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12.12.2022 / Profis

Unter der Lupe: BSC Young Boys

Am Samstag (17.12) empfängt der SV 98 den BSC Young Boys im Merck-Stadion zum Böllenfalltor. Wir haben vor dem Eröffnungsspiel die Lupe auf unsere Freunde aus der Schweiz gelegt und einige Infos für Euch zusammengetragen.

Foto: BSC Young Boys

Saisonverlauf: Die Young Boys spielen bislang eine beeindruckende Runde in der Schweizer Super League. Nach 16 von 36 Spieltagen grüßen die Berner als souveräner Tabellenführer von der Spitze. 35 Zähler sammelte der BSC bis dato, neben 10 Siegen und fünf Unentschieden ist nur eine einzige Niederlage notiert, im heimischen Wankdorf ist das Team ungeschlagen. Zudem stellt die Mannschaft von Cheftrainer Raphael Wicky mit 35 Treffern die beste Offensive und bei nur 9 Gegentoren die stärkste Defensive. Der zwischenzeitliche Serienmeister (vier Titel in Folge von 2018 bis 2021) scheint nach dem dritten Tabellenplatz im Vorjahr zurück in die absolute Erfolgsspur gefunden zu haben. Ein kleiner Wermutstropfen war alleine das Ausscheiden in der Qualifikation zur Europa Conference League, in der man denkbar knapp im Elfmeterschießen am RSC Anderlecht scheiterte. Bester Torschützer der Schweizer ist Jean-Pierre Nsame, der mit seinen neun Treffern aktuell auch der führende der ligaweiten Torschützenliste ist.

Spieler im Blickpunkt: Neben Nsame verkörpern insbesondere die Mittelfeldspieler Fabian Rieder und Christian Fassnacht die große Qualität im YB-Kader. Beide Akteure standen auch im WM-Kader der Schweiz und sammelten Spielminuten. Insbesondere Rieder gilt mit seinen erst 20 Jahren als eines der aktuell größten Schweizer Talente. Mit Kastriot Imeri steht ein weiterer junger Spieler im Blickpunkt, bei seinem Wechsel aus Genf nach Bern im vergangenen Sommer zahlte YB eine neue Rekordsumme für einen Wechsel eines Spielers innerhalb der Super League. Kapitän der Berner ist Fabian Lustenberger, der in seiner Karriere mehr als 300 Pflichtspiele für Hertha BSC absolvierte und daher auch den Fußballfans in Deutschland ein Begriff ist.

Der Trainer: Ähnlich wie Lustenberger verfügt auch der YB-Cheftrainer über einen deutschlandweit bekannten Namen. Raphael Wicky war von 1997 bis 2000 als Spieler beim SV Werder Bremen aktiv, von 2001 bis 2007 trug er für das Trikot des Hamburger SV. Den Trainerjob beim BSC hat der 75-malige Nationalspieler seit diesem Sommer inne.

Historie: Als offizielles Gründungsjahr gilt sowohl für die Lilien als auch für die Young Boys das Jahr 1898. Im Jahr 1897 lernten die Brüder Max und Oskar Schwab an der Universität Bern Hermann Bauer und Franz Kehrli kennen. Da den vier Gymnasiasten ein Gastspiel des Basler Vereins Old Boys gegen den FC Bern großen Eindruck gemacht hatte, gründeten sie am 14. März 1898 einen Fußballclub unter dem Namen FC Young Boys. Die vier übernahmen auch die Vereinsfarben Gelb und Schwarz. Im Jahre 1925 wurde der Vereinsname von FC Young Boys in Berner Sport Club Young Boys geändert, da der Verein nun auch eine Boccia-Sektion besaß. Heute zählt der Verein rund 18.000 Mitglieder. In seiner Historie feierte YB bislang 15 Schweizer Meisterschaften und 7 Cupsiege. 1959 erreichten die Berner das Halbfinale des Europapokals der Landesmeister. Seit 1925 tragen die Young Boys ihre Heimspiel im Stadion Wankdorf aus. Dieses wurde 2001 abgerissen und durch das 2005 fertiggestellte Stade de Suisse ersetzt, das seit dem 1. Juli 2020 ebenfalls den traditionsreichen Namen Wankdorf trägt.

Lilien & YB: David Wagner hat sowohl eine Lilien- als auch eine YB-Vergangenheit. In den Jahren 1999 bis 2002 absolvierte er 76 Spiele für Darmstadt und erzielte dabei 21 Tore. Für den BSC Young Boys stand David Wagner 2021 bis 2022 als Trainer an der Seitenlinie. Auch Ante Markovic hat sowohl eine Berner als auch eine Darmstädter Vergangenheit. Zwölf Spiele absolvierte er dabei für YB, wechselte dann nach Südhessen und lief elf Mal für die Lilien auf.

Bisherige Spiele: Besonders oft traten YB und Lilien bislang nicht gegeneinander an. Ein Spiel beider Profimannschaften fand überhaupt erst einmal statt. Das Testspiel am 12.02.2001 im Trainingslager im spanischen Chiclana de la Frontera endete mit 2:2.

Freundschaftsspiele der Fanszenen: Hier gab es schon das ein oder andere Aufeinandertreffen, Ergebnisse sind allerdings nicht immer überliefert. Zuletzt traf eine Fanauswahl des SVD auf eine Auswahl von Urban Squad am 23. August 2020 im Wankdorf Stadion. Das Spiel entschieden die Lilien nach Elfmeterschießen für sich. Die „offizielle“ vorangegangene Begegnung unserer Zwoten gegen Urban Squad I entschieden unsere Berner Freunde mit 3:1 für sich.

Fanszene: Die YB-Fans sind landesweit für ihre Reisefreudigkeit, besondere Heimspiel-Atmosphäre, und kreative Choreografien bekannt. Fußball in der Schweiz war aber nicht immer so populär, wie in Deutschland oder Italien. Die Fanszenen und -kurven entwickelten sich in den 80er und 90er Jahren allerdings immer weiter, auch wenn in der zweiten genannten Dekade in Bern eher Tristesse herrschte. Es gab relativ wenige Fans und die lange Zeit ohne Titelgewinn hatte starke Auswirkungen auf die Fanszene. Nach dem Abriss des alten Wankdorfs und der Übergangsphase im Stadion Neufeld, gab es immer mehr Gruppen, die sich schlussendlich im neuen Stadion Wankdorf im Sektor D, dem Ostkurve Unterrang zur „Ostkurve Bern“ zusammenschlossen. Dieser Dachverband ist bis heute tonangebend bei den YB-Spielen, unterstützt vom zweiten großen Fan-Zusammenschluss „gäubschwarzsüchtig“. In der Ostkurve sind die älteste aktive Gruppe die „Schurken Bern“. Weitere Gruppierungen sind die Amici, Maniacs, Wankdorf Supporters und Berner Kanonen, sowie viele weitern Fanclubs und kleineren Gruppierungen und Zusammenschlüsse. Dazu kommt der Urban Squad Bern, dessen Logo und Zaunfahne vielen Lilienfans bekannt sein dürfte. Diese Gruppe besteht seit 2008 und pflegt seitdem eine innige Freundschaft zu den Darmstädter Gruppen Usual Suspects und Ultrà de lis, sowie mit vielen weiteren Personen aus der Darmstädter Fanszene. Auch in Bern ist die Freundschaft nicht nur auf den Urban Squad begrenzt, sondern geht durch die gesamte Fanlandschaft der „Gäubschwarzen“. Den Podcast zur Freundschaft beider Fanszenen findet Ihr hier.

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