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24.02.2024 / Profis

„Eine Regel, die geändert werden sollte“

Einen Punkt gesammelt. Die Lilien trennen sich im Auswärtsspiel bei Werder Bremen mit 1:1. Dabei zeigte der SV Darmstadt 98 nach zwischenzeitlichem Rückstand gute Moral und egalisierte den Führungstreffer der Grün-Weißen noch vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Südhessen weiter ordentlich und erzielten sogar zweimal den vermeintlichen Treffer zum 2:1-Auswärtssieg. Doch weil zweimal der VAR eingriff, fahren die Lilien mit einem Punkt zurück gen Heimat – statt mit drei Zählern im Gepäck. Wie ordnen die beiden Cheftrainer die Partie ein? Was sagen die Darmstädter Protagonisten? Wir haben alle Stimmen zum Spiel für Euch zusammengetragen.

Foto: SV 98
Torsten Lieberknecht:

„Leider ist es nur ein Punkt geworden. Trotzdem ist es ein Punkt, der uns weiterhin Stärke geben muss. Wir haben heute gezeigt, dass wir sehr widerstandsfähig waren – solange wir die Ordnung gehalten haben. Defensiv habe ich ein gutes Spiel von uns gesehen. Beim Gegentor schieben wir in der Kette nicht ordentlich durch. Die Entstehung ist das Problem gewesen, nicht das Eigentor an sich. In der zweiten Halbzeit wollten wir dann den Ball nicht mehr so lange halten, sondern mit ein, zwei Kontakten nach vorne spielen, um so zu Torchancen zu kommen. Dass es heute nicht zu mehr gereicht hat, lag an Millimeter-Entscheidungen.“

Zum aberkannten Treffer in der Nachspielzeit: „Den Erfinder der Handspielregel würde ich gerne einmal persönlich kennenlernen. Aber nicht heute.“

Ole Werner:

„Wir haben eine gute erste halbe Stunde gespielt, das war unsere beste Phase in diesem Spiel. Allerdings hatten wir im Torabschluss sowie im letzten Pass zu wenig Genauigkeit und nicht die nötige Konsequenz. Da haben wir zu viel liegen lassen. Nach 30 Minuten ist Darmstadt besser ins Spiel gekommen durch unsere eigenen Ungenauigkeiten. In den letzten 20 Minuten ist die Partie wild und zu offen geworden. Darmstadt hatte die beiden Möglichkeiten, die jeweils aberkannt wurden. Da hatten wir ein Stück weit Glück. Die Handspielregel ist nicht gerade geil. Mit „Absicht“ und „nicht Absicht“ könnte man deutlich mehr anfangen. Aber Ende ist es aber die Regel – zu unserem Vorteil, zum Nachteil der Darmstädter.“

Marcel Schuhen:

„Es ist unfassbar bitter. Leider ist Regel nun einmal Regel. Aber es ist eine Regel, die sicherlich geändert werden sollte. In unserer Situation ist es sicherlich brutal. Und Abseits ist leider eben auch Abseits. Aber aus emotionaler Sicht ist das heute natürlich schwierig, der Schiedsrichter hat aber alles richtig gemacht. Trotzdem können wir heute sehr viel mitnehmen. Wir hatten zu Spielbeginn Probleme, danach sind wir aber immer besser ins Spiel gekommen. Wir haben die Flügel besser bespielt und auch Abschlüsse gehabt. Später war es dann ein offenes Spiel, in dem wir auf den Lucky Punch gewartet haben. Dieser Moment war dann sogar zwei Mal da, leider wurden beide Treffer wieder einkassiert. Insgesamt hat unser Plan aber gut funktioniert, wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren sehr gut vorbereitet und haben wieder auswärts einen Punkt geholt. Auch, wenn wir natürlich lieber drei Zähler gehabt hätten.“

Tim Skarke:

„Für mich ist die Regel Quatsch, weil der Torwart mich aus kürzester Distanz anschießt, allerdings möchte ich mir die Szene erstmal selbst anschauen und mir ein Bild machen. Für uns ist es bitter, weil wir heute alles investiert haben und leider es trotzdem nicht für drei Punkte gereicht hat. Jetzt dürfen wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen weiter machen. Der Glaube ist auf jeden Fall da.“

Julian Justvan:

„Am Anfang der Partei hatten wir nicht den Zugriff, den wir uns vorgestellt hatten. Wir haben dann umgestellt, uns ein bisschen zurückgezogen und auf Fehler gelauert. Dadurch sind wir besser ins Spiel gekommen. Das Tor zum Ausgleich hat uns dann Energie gegeben. In der zweiten Halbzeit hatte Bremen zwar mehr Ballbesitz, aber wir haben insgesamt gut verteidigt und hatten auch die eine oder andere Konterchance. Das Spiel kann dann in beide Richtungen ausgehen. Wir hatten heute auf das Quäntchen Glück gehofft. Dass es dann am Ende so ausgeht, ist extrem bitter. Man kann sauer auf die Regel sein, aber nicht auf den Schiedsrichter. Auch wenn es in diesem Moment sehr emotional war. Jetzt müssen wir den Punkt mitnehmen und nach vorne blicken.“

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