Widget
18.12.2025 / Profis

Der SC Paderborn 07 im Gegnercheck

Die Flutlichter werfen lange Schatten auf das frisch gemähte Grün, die Fans in Schwarz-Blau fiebern erwartungsvoll dem Anpfiff entgegen. Im Stadion spiegelt sich nicht nur die Energie des Spiels wieder, sondern auch die Erinnerung an einen Weg, den dieser Verein gemeinsam mit seiner Stadt gegangen ist – von bescheidenen Anfängen bis in die 2. Bundesliga.

Sc Paderborn jubelt im heimischen Stadion
Foto: DFL/Getty Images/Oliver Hardt

Die Ursprünge des SC Paderborn 07 gehen auf eine Fusion im Jahr 1985 zurück, als der SV 07/10 Schloß Neuhaus und der FC Paderborn ihre Kräfte bündelten – eine Entscheidung, die damals für viele undenkbar schien, heute aber als Grundstein des heutigen Vereins gilt. In der ersten Saison nach der Fusion dominierten Leidenschaft und Kampfgeist: Die Vizemeisterschaft in der Oberliga und ein denkwürdiger DFB-Pokal-Auftritt gegen Borussia Dortmund blieben in Erinnerung. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu Höhen und Tiefen – darunter der Aufstieg in die neue Regionalliga, Rückschläge wie der Abstieg am letzten Spieltag, aber auch große Erfolge wie der direkte Wiederaufstieg und mehrfacher Landes-Pokalerfolg. Entscheidend war dabei immer eines: Die kontinuierliche Entwicklung und der Wille, etwas aufzubauen.

Im neuen Jahrtausend setzte der SCP 07 seinen Weg in die Profiligen fort. Nach Jahren der Stabilisierung gelang 2005 der langersehnte Sprung in die 2. Bundesliga, was in der Region große Begeisterung auslöste und den Verein auf eine neue Stufe hob. Es folgten Spielzeiten mit packenden Duellen, Relegationsspielen und schließlich der erstmalige Aufstieg in der Saison 2013/14 in die Bundesliga – ein absoluter Höhepunkt für den Verein und seine Fans. Doch Fußball ist ein Spiel der Extreme: Nach dem Höhenflug kam auch der sportliche Abstieg, der den SCP 07 zeitweise sogar bis in die 3. Liga führte. Doch anstatt zu resignieren, nutzte der SCP diese Phase für einen Neuanfang und entwickelte sich weiter.

Gegenwart. Die Paderborner stehen aktuell mit 32 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Den Gegner für das letzte Spiel der Hinrunde haben wir im Gegnercheck genauer unter die Lupe genommen.

TOP SCORER - POKAL & LIGA

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Filip Bilbija – 8 Tore Mika Baur – 5 Assists
Laurin Curda – 5 Tore  Raphael Obermair – 2 Assists
Mika Baur – 2 Tore Sebastian Klaas – 2 Assists
Stefano Marino – 1 Tor Laurin Curda – 2 Assists
Sven Michel – 1 Tor Ruben Müller – 2 Assists

 

Der Trainer

Ralf Kettemann (Cheftrainer, SC Paderborn 07) vor dem Spiel

Ralf Kettemann

Cheftrainer des SC Paderborn 07
  • Geburtstdatum (Alter): 20.08.1986 (39)
  • Geburtsort: Crailsheim
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: 01.07.2025
  • Vorherige Trainerstationen: Karlsruher SC, TSG Hoffenheim, TSV Ilshofen

Prunkstück

Der SC Paderborn 07 überzeugte in dieser Saison vor allem mit seiner enormen Kopfballstärke. Mit acht erzielten Kopfballtoren sind sie ligaweit das gefährlichste Team in der Luft. Diese Stärke spiegelt sich auch im Abschlussverhalten wieder: 60 Torschüsse per Kopf bedeuten den Ligabestwert und unterstreichen die permanente Präsenz und Durchschlagskraft des SCP bei hohen Bällen.

All Eyes on ...

Manchmal sind es die kleinen Zeichen, die am meisten über einen Menschen erzählen. Ein Tattoo, unscheinbar für Außenstehende, aber voller Bedeutung für den, der es trägt. Das Peter-Pan-Motiv auf der Haut von Felix Götze ist genauso ein Zeichen. Es steht für ein gemeinsames Verständnis unter Brüdern, für Erinnerungen, die bis in die Kindheit zurückreichen. „Mit Peters Motto ›Never grow up‹ (Werde niemals erwachsen!) haben wir uns damals schon sehr verbunden gefühlt – und tun es auch heute noch“, erzählt der Innenverteidiger des SC Paderborn auf den vereinseigenen Medien. Das sei eine innere Devise unter den Brüdern. Diese Neugier, Leichtigkeit und Freude – trotz wachsender Erwartungen – begleiten Felix Götze bis heute. Sie helfen ihm, in Momenten des Drucks einen klaren Kopf zu behalten und erinnern ihn daran, warum er diesen Weg überhaupt eingeschlagen hat. Fußball war für ihn nie nur Leistung oder Karriere, sondern immer auch ein Spiel: Ein Ort, an dem Leidenschaft und Freiheit zusammenkommen.

Geboren am 11. Februar 1998 in Dortmund, wächst Felix Götze in einem Umfeld auf, in dem Fußball allgegenwärtig ist. Schon früh zieht es ihn auf den Platz. Seine ersten Schritte im organisierten Fußball macht er beim Hombrucher SV, wo Talent und Spielverständnis schnell auffallen. Es dauert nicht lange, bis größere Vereine aufmerksam werden – und so folgt schließlich der Wechsel in die Jugend von Borussia Dortmund. Dort lernt er früh, was es bedeutet, sich im leistungsorientierten Nachwuchsfußball zu behaupten: tägliches Training, harte Konkurrenz und Disziplin.

Im Jahr 2014 öffnet sich die nächste Tür. Felix wechselt zum FC Bayern München. In der Nachwuchsabteilung des Rekordmeisters entwickelt er sich sportlich wie mental weiter. Die Jahre in München sind geprägt von intensiver Ausbildung, einer hohen Erwartungshaltung und der Erfahrung, sich jeden Tag neu beweisen zu müssen. Einsatzzeiten bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern in der Regionalliga bringen ihm wichtige Spielpraxis – und vermitteln ihm ein Gefühl dafür, was es heißt, Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen.

Der Schritt in den Profifußball erfolgt 2018 mit dem Wechsel zum FC Augsburg. Zum ersten Mal atmet er Bundesliga-Luft, zum ersten Mal steht er auf der großen Bühne. Es ist ein Abschnitt voller Lernprozesse: neue Geschwindigkeit, neue Intensität, neue Rollen. Um regelmäßig zu spielen und sich weiterzuentwickeln, entscheidet sich Felix Götze anschließend bewusst für den Weg über eine Leihe zum 1. FC Kaiserslautern. Auf dem Betzenberg erlebt er Fußball in seiner emotionalsten Form – laut, leidenschaftlich, fordernd. Ein weiterer wichtiger Schritt folgt schließlich bei Rot-Weiss Essen. Zunächst ausgeliehen, später fest verpflichtet, findet Götze dort Konstanz und Vertrauen. Er wird zum Stammspieler, übernimmt Verantwortung und wächst zunehmend in eine Führungsrolle hinein. Seine Leistungen zeigen, dass er nicht nur mitspielen, sondern ein Team aktiv mittragen kann.

Seit dem Sommer 2024 steht Felix Götze beim SC Paderborn 07 unter Vertrag. In der 2. Bundesliga hat er sich schnell als feste Größe etabliert – nicht nur durch seine Präsenz in der Defensive, sondern auch durch seine Persönlichkeit. Das ihm übertragene Kapitänsamt ist ein Ausdruck von Vertrauen und Anerkennung. Es zeigt, dass aus dem talentierten Nachwuchsspieler längst ein Führungsspieler geworden ist.

Felix Goetze (SC Paderborn 07, #20) im Zweikampf mit Marvin Wanitzek (Karlsruher SC, #10),
Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Blick in die Paderborn-Vitrine

  • Landespokal-Westfalen-Sieger: 17/18, 16/17, 03/04, 01/02, 00/01, 99/00, 95/96, 93/94, 84/85

Ähnliche Artikel

Alle anzeigen
Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Hannover-Spiel
27.08.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Hannover-Spiel

Am Sonntag (30.8.) geht es für die Lilien in der Liga weiter. Der Gast? Hannover 96! Gegen kein Team verloren die 96er in der 2. Bundesliga häufiger als gegen den SV 98. Alle weiteren Zahlen und Fakten rund um die Partie gibt es hier.

Das Gefühl des Sieges
24.08.2026

Das Gefühl des Sieges

Es war ein hartes Stück Arbeit, das der SV 98 in Jena schlussendlich erfolgreich erledigen konnte. Das 2:1 in der ersten Runde des DFB-Pokals sorgte nicht nur für das Weiterkommen in diesem Wettbewerb, sondern auch für des ersehnte Gefühl des Sieges. Unsere Analyse zum Erfolg.

Maglica wechselt in die Türkei
24.08.2026

Maglica wechselt in die Türkei

Nach insgesamt 81 Pflichtspielen endet die Zeit von Matej Maglica bei den Lilien. Der 27-jährige Innenverteidiger wechselt zum türkischen Erstligisten Kocaelispor.

„Pokalfight, den wir angenommen und gewonnen haben“
23.08.2026

„Pokalfight, den wir angenommen und gewonnen haben“

Die Lilien erreichen nach einem Pokalfight in Jena die zweite Runde. Wir haben für Euch die Stimmen nach der Partie zusammengefasst.

Lilien erreichen 2. Pokalrunde
23.08.2026

Lilien erreichen 2. Pokalrunde

Der SV 98 hat das Ticket für die nächste Runde im DFB-Pokal gelöst. Die Lilien siegten beim FC Carl Zeiss Jena mit 2:1 (2:1). Milan Smit (11.) und Lance Duijvestijn (41.) sorgten für den Sieg gegen den Regionalligisten.

Startelfdebüt für Merx
23.08.2026

Startelfdebüt für Merx

Pokalmodus für die Lilien. In der ersten Runde des DFB-Pokals gastiert der SV 98 beim FC Carl Zeiss Jena (23.8./15.30 Uhr). Gegenüber der Partie in Dresden verändert Florian Kohfeldt seine Anfangsformation auf zwei Positionen. Manolo Merx beginnt für Yosuke Furukawa, Raoul Petretta startet anstelle von Florian Kleinhansl. Hiroki Akiyama fehlt nach einem krankheitsbedingten Rückfall im Kader.

Matchday kompakt: Alle Infos zum Jena-Spiel
22.08.2026

Matchday kompakt: Alle Infos zum Jena-Spiel

Der Pokal ruft! Am Sonntag (23.8./15.30 Uhr) treten die Lilien in der ersten Runde des DFB-Pokals an. Die Reise führt in die ad hoc arena im Ernst-Abbe-Sportfeld in der thüringischen Lichtstadt Jena. Was sagen die beiden Cheftrainer vor dem Anpfiff? Wer leitet die Partie? Und wo könnt Ihr das Duell verfolgen? Alle wichtigen Infos zum Spiel gegen Carl Zeiss Jena haben wir Euch wie gewohnt in „Matchday kompakt“ zusammengetragen.

„Ich liebe diesen Wettbewerb“
21.08.2026

„Ich liebe diesen Wettbewerb“

Vor dem Pokalspiel beim FC Carl Zeiss Jena (23.8., 15:30 Uhr) stand Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz den anwesenden Journalisten Rede und Antwort. Wir haben die wichtigsten Aussagen des Lilien-Coaches vor der ersten Runde des DFB-Pokals für Euch zusammengefasst.

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Jena-Spiel
20.08.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Jena-Spiel

Am Sonntag steht für den SVD beim FC Carl Zeiss Jena die erste Runde der DFB-Pokal-Saison 2026/27 an. Es wartet das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams in diesem Wettbewerb. Alle weiteren Zahlen und Fakten rund um die Partie gibt es hier.

Jena im Gegnercheck
19.08.2026

Jena im Gegnercheck

Das Flutlicht strahlt über den Rasen des Düsseldorfer Rheinstadions, als die Spieler des FC Carl Zeiss Jena am 13. Mai 1981 den Platz betreten. Hinter ihnen liegt eine Europapokalreise, die längst Fußballgeschichte geschrieben hat: AS Rom, der FC Valencia, Newport County und Benfica Lissabon hat die Mannschaft von Trainer Hans Meyer auf ihrem Weg durch den Europapokal der Pokalsieger hinter sich gelassen. Nun fehlen nur noch 90 Minuten zum ganz großen Triumph. Auf der anderen Seite wartet Dinamo Tiflis. Es ist der größte europäische Abend der Jenaer Vereinsgeschichte – und auch wenn er mit einer 1:2-Niederlage endet, bleibt diese außergewöhnliche Reise bis heute untrennbar mit dem FC Carl Zeiss Jena verbunden.

Nicht zwingend genug
17.08.2026

Nicht zwingend genug

Keine Punkte in Dresden. In einer chancenarmen Partie unterlagen die Lilien der SG Dynamo Dresden mit 0:1. In unserer Analyse blicken wir noch einmal auf die 90 Minuten zurück.

„Ein verdienter Sieg für Dynamo“
16.08.2026

„Ein verdienter Sieg für Dynamo“

Die Lilien verlieren ihr erstes Auswärtsspiel der neuen Saison. Wir haben die Stimmen zum Spiel für Euch zusammengefasst.