Ein Spiel Sperre für Pfeiffer
Das DFB-Sportgericht hat Patric Pfeiffer nach dessen Platzverweis gegen die SV Elversberg für eine Partie gesperrt.
„Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt…“ – Die ersten Zeilen aus Herbert Grönemeyers Kultsong „Bochum“ sind mehr als nur Musik. Sie sind ein Lebensgefühl, das im Ruhrstadion spürbar wird, wenn tausende Kehlen lauthals mitsingen und blau-weiße Schals in den Himmel gehalten werden. Das Lied erzählt von Härte, Ehrlichkeit und Zusammenhalt – genau das, wofür auch der VfL Bochum steht. Ein Verein, der nie glänzen musste, um geliebt zu werden, sondern immer über Kampfgeist und Bodenständigkeit kam.
1971 etablierte sich der VfL Bochum in der Bundesliga. Dort entwickelte sich der Verein aus dem Westen über viele Jahre zu einer festen Größe. Ganze 22 Spielzeiten hielten sich die Bochumer in der höchsten deutschen Spielklasse, ohne jedoch jemals besser als Achter zu werden. Aufgrund dieser Unauffälligkeit bekam Bochum den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Graue Maus der Liga“. Später wandelte sich dieses Image jedoch: Wegen seiner beeindruckenden Moral im Abstiegskampf wurde der VfL als die „Unabsteigbaren“ bezeichnet. Dieses Etikett hielt bis 1993, als der Verein erstmals in seiner Geschichte aus der Bundesliga absteigen musste.
1994 gelang der direkte Wiederaufstieg, doch nur eine Saison später folgte erneut der Gang in die Zweitklassigkeit. Schon ein Jahr darauf war Bochum wieder zurück in der Bundesliga. Auch in den Jahren danach prägten Auf- und Abstiege das Bild des Revierclubs. Diese ständigen Wechsel zwischen erster und zweiter Liga brachten dem Verein schließlich den Ruf einer „Fahrstuhlmannschaft“ ein – ein Image, das den VfL über viele Jahre begleitete.
Heute befindet sich der VfL Bochum nach zuletzt vier Jahren in der Beletage des deutschen Fußball wieder zurück in der 2. Bundesliga. Überwintert hat die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet auf dem 10. Platz, fernab von akuten Abstiegsängsten, aber auch noch ohne direkten Anschluss an die Aufstiegsplätze. Damit spiegelt die Tabellenlage wohl genau das wieder, was den Klub seit Jahrzehnten ausmacht: Bochum kämpft, hält dagegen und bleibt sich treu.
| Top-Torjäger | Top-Vorlagengeber |
| Francis Onyeka – 6 Tore | Philipp Hofmann – 5 Assists |
| Gerrit Holtmann – 5 Tore | Maximilian Wittek – 3 Assists |
| Philipp Hofmann – 3 Tore | Cajetan Lenz – 2 Assists |
| Ibrahima Sissoko – 3 Tore | Philipp Strompf – 2 Assists |
| Cajetan Lenz – 2 Tore | Felix Passlack – 1 Assist |
Uwe Rösler
Cheftrainer des VfL Bochum 1848Der VfL Bochum belegt mit 105 Ecken insgesamt Platz drei der Liga in dieser Kategorie. Aus den Eckbällen entstanden bereits 37 Torschüsse und vier Tore. Vier Tore nach Ecken? Das ist der zweitbeste Wert der Liga – nur der SV Darmstadt 98 traf einmal häufiger nach Eckstößen. Ohnehin zählt der VfL Bochum ligaweit zu den gefährlichen Teams bei Standardsituationen: So hat der Klub aus dem Ruhrgebiet insgesamt 35 Prozent seiner Saisontore nach Standards erzielt.
Der Duft von Gewürzen liegt in der Luft. Cremige Tomatensoße, eine angenehme Schärfe, zartes Hähnchenfleisch – Butter Chicken. Philipp Hofmanns Lieblingsessen. Es ist ein Gericht ohne Schnörkel, kräftig im Geschmack, bodenständig und sättigend. Eigenschaften, die erstaunlich gut zum Stürmer des VfL Bochum passen. Hofmann ist kein Spieler für große Inszenierungen. Er steht für Verlässlichkeit, für Arbeit und für Haltung – auf dem Platz ebenso wie abseits davon.
Geboren am 30. März 1993 in Arnsberg, wuchs Hofmann im Sauerland auf. Seine ersten Schritte machte er bei seinem Heimatverein TSV Rot-Weiß Wenholthausen. Den SC Neheim nutzte Hofmann als Sprungbrett für die Knappenschmiede. Denn sein Talent für den Fußball zeigte sich früh. In Gelsenkirchen durchlief er große Teile seiner fußballerischen Ausbildung, lernte Disziplin, taktisches Verständnis und den hohen Anspruch des Profifußballs. Den Vertrag für die Profimannschaft konnte er sich zur Saison 2012/2013 sichern, allerdings blieb ihm das Debüt verwehrt. So ließ er sich von den Knappen ausleihen, um wertvolle Spielpraxis als junger Spieler zu erlangen.
Als Leihspieler durfte er jeweils ein Jahr bei den Vereinen SC Paderborn, FC Ingolstadt und dem 1. FC Kaiserslautern verbringen, bis es ihn nach England trieb zum FC Brentford. Gegenüber dem WDR berichtete er einst, weshalb er diese Zeit brauchte, um in der Bundesliga anzukommen: „Als ich so jung war, war ich noch nicht bereit, in der Bundesliga zu spielen. Durch die ganzen Wechsel und den zwei Jahren im Ausland habe ich viel gelernt und bin daran gewachsen. Jetzt fühle ich mich einfach bereit für die Bundesliga und nun ist es schon mein drittes Jahr.“
Diese Stationen formten ihn zu dem Spielertyp, der er heute ist: ein robuster Mittelstürmer. Kopfballstark, laufintensiv und mannschaftsdienlich. Im Sommer 2022 wechselte Hofmann zum VfL Bochum und fand dort sportlich wie menschlich schnell seinen Platz. Hofmann arbeitet unermüdlich gegen den Ball, geht in jeden Zweikampf, bindet Gegenspieler und ist sich für keinen Laufweg zu schade. Tore sind dabei wichtig, aber nicht alles. Vielmehr ist es seine Präsenz, die Struktur ins Bochumer Spiel bringt. Hofmann ist kein Techniker für die Highlight-Clips, sondern ein Arbeiter im besten Sinne. Gerade deshalb wird er von den Fans geschätzt. Denn durch seine Robuste-Art seinen Körper einzusetzen, zeigt er Malocher-Identität.