es war wichtig, dass wir nach dem Ausgleich erneut in Führung gegangen sind“, resümmierte Vorbereiter Milan Smit, der seinen Landsmann in der 41. Minute in Szene gesetzt hatte. Duijvestijn zog mit viel Überzeugung an seinem Gegenspieler vorbei und traf aus schwierigem Winkel zum 2:1 aus Sicht der Südhessen.

Damit dämpfte der Niederländer postwendend die Euphorie, die nach dem Ausgleich im Ernst-Abbe-Sportfeld entfacht worden war. Zwar blieb die Begegnung bis zum Schlusspfiff spannend, der schlussendliche Siegtreffer kurz vor dem Seitenwechsel verminderte die Chancen auf eine Pokal-Überraschung aber ungemein.

Das lief gut:

Das Gefühl des Sieges: Saisonübergreifend wartete der SV 98 seit elf Pflichtspielen auf einen Sieg. Eine Statistik, über die im Umfeld der Lilien in den vergangenen Tagen häufiger berichtet wurde. „Ich bin froh, dass dieses Thema weg ist“, verriet Florian Kohfeldt und ergänzte: „Es war das dritte Pflichtspiel mit einer neuformierten Mannschaft nach einem kompletten Umbruch. Da ist es gut, wenn man mit Siegen weiterarbeiten kann.“

Zumal der Erfolg in Jena für das Erreichen der 2. Pokalrunde sorgte und damit für eine weitere sehr positive Notiz. „Darum ging es heute“, so Marcel Schuhen, der logischerweise auf die Spannung bis zum Abpfiff hätte verzichten können, dem das „Wie“ des Weiterkommens aber schlussendlich egal war. Überraschungen und enge Partien gegen unterklassige Mannschaften gehören zu einer ersten Pokalrunde dazu, auch in diesem Jahr strauchelte die eine oder andere favorisierte Mannschaft. Umso schöner, dass die Lilien im dritten Jahr in Folge mit einem Sieg aus der ersten Runde hervorgingen.

Schlussendlich souverän: Keine Frage, die ersten zehn Minuten der Lilien waren überhaupt nicht gut. Und auch der Gegentreffer – so wunderschön er war – wäre in seiner Entsehung zu verhindern gewesen. Doch darüber hinaus zeigten die Südhessen in Jena in der Defensive einen soliden Auftritt und ließen nach dem Seitenwechsel nur noch einen gefährlichen Abschluss der Gastgeber zu. Auch in der gewohnt emotionalen Schlussphase eines solchen Pokalfights verteidigten das Kohfeldt-Team konzentriert und „brachte den knappen Vorsprung kontrolliert ins Ziel“, wie es der Kicker zusammenfasste.

Die Offensivaktionen der ersten Hälfte: Was zunächst einmal negativ klingt und im „Das lief nicht gut“-Absatz noch einmal thematisiert werden wird, hat dennoch auch eine positive Seite: Die Lilien hätten das Spiel vor der Pause entscheiden müssen. Manolo Merx vergab alleine vor dem Tor (14.), Lance Duijvestijn wurde geblockt (28.) und scheiterte wenig später am starken Liesegang und einen Vukotic-Kopfball klärte Butzen von der Linie (36.). „Wir haben einige Torchancen über Gegenbewegungen herausgespielt, daran haben wir lange gearbeitet“, fasste Kohfeldt zusammen. Der Cheftrainer ärgerte sich zwar über die liegengelassenen Möglichkeiten, notierte aber auch den Fortschritt im Offensivspiel, den seine Mannschaft vor dem Halbzeitpfiff zeigte. Klar ist laut Kohfeldt aber auch: „Wir haben noch genug Arbeit.“ 

Das lief nicht gut:

Die ersten 10 Minuten: „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, hatten zu viele Ballverluste und habe keine zweiten Bälle bekommen“, gab Milan Smit nach dem Abpiff unumwunden zu. Mit eigenen Fehlern im Spielaufbau hatten die Südhessen die Gastgeber in der Anfangsphase der Partie eingeladen. „Vor den ersten vier Abschlüssen von Jena haben wir vier Ballverluste. Das darf uns nicht passieren“, so Kohfeldt, dessen Mannschaftskapitän ebenfalls die „einfachen Fehlpässe“ der ersten Minuten monierte. Für den Turnaround nach den anfänglichen Schwierigkeiten sorgte der Treffer von Smit, in dessen Folge die Lilien „mehr Kontrolle und Ballbesitz“ hatten, wie nicht nur der Torschütze erkannte.

Die Effektivität: „Wir hätten das Spiel frühzeitig in unsere Richtung lenken können“, resümmierte Florian Kohfeldt angesichts der zahlreichen Chancen (siehe „Das lief gut“), die sein Team im Verlauf der ersten Halbzeit ungenutzt ließ. Ein Fazit, dem auch Milan Smit vollends zustimmen konnte: „Wir hätten in der ersten Halbzeit mehr Tore machen und das Spiel bereits entscheiden müssen.“

„Das haben wir verpasst, dadurch blieb es bis zum Ende offen“, fasste Schuhen richtigerweise zusammen, zumal sich seine Mannschaft nach der Pause keine weiteren größeren Torchancen erspielen konnte. Eine Beobachtung, die uns zu unserem abschließenden Punkt in dieser Kategorie führt: Das Offensivspiel der 2. Halbzeit.  Florian Kohfeldt: „Die zweite Halbzeit war nicht gut, weil wir die falschen Mittel gewählt haben. Wir waren tief und haben lang gespielt.“ Dadurch entwickelte sich ein eher zäher zweiter Durchgang, in dem die Lilien zwar stabil standen, nach vorne aber die Abläufe vermissen ließen, die vor der Pause zu ihren Möglichkeiten geführt hatten. Wir schließen daher mit der Gesamteinordung des Cheftrainers, der die 90 Minuten von Jena final wie folgt zusammenfasste: „Ich bin mit Teilen dieses Spiels zufrieden und froh, dass wir die zweite Runde erreicht haben.“

Zitat des Tages:

"Ich bin mit Teilen dieses Spiels zufrieden und froh, dass wir die zweite Runde erreicht haben."

Florian Kohfeldt

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