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05.01.2024 / Profis

Holstein Kiel im Gegnercheck

Zum Abschluss der Trainingswoche in El Saler bestreiten die Lilien am Samstag (6.1./13 Uhr im Livestream auf dem YouTube Kanal des SV 98) ein Testspiel gegen den Zweitliga-Herbstmeister Holstein Kiel. Für die Darmstädter ist es ein letzter Test vor dem letzte Hinrundenspiel gegen Borussia Dortmund (13.1./18.30 Uhr) einsteigt. Bevor im spanischen Oliva Nova zwischen den Südhessen und den Störchen der Ball rollt, werfen wir einen kurzen Blick auf den Gegner aus dem Norden.

Torjubel Holstein Kiel nach Tor zum 1:0 per Elfmeter Steven Skrzybski (Holstein Kiel)
Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Der Verein aus dem Norden. Holstein Kiel. Ein ambitionierter Zweitliga-Verein, der Stand jetzt wohl davon träumen darf, in der kommenden Saison endlich Bundesliga-Luft zu schnuppern. Nach dem Fast-Aufstieg 2021 des Teams vom damaligen Coach Ole Werner hatten sich die Störche in den folgenden Spielzeiten mit ihrem neuen Trainer Marcel Rapp mit den Endplatzierungen neun und acht im Mittelfeld der 2. Bundesliga eingenistet. Im vergangenen Sommer stand dann auch noch der XXL-Umbruch an, bei dem nahezu die komplette Mannschaft ausgetauscht wurde. Mit den Fußball-Großkalibern wie dem Hamburger SV, Hertha BSC oder Schalke 04 in einer Liga überraschen die Störche und trumpfen auf: Holstein Kiel ist Herbstmeister der 2. Bundesliga und spielte die beste Zweitliga-Hinrunde der Klub-Geschichte.

Bisheriger Saisonverlauf

Durch den 3:0-Erfolg gegen Hannover 96 im letzten Hinrundenspiel kürte sich Holstein Kiel mit 35 Punkten zum verdienten Zweitliga-Herbstmeister. Damit lief es für die Störche noch besser als bei den Fast-Aufstiegen 2018 und 2021. „Wir stehen oben in der Tabelle, weil wir so spielen, wie wir spielen“, erklärte Trainer Marcel Rapp gegenüber bundesliga.de. „Grundsätzlich ist es bei uns so, dass die Jungs genau wissen, was sie zu tun haben.“ Trotz der im Sommer neu zusammengesetzten Gruppe bildete die Kieler Mannschaft von Beginn an eine Einheit auf und neben dem Platz. Mit insgesamt nur vier Niederlagen, der auswärtsstärksten Bilanz aller Zweitligisten und fünf Siegen in Folge zum Jahresausklang findet sich die Mannschaft aus dem Norden auf dem 1. Platz der Tabelle wieder. Lediglich gegen St. Pauli, die Alte Dame aus Berlin, den 1. FC Nürnberg und den 1. FC Magdeburg musste sich Rapp mit seiner Mannschaft geschlagen geben.

Im Schnitt schießen die Störche 1,9 Tore pro Spiel, kassieren aber auch 1,4 Gegentore pro Partie. Dennoch ist der Mix aus Kadertiefe, Top-Torjägern und Routiniers das Prunkstück der Mannschaft. Das Sturmduo um Steven Skrzybski (fünf Treffer) und Benedikt Pichler (sieben Treffer) wird durch Fiete Arp unterstützt, der ebenfalls fünf Treffer, gleich vier davon in den vergangenen vier Spielen, verbuchen kann. Mit Tom Rothe, einem 19-jährigen Linksfuß, ausgeliehen von Borussia Dortmund, hat Rapp zudem einen Spieler gewonnen, der entweder links in der Viererkette oder als alleinverantwortlicher Schienenspieler ein Stück vor der Dreierabwehr spielen kann. Mit fünf Vorlagen gehört er mit Routinier Lewis Holtby zu den besten Vorbereitern innerhalb der Kieler Mannschaft. Holtby ist mit 33 Jahren der älteste Spieler unter den Störchen. Bei ebenfalls zwei Toren und fünf Assists fehlen ihm nur noch zwei Torbeteiligungen, um so viele Scorerpunkte zu sammeln wie in den beiden vergangenen Spielzeiten zusammen.

Insgesamt also eine stimmige Momentaufnahme der Kieler, die möglicherweise im Sommer dazu führen könnte, dass die Störche erstmals in Richtung Bundesliga fliegen!? 

Offensiv-Power

Top-Torschützen Top-Vorlagengeber
Benedikt Pichler (7 Treffer) Tom Rothe (5 Vorlagen)
Steven Skrzybski (5 Treffer) Lewis Holtby (5 Vorlagen)
Fiete Arp (5 Treffer) Finn Porath (5 Vorlagen)

Der Trainer

Wenig später nach dem in der Relegation knapp verpassten Aufstieg wechselte Holstein-Trainer Ole Werner an die Weser zu Werder Bremen. Dementsprechend gab es in Kiel ein Amt neu zu vergeben und Marcel Rapp wurde zum neuen Störche-Cheftrainer ernannt. Seit dem Duell gegen Hansa Rostock (22.10.2023) ist er der Coach, der für die Kieler Sportvereinigung in der 2. Bundesliga am häufigsten auf der Trainerbank Platz genommen hat. Es scheint, als fühle sich der 44-jährige Pforzheimer mit samt seiner Familie sehr wohl im Norden von Deutschland. Schließlich verlängerte er seinen Vertrag erst vor kurzem bis 2026. Zuvor verbrachte er seine gesamte Trainerkarriere nahe der Heimat in Hoffenheim bei der TSG.

Rapps Handschrift zeichnet sich durch eine klare Spielidee aus. Nicht zu komplex, dafür klar soll sie sein. Für ihn liegt das Besondere im Fußball in der Einfachheit. „Fußball ist ein einfaches Spiel. Bei mir ist die Idee, dass wir auf dem Feld in bestimmten Zonen Überzahlsituationen kreieren, durch die wir uns dann von einer Ebene in die nächste spielen“, erklärte er in einem Interview des Vereins. Gleichzeitig legt er großen Wert darauf, dass sein Team als geschlossene und einheitliche Gruppe auf den Platz tritt, was sich besonders in der aktuellen 2. Bundesliga-Saison positiv für die Störche auswirkt. Folgt Rapp einem bestimmten Trainer-Vorbild? Mal angenommen, er könnte bei einem anderen Coach hospitieren, er würde diesen wählen, wie er in einem vereinsinternen Interview verriet: „Marcelo Bielsa, den Nationaltrainer von Uruguay.“

Marcel Rapp (Holstein Kiel, Trainer) im Interview bei Sky Sport.
Foto: Eibner-Pressefoto/Thomas Haesler

Die Bilanz der Lilien gegen Kiel

Spiele Siege Unentschiede Niederlagen Tore
Heim 7 3 2 2 11:10
Auswärts 8 3 4 1 13:9
Gesamt 15 6 6 3 24:19

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