„Eine hochverdiente Niederlage“
Wir haben die Stimmen nach der deutlichen Auswärtsniederlage beim KSC zusammengefasst.
Wie blickt Florian Kohfeldt auf die aktuelle sportliche Situation der Lilien? Was erwartet er für ein Spiel am Freitagabend (28.3./18.30 Uhr) beim SSV Ulm? Wie schätzt er den Gegner ein? Und wie sehr freut er sich auf 1.300 mitreisende Fans des SV 98? Diese und weitere Fragen beantwortete der Cheftrainer der Südhessen auf der Pressekonferenz am Mittwoch (26.3.). Wir haben die wichtigsten Kohfeldt-Aussagen für Euch zusammengefasst.
Personalupdate: Nicht zur Verfügung stehen der erkrankte Fabian Holland, Matthias Bader, Paul Will, Christoph Zimmermann sowie Kai Klefisch, Oscar Vilhelmsson und Othmane El Idrissi. Fabian Nürnberger hat seine Rotsperre abgesessen und ist wieder einsatzbereit. Fraser Hornby fehlt dagegen gelb-rot-gesperrt. Philipp Förster ist in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen.
Philipp Förster ist noch kein Kandidat für die Startelf. Er hat die ersten Tage im Training einen ordentlichen Eindruck gemacht. Es wird sich erst am Donnerstag vor der Abfahrt entscheiden, ob wir ihn mit nach Ulm nehmen. Zudem ist es schön, dass Fabian Nürnberger wieder dabei ist. Er hat eine lange Zeit kein Pflichtspiel in der 2. Liga gemacht. Dass er nach dieser langen Pause direkt eine Maximalbelastung bei der Nationalmannschaft mit zwei Spielen in vier Tagen hatte, hat mir nicht so gefallen. Wir müssen sehen, wie wir seine Belastung steuern. Guille Bueno hat in den letzten Wochen gute bis sehr gute Leistung gebracht. Er ist ein anderer Typ Linksverteidiger als Fabi. Ich freue mich, dass wir auf dieser Position wieder verschiedene Profile zur Verfügung haben und somit auf verschiedene Situationen reagieren können. Auf mich warten also spannende Entscheidungen in den nächsten Wochen (grinst). Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Bueno und Nürnberger auch mal gemeinsam auf dem Platz stehen werden.
Ein Sieg in Ulm wäre ein wichtiger Schritt für uns. Unsere Leistungen konnten wir in den letzten Wochen konstant halten. Wir haben aber nicht immer die Punkte geholt, die möglich gewesen wären. Das ist das Problem. Wir sind in einer Situation, in der wir dringend Punkte brauchen. Es wäre daher gut für uns, wenn wir uns in Ulm gegen eine Mannschaft, die hinter uns steht, drei Punkte erkämpfen. Wir können einen großen Schritt machen, um sicher für die 2. Liga planen zu können. Wir müssen sehr wachsam sein, dürfen aber auch nicht in Panik verfallen. Wir wollen unbedingt dieses Spiel gewinnen. Dafür brauchen wir die richtige Mischung aus Wachsamkeit und Selbstvertrauen.
Ulm hatte in dieser Saison immer sehr enge Spiele. Sie haben kaum deutliche Niederlagen hinnehmen müssen. Wenn sie verloren haben, war es immer eng. Zudem haben sie häufig Unentschieden gespielt. Für sie ist es am Freitagabend ein Spiel, in dem ein Sieg in ihrer Situation nahezu Pflicht ist. Wir verdeutlichen den Jungs, was für eine Atmosphäre und was für eine Mannschaft dort in Ulm auf uns wartet. Ulm ist ein gut organisierter Gegner, vor dem wir großen Respekt haben. Sie verfolgen einen spielerischen Ansatz. Sie haben zwei Top-Innenverteidiger und zudem extrem spielstarke Mittelfeldspieler. Es gibt eine Menge fußballerische Themen, auf die wir uns vorbereiten müssen.
Ich freue mich, dass wieder so viele Fans dabei sein werden. Es ist sehr positiv, dass das Band zwischen Mannschaft und Fans sehr eng geworden ist. Das zeigt sich auch am Auswärtssupport, der herausragend ist. Die 1.300 Fans in Ulm – vielleicht kommen noch ein paar dazu – wird man hören – so wie man unsere Fans in jedem Auswärtsstadion hört. Ich kann versprechen, dass wir alles auf dem Platz lassen werden, um zu gewinnen.
Wir haben dramatisch zu wenig Punkte geholt, wenn man sich die Wahrscheinlichkeiten für Punkte in den Spielen anschaut. Auch die Mannschaft ist damit nicht zufrieden. Die Mannschaft ist maximal genervt, dass wir uns zu wenig belohnt haben für das, was wir auf den Platz gebracht haben. Wir müssen weiterhin lernen, das Spiel zu fühlen und in den richtigen Momenten, die Spiele zu beenden oder sie nicht kippen zu lassen. Unsere Organisation, Balance und das Herausspielen von Chancen sind gut. Aber das ist nur die Basis, um am Ende das Spiel fühlen zu können, wann es drauf ankommt. Das ist Teil einer Entwicklung.
Wir haben die erste Woche der Länderspielpause auch dafür genutzt, um athletisch zu arbeiten. Die lange Phase ohne Pause von Januar bis März war bei uns von vielen Verletzungen gekennzeichnet. Das hatte auch viel Arbeit im Staff zur Folge. Wir haben die Länderspielpause daher auch dafür genutzt, um Energie und Frische zu tanken. Seit Montag haben wir nur noch ein Thema: Das ist Ulm. Diese Aufgabe gehen wir mit voller Kraft und Energie an.
Die Kartenstatistik ist ein Problem. Natürlich könnte man am Ende über jede Gelbe Karte im Einzelfall reden. Doch so ehrlich müssen wir sein: Wir haben zu viele unnötige Karten in dieser Saison bekommen, die uns geschwächt haben. Auch mit Blick auf die Kartenstatistik müssen wir uns entwickeln.
Es war schön, am Dienstagabend das Bölle mal von oben von der Tribüne aus zu sehen. Es war ein tolles Erlebnis und ein toller Rahmen für ein U21-Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Die Darmstädter haben für eine tolle Atmosphäre gesorgt.