“Ich freu mich, wenn man mich Straßenfußballer nennt“, sind die Worte von Yassine Bouchama, der mittlerweile seit vier Jahren für Preußen Münster aktiv ist. Sein Weg in den Profifußball führte allerdings über viele Hürden. Als Kind ist der mittlerweile 28-jährige in Essen auf dem Bolzplatz groß geworden und in der Ober- und Regionalliga zum Fußballer herangereift, doch wirklich glücklich machten ihn seine Stationen nie. Unter anderem bei Phönix Lübeck lief Bouchama auf, aber lediglich für sechs Spiele. Denn der Wohlfühlfaktor spielt für ihn nämlich eine große Rolle. So groß, dass er deshalb bereits Anfang 20 über ein Karriereende nachdachte, wie er im Podcast „Preußen Privat“ preisgab.
Nach seinem Abgang bei Phönix Lübeck 2021 setzte er sich selbst für das Folgejahr ein Ultimatum: „Hätte ich da nichts bekommen, hätte ich mit dem Fußball aufgehört.“ Doch der gebürtige Essener bekam ein Angebot. Über den VfB Homberg fand er seinen Weg zu den Preußen. Klar kommuniziert wurde ihm, dass er im Team nicht die erste Wahl sei, die Chance konnte sich der ehrgeizige Straßenkicker trotzdem nicht entgehen lassen.
Und das hat sich gelohnt: Vier Jahre später ist Bouchama zu einem Stammspieler geworden und kommt auf 110 Einsätze mit dem Adler auf der Brust – und das auf verschiedensten Positionen. Allein in der aktuellen Saison fand man ihn in fast jeder Rolle im Mittelfeld wieder, vornehmlich kommt er über das rechte Mittelfeld, aber auch auf der Acht oder der Zehn sowie auf Linksaußen zeigte er, was er kann. Das ist die „Malocher-Mentalität“ des Jungen aus dem Ruhrgebiet. Alles kein Problem für Bouchama, der entscheidende Faktor für ihn ist, dass er sich wohlfühlt und das tut er offenbar in Münster. In bester „Münster-Manier“ verriet er auch: „Im Sommer komm ich mit dem Fahrrad zum Training.“