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08.01.2025 / Profis

„Hat sich wie ein Neustart angefühlt“

In seiner zweiten Saison ist Fraser Hornby endlich in Darmstadt angekommen. Nachdem die Vorsaison für den Angreifer aufgrund einer Verletzung zum „schwierigsten Jahr“ der Karriere wurde, gelangen dem Angreifer in der abgelaufenen Hinrunde sechs Treffer. Wir haben mit Hornby über harte und schöne Momente gesprochen, über Tore und über den Einfluss von Florian Kohfeldt.

sv98.de: Auch wenn es bereits deine zweite Saison in Darmstadt ist, ist es aktuell dein erstes Wintertrainingslager. Wie fühlt es sich an, sich auf dem Platz mit den Jungs auf die Rückrunde vorzubereiten und nicht in der Reha für ein Comeback schuften zu müssen?

Fraser Hornby: Das fühlt sich sehr gut an. Letztes Jahr wurde ich kurz vor dem Wintertrainingslager operiert und könnte nicht nach Spanien reisen, umso schöner ist es, in diesem Jahr dabei zu sein und voller Vorfreude auf die Rückrunde zu blicken.

sv98.de.: Entsprechend ist es auch dein erstes Mal hier in El Saler…

Hornby: Die anderen haben mir alle schon erzählt, dass die Bedingungen hier wirklich gut sind. Ich habe mich darauf gefreut, nun alles selbst kennenzulernen und kann ihnen nur zustimmen. Und die letzten Wochen in Deutschland waren auch wirklich kalt, da ist es schön, nochmal in wärmere Gefilde zu kommen.

sv98.de: Dein Zimmer teilst du mit Oscar Vilhelmsson. Wird dort viel über das Stürmerdasein gesprochen?

Hornby: (lacht) Meistens unterhalten wir uns über Dinge abseits des Fußballs. Wir haben uns schnell sehr gut verstanden und sind mittlerweile Freunde geworden. Es ist schön, das Zimmer mit jemanden zu teilen, den man mag.

sv98.de: Fällt so eine Freundschaft schwerer, wenn beide Spieler auf dem Platz auch Konkurrenten sind?

Hornby: Nein, das gehört schließlich zum Fußball dazu. Er wünscht mir immer nur das Beste und umgekehrt ist es genauso.

sv98.de: Schauen wir auf deine bisherige Saison: 15 Liga-Einsätze, 6 Tore. Wie zufrieden bist du mit deiner Hinrunde?

Hornby: Relativ zufrieden. Nach dem schwierigen Vorjahr war ich zunächst einmal richtig froh darüber, gesund zu sein und auf dem Platz zu stehen. Natürlich hätte ich mir noch mehr Tore gewünscht, aber es sind zumindest einige gewesen. Und auf diesem Weg möchte ich weitermachen.

sv98.de: Auf Schalke hast du dein erstes Tor für Darmstadt erzielt. War das auch ein befreiendes Gefühl?

Hornby: Insbesondere als Stürmer wünscht man sich nach einem Wechsel, dass das erste Tor möglichst schnell gelingt. Bei mir hat das aufgrund der Verletzung eine ganze Saison lang nicht funktioniert. Deswegen hat mir dieses Tor ein sehr gutes Gefühl gegeben. Es hat sich ein wenig wie ein Neustart meiner Zeit in Darmstadt angefühlt.

Meine Familie war im Stadion, das war ein ganz besonderer Moment. Sie hatten mich im Vorjahr mit meiner Verletzung und an einem Tiefpunkt erlebt und konnten an diesem Abend live miterleben, dass sich meine harte Arbeit während der Verletzung nun auch auf dem Platz auszahlt.

Fraser Hornby

sv98.de: Richtig speziell dürfte dein Doppelpack gegen Köln gewesen sein. Deine ersten Treffer im Merck-Stadion, ein ganz besonderer Abend. Dein bislang schönster Lilien-Moment?

Hornby: Auf jeden Fall. Meine Familie war im Stadion, das war ein ganz besonderer Moment. Sie hatten mich im Vorjahr mit meiner Verletzung und an einem Tiefpunkt erlebt und konnten an diesem Abend live miterleben, dass sich meine harte Arbeit während der Verletzung nun auch auf dem Platz auszahlt.

sv98.de: Denkt man nach solchen Spielen dann auch nochmal an die eigene Leidenszeit und die viele Arbeit, die man genau für solche Tage investiert hat?

Hornby: Das vergangene Jahr war das schwierigste meiner Karriere. Es gab wirklich schwierige Momente, lange Tage, in denen ich an meiner Fitness gearbeitet habe. An solchen Tagen merkt man dann, was die ganze Arbeit wert gewesen ist.

sv98.de: In den Medien und den sozialen Netzwerken wurde auch immer wieder die Sicht der Fans auf dich thematisiert. Du hast bereits gesagt, dass du ihre Unzufriedenheit im ersten Jahr absolut verstehen konntest. Gab es nicht dennoch Momente, in den du dich gefragt hast, warum du so kritisch gesehen wurdest? Schließlich fiel eine objektive Bewertung aufgrund deiner Verletzung sehr schwer.

Hornby: Manchmal gibt es diese Gedanken schon. Aber die Leute sehen nun mal nicht, was abseits des Platzes und hinter verschlossen Türen passiert. Sie bewerten die Leistung auf dem Feld. Aber als Fußballspieler müssen wir damit umgehen. Und natürlich konnte ich sie alle verstehen, weil ich selbst total frustriert war. Aber es fühlt sich nun so an, als hätte sich diese Sicht auch komplett verändert und das freut mich ungemein.

sv98.de: Einer, der dich sehr schnell gelobt und dir vertraut hat, ist Florian Kohfeldt. Wie groß ist sein Einfluss auf deine gezeigten Leistungen?

Hornby: Enorm. Als er kam, hatten wir direkt ein sehr gutes Gespräch und er hat mir die Zeit gegeben, wieder zu alter Stärke zu finden. Dafür bin ich sehr dankbar und ich bin froh, dass ich ihm in der Hinrunde etwas zurückgeben konnte.

sv98.de: Er hebt auch immer wieder die Dinge hervor, die bei einem Stürmer oft nicht so hoch bewertet werden. Insbesondere dein Anlaufverhalten. Was genau möchte er von dir sehen?

Hornby: Er möchte von allen Spielern eine sehr hohe Energie sehen und ein hohes Pressingverhalten. Das hat schon immer zu meinem Spiel gehört, deswegen passt dieser Stil gut zu mir. Auch das System mit einem Stürmer an meiner Seite gefällt mir.

sv98.,de: Der SV 98 hat in der Hinrunde 24 Punkte gesammelt und steht damit in einer insgesamt relativ engen Liga auf Platz zehn. Wie geht Ihr in Rückrunde, was habt Ihr euch für die zweite Halbserie vorgenommen?  

Jeder einzelne Spieler in dieser Mannschaft möchte besser werden und dazulernen. Das ist eine sehr gute Einstellung. Auch deshalb sind wir mittlerweile auf einem guten Weg, den wir in der Rückrunde fortsetzen möchten. Wir sind eine ambitionierte Truppe und haben gezeigt, dass wir jeden Gegner in dieser Liga schlagen können. Aber es bringt nichts, mit den Gedanken zu weit nach vorne zu schweifen. Wir gehen weiterhin eine Woche nach der anderen an und wollen uns ständig verbessern.

sv98.de: Ehrgeizig und lernwillig könnte man auch auf das Lernen einer neuen Sprache beziehen. Wie läuft es mit deinem Deutsch?

Hornby: Viel besser. (lacht) Es ist wirklich eine schwere Sprache, aber ich verstehe mittlerweile wirklich viel, das Sprechen fällt mir noch schwerer. Aber irgendwann werden wir auch ein Interview komplett auf Deutsch führen können. Wichtig ist, dass ich mittlerweile nahezu alles verstehe, was in den Meetings besprochen wird.

sv98.de: Zum Abschluss: Bis Sonntag seid ihr noch hier im Trainingslager. Woran wollt ihr als Team arbeiten, um danach bestmöglich vorbereitet nach Düsseldorf fahren zu können?

Hornby: An unseren Prinzipien und der Art unseres Fußballs weiterarbeiten. Umso häufiger du etwas trainierst, desto selbstverständlicher wird es am Spieltag selbst. Wir haben schon große Fortschritte gemacht in den vergangen Wochen, daran wollen wir anknüpfen.

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