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04.05.2026 / Profis

Enttäuschung & Stolz

Das 1:2 der Lilien beim Karlsruher SC beendete auch die letzten theoretischen Chancen der Südhessen, die Spielzeit doch noch auf einem der ersten drei Plätze abzuschließen. Und die Niederlage im Wildpark diente ein wenig als Symbolbild für die vergangenen Wochen, in denen der SV 98 seit der Länderspielpause im März nur noch einen Punkt aus fünf Partien sammeln konnte. Im Anschluss an die Begegnung am Sonntagnachmittag traten die Darmstädter Protagonisten mit gemischten Gefühlen vor den anwesenden Medienvertreter.

Foto: Jana Delp

Verpasste Halbzeit-Führung

Bereits wenige Minuten nach dem Schlusspfiff stand Paul Fernie im TV-Interview bei SKY vor der Herausforderung, die aktuelle Phase in den Gesamtkontext der bisherigen Spielzeit einzuordnen: „Die Saison müssen wir insgesamt als eine erfolgreiche bewerten. Aber natürlich hatten wir eine Formschwäche seit der Länderspielpause im März und damit im falschen Moment“, bilanzierte der 39-Jährige und ergänzte mit Blick auf das lange Warten auf einen Sieg in der Fremde: „Mit dieser Auswärtsbilanz stehst du zurecht nicht ganz oben.“

Dabei hätten die Lilien auch die Partie beim KSC durchaus auf ihre Seite ziehen können. Insbesondere in der ersten Halbzeit kontrollierte der SV 98 trotz großer Personalsorgen das Spielgeschehen und verpasste in mehreren Momenten einen Führungstreffer. „“Wir wurden am Leben gelassen, nennen wir es mal so“, resümierte ein ehrlicher KSC-Cheftrainer Eichner mit Blick auf die Großchancen von Marco Richter, Hiroki Akiyama und einer zumindest sehr diskussionswürdigen Strafraumszene, in der Isac Lidberg von Karlsruhes Keeper Bernat zu Fall gebracht wurde. Unisono sprachen daher alle Darmstädter davon, dass eine Führung zur Halbzeitpause nicht nur möglich, sondern nahezu zwingend erforderlich gewesen wäre. Dennoch ging es torlos in die Kabinen.

"Sinnbild der vergangenen Wochen"

Nach der Pause wurden die Gastgeber stärker und der SV 98, bei dem viele Spieler auf ungewohnten Positionen agieren mussten, sah sich nach einer knappen Stunde mit einem Rückstand konfrontiert. Die Antwort der Lilien in Form des Ausgleichtreffers von Isac Lidberg (16. Saisontor) war dann ein erneuter Beweis für den Charakter der Südhessen. „Ich ziehe alle Hüte davor, dass wir nach dem 0:1 noch einmal zurückgekommen sind“, so Kohfeldt, der „das Herz“ seiner Mannschaft hervorhob und dann dennoch mitansehen musste, wie der KSC kurz vor Spielende auf die Siegerstraße einbog. „Wir haben alles gegeben, jeder hat sich reingehauen, aber auch heute hat es leider nicht gereicht. Das ist ein Sinnbild der vergangenen Wochen“, stöhnte Kai Klefisch nach der Partie, ohne sich seinen generellen Blick auf die bisherige Saison durch die jüngsten Ergebnisse verschleiern zu lassen: „Die Enttäuschung über die vergangenen Wochen ist groß. Dennoch haben wir insgesamt eine Top-Saison gespielt. Und es bleiben noch zwei Spiele, in denen wir alles raushauen und uns das Glück wieder erarbeiten wollen.“

Auch Teamkollege Raoul Petretta richtete den Blick auf die beiden verbleibenden Partien: „Wichtig ist es, die Saison positiv abzuschließen. Wir wollen für alle Fans, für alle im Verein und natürlich für uns selbst noch Spiele gewinnen.“

"Wollen unbedingt Fünfter bleiben"

Mit 51 Punkten stehen die Lilien nach 32. Spieltagen auf dem fünften Tabellenplatz. „Dort wollen wir auch unbedingt bleiben“, betonte Kohfeldt mit Blick auf den bestehenden Vorsprung von drei Zählern auf den Tabellensechsten Hertha BSC. „Wenn wir am Ende der Saison im oberen Drittel stehen, dann ist es auch tabellarisch eine Top-Saison.“

Mit ebendieser Mischung aus Enttäuschung über die vergangenen Wochen und Stolz auf die gesamte Saison gehen die Darmstädter in die verbleibenden beiden Spiele in Münster und gegen den SC Paderborn. Und bereits am Sonntagnachmittag wurde deutlich: Die Lilien werden alles tun, um diese Spielzeit mit Erfolgserlebnissen zu beenden. Es wäre der passende Abschluss für eine größtenteils sehr positive Spielzeit.

Zitat des Tages:

Die Enttäuschung über die vergangenen Wochen ist groß. Dennoch haben wir insgesamt eine Top-Saison gespielt. Und es bleiben noch zwei Spiele, in denen wir alles raushauen und uns das Glück wieder erarbeiten wollen.

Kai Klefisch
Fotos: Tom Sauels

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