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29.08.2024 / Profis

Die SV Elversberg im Gegnercheck

Eine Eintagsfliege in der 2. Bundesliga? Von wegen. Die SV Elversberg befindet sich aktuell in ihren zweiten Zweitliga-Jahr. Und fühlt sich im deutschen Fußball-Unterhaus anscheinend pudelwohl. Der mit weniger als 15.000 Einwohnern kleinste Standort der höchsten beiden deutschen Ligen aus der Gemeinde Spiesen-Elversberg ist gekommen, um zu bleiben. In der Saison 2022/23 stieg die SVE erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in die 2. Liga auf. Schon damals sagte Präsident Dominik Holzer: „Wir sehen das nicht nur als reines Abenteuer, sondern werden mit unseren Mitteln versuchen, uns dort zu halten und zu etablieren.“

Foto: eibner Pressefoto/Jan Prihoda

Gleich in ihrer ersten Zweitliga-Saison belegte Elversberg einen soliden elften Tabellenplatz. Mit 43 gesammelten Zählern hatten die Saarländer nach 34 Spieltagen insgesamt zwölf Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz – starke Zahlen für einen absoluten Liganeuling. Und in dieser Spielzeit? Da ist die SVE mit zwei Remis in die Saison gestartet – erst ein 0:0 beim 1. FC Magdeburg, dann ein 2:2 gegen den Bundesliga-Absteiger vom 1. FC Köln. Damit sind die Elversberger besser in die Spielzeit gekommen als in ihrem ersten Zweitliga-Jahr, als sie nach vier Spieltagen erst einen Punkt auf dem Konto hatten. Im DFB-Pokal gab sich die Mannschaft aus dem Saarland derweil keine Blöße und zog mit einem souveränen 7:0-Erfolg gegen Oberligist VfV 06 Hildesheim in die zweite Pokalrunde ein. Am dritten Spieltag folgte dann die erste Saisonniederlage. So unterlag die SVE auswärts beim Karlsruher SC mit 2:3.

Wir nehmen den kommenden Gegner des SV Darmstadt 98 vor dem Duell am Samstag (31.8.) einmal genauer unter die Lupe. Die SV Elversberg im Gegnercheck.

Transferfenster

Top-Zugänge Top-Abgänge
Elias Baum (Abwehr, Eintracht Frankfurt) Jannik Rochelt (Hannover 96)
Fisnik Asllani (Angriff, TSG Hoffenheim) Thore Jacobsen (1860 München)
Lukas Petkov (Offensives Mittelfeld, FC Augsburg) Dominik Martinovic (Slaven Belupo)
Maximilian Rohr (Abwehr, SC Paderborn) Kevin Conrad (Karriereende)
Tom Zimmerschmied (Linksaußen, Dynamo Dresden) Marcel Correira (Ziel unbekannt)

Der Trainer

Horst Steffen ist ein erfahrener Fußballlehrer, der schon so einige Höhen und Tiefen in seiner Trainerlaufbahn durchlebt hat. Bevor er bei der SV Elversberg im Oktober 2018 seinen Dienst antrat, liefen seine vorangegangenen Jobs nicht gerade nach Plan. Sowohl bei Preußen Münster als auch beim Chemnitzer FC war er mangels Erfolg nach 28 bzw. 23 Partien von seinen Aufgaben entbunden worden. An der Seitenlinie der SVE aber, da läuft es für Steffen. Seit 223 Pflichtspielen sitzt der 55-Jährige dort im Sattel. „In meiner ersten Saison in Elversberg in der Regionalliga gab es zu Beginn einige Niederlagen, die nicht so toll waren“, erinnerte sich Steffen einst in einem kicker-Interview: „Ab der Winterpause hatte ich aber das Gefühl, dass es passt.“

Und es passt. Mit der SV Elversberg stieg Steffen erst 2022 in die 3. Liga und im Sommer 2023 als Drittligameister in die 2. Bundesliga auf. Damit aber nicht genug. Der Zweitliga-Neuling schaffte unter der Regie seines Cheftrainers den sofortigen Klassenerhalt. Vater des Erfolgs? Horst Steffen. Der gebürtige Nordrhein-Westfale ist der Sohn von Bernhard Steffen, der einst erfolgreich für Fortuna Düsseldorf stürmte. Als defensiver Mittelfeldspieler absolvierte Horst Steffen über 200 Bundesliga-Spiele für Uerdingen, Duisburg und Mönchengladbach. 2003 beendete er seine aktive Laufbahn, um auf die Trainerbank zu wechseln. So arbeitete Steffen fortan beim MSV Duisburg II sowie in der Jugend der Zebras und im Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach. Cheftrainer war er vor seinen Stationen in Chemnitz und Münster zudem bei den Stuttgarter Kickers.

Foto: eibner Pressefoto/Fabian Friese

Prunkstück

Das ist bei der SV Elversberg bis dato ihre Laufstärke. Die Mannen aus dem Saarland legten an den ersten Spieltagen ein Strecke von 356,2 Kilometern zurück – das macht durchschnittlich 118,7 Kilometer pro Spiel. Nur der 1. FC Köln übertriffst die Elversberger Werte – 360,7km gesamt und 120,24km im Schnitt pro Partie. Auffällig sind zudem die vielen Sprints der Saarländer während der 90 Minuten. So zog die SVE insgesamt 672-mal zum Sprint an – nur der FC Schalke 04 (677) noch fünfmal öfter.

All Eyes on ...

… Robin Fellhauer. Der defensive Mittelfeldspieler, der einst beim 1. FC Saarbrücken und SC Freiburg ausgebildet wurde, hat mit der SV Elversberg einen beeindruckenden Weg hinter sich: aus Regionalliga Südwest über die 3. Liga bis hin zum Klassenerhalt in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Seit 2019 trägt der aktuelle Kapitän der Saarländer das Trikot der SVE. Bevor Fellhauer aber in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde auf dem Rasen stand, spielte er fünf Jahre sowohl in der Jugend als auch der zweiten Mannschaft des SC Freiburg. Ohnehin ist die Familie Fellhauer beim Verein aus dem Breisgau gern gesehen: Zwillingsschwester Kim, die im Februar diesen Jahres ihre Karriere beendete, kickte zehn Jahre lang im Frauen-Team des SCF.

Mittlerweile ist der 26-jährige Fellhauer aber zum Dauerbrenner der SVE geworden. Insgesamt absolvierte er 154 Pflichtspiele im Trikot der Elversberger und erlebte mit dem Team seine erfolgreichsten Spielzeiten. Der gebürtige Mannheimer ist derweil aber weit mehr als nur der reine Abräumer im defensiven Mittelfeld. Neben elf Toren stehen auch 35 Torvorlagen in seiner Elversberger Vita. Ein Kapitän also, der mit Leidenschaft und Einsatz auf dem Platz vorangeht. Übrigens: In den ersten vier Pflichtspielen der laufenden Saison erzielte er einen Treffer im DFB-Pokal bereitete in der Liga schon wieder zwei Tore vor.

Foto: eibner Pressefoto/Jan Prihoda

Elversberger Meilensteine

  • Zweitliga-Klassenerhalt: 2023/24
  • Deutscher Drittligameister: 2022/23
  • Meister Regionalliga Südwest: 2016/17, 2021/22
  • Landespokal-Saarland-Sieger: 2008/2009, 2009/2010, 2014/2015, 2017/2018, 2019/2020, 2020/2021, 2021/2022, 2022/2023

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