Ein Spiel Sperre für Pfeiffer
Das DFB-Sportgericht hat Patric Pfeiffer nach dessen Platzverweis gegen die SV Elversberg für eine Partie gesperrt.
Er braucht viel Schlaf. Man sieht ihn deshalb oft liegen. Doch wenn er seine 200 Kilogramm aufrichtet und seinen sandfarbenen, 250 Zentimeter langen Körper bewegt, ist das an Eleganz und Erhabenheit kaum zu überbieten. Sein Gebrüll ist bis zu 114 Dezibel laut – so laut wie ein Presslufthammer. Muskulös, aber dynamisch, mit kräftig ausgeprägten Kiefermuskeln. Ein beeindruckendes Erscheinungsbild! Er steht an der Spitze der Nahrungskette. Er ist der König des Dschungels: der Löwe. Seine Augen sind perfekt an die nächtliche Jagd angepasst.
Apropos Jagd: „Die Löwen“, auch bekannt als Eintracht Braunschweig, sind ebenfalls auf de Jagd – auf der Jagd nach Punkten. Der Löwe, er ist das Wappentier der Stadt Braunschweig sowie des historischen Herzogtums Braunschweig und ist in Rot der Mittelpunkt des ansonsten blau-gelben Vereinswappens. Doch zurück zur Jagd: Aus den letzten acht Spielen erbeuteten sie 14 Punkte und gehören in diesem Zeitraum zu den fünf formstärksten Mannschaften der 2. Liga. Man sollte in ihrem Revier also ständig auf der Hut sein. Aus den letzten sechs Spielen in ihrem Territorium schnappten sie sich gleich 13 Punkte. Siegreich waren sie im eigenen Stadion unter anderem gegen den 1. FC Kaiserslautern und Schalke 04. Seit einiger Zeit ist der aktuelle Tabellenvierzehnte dabei, sich von den anfänglichen Schwierigkeiten zu erholen, und befindet sich nun auf Kurs, die gefährlichen Plätze zu verlassen.
Denn wenn „die Löwen“ Witterung aufnehmen, wird es unangenehm. Für die Lilien wird es keine leichte Aufgabe. Denn Braunschweig agiert in ihrem Revier mit Rückenwind. Die Formkurve zeigt nach den jüngsten Ausbeuten klar nach oben. Wir haben die Eintracht aus Niedersachsen in unserem Gegnercheck genauer unter die Lupe genommen.
| Top-Torjäger | Top-Vorlagengeber |
| Christian Conteh – 4 Tore | Mehmet Aydin – 3 Assists |
| Mehmet Aydin – 4 Tore | Christian Conteh – 3 Assists |
| Erencan Yardimici – 4 Tore | Leon Bell Bell – 2 Assists |
| Sidi Sané – 2 Tore | Robin Heußer – 2 Assists |
| Max Marie – 2 Tore | Max Marie – 1 Assists |
Heiner Backhaus
Cheftrainer von Eintracht BraunschweigWenn der Ball ruht, gerät bei Eintracht Braunschweig nur selten etwas ins Wanken. Gerade einmal fünf Gegentore nach Standardsituationen sprechen eine klare Sprache. Ein Wert, den in der 2. Bundesliga lediglich zwei Mannschaften noch unterbieten – nämlich Darmstadt 98 und Schalke 04 (beide 4). Ob Ecke, Freistoß oder weiter Einwurf: Die Abläufe greifen, die Zuordnung stimmt, die Konsequenz im Zweikampf ist spürbar.
Schon als Kind schaute Sidi Sané zu seinem älteren Bruder Leroy hinauf, der damals bei Bayern München auf dem Rasen glänzte und inzwischen seine Spuren bei Galatasaray in Istanbul hinterlässt. Die gemeinsamen Stunden damals auf dem Bolzplatz in Essen, die unzähligen Tricks, die Leroy vormachte, waren für Sidi mehr als nur Spielerei – sie waren Lektionen, Inspiration und Ansporn zugleich. „Ich habe immer zu meinem Bruder aufgeschaut, und auch heute noch motiviert er mich, besser zu werden,“ erzählt Sidi gegenüber dem Online-Portal „Ligazwei-online“.
Diese frühe Vorbildrolle prägte seinen Ehrgeiz, sich selbst eine eigene Identität auf dem Platz zu erarbeiten, fernab vom Glanz des großen Bruders. Der heute 22‑jährige Angreifer ging seinen eigenen Weg mit Ruhe, Selbstbewusstsein und klarer Perspektive. Sein Vater Souleymane Sané, ehemaliger Fußballprofi und Nationalspieler des Senegal, ist für ihn bis heute eine prägende Figur: „Nach jedem Spiel telefonieren wir. Er gibt mir sehr, sehr viele Tipps und wir besprechen, was ich noch besser machen kann oder wie die Trainingswoche verlief,“ erklärt der Offensivspieler. Seine Eltern begleiten ihn dabei regelmäßig live im Stadion und managen sogar die Spielbesuche, wenn er und sein Bruder am gleichen Tag auf dem Platz stehen – je nachdem, wer wo spielt.
Geboren am 21. April 2003 in Essen, begann Sanés fußballerische Reise bei der SG Wattenscheid 09, bevor er über die Jugendstation bei Bayer Leverkusen schon im Alter von acht Jahren in die Jugend des FC Schalke 04 wechselte und dort über Jahre ausgebildet wurde. In der Knappenschmiede durchlief er sämtliche Altersklassen und schaffte es schließlich in die zweite Mannschaft, wo er in der Regionalliga West seine Fähigkeiten unter Beweis stellte. Sein Debüt im deutschen Profifußball gab Sané in der Bundesliga für Schalke 04, als er im Dezember 2022 beim Spiel gegen den FC Bayern München eingewechselt wurde – ein erster Vorgeschmack auf das, was kommen sollte.
Im Sommer 2023 folgte der nächste prägende Schritt in seiner Karriere: Er wechselte zu Eintracht Braunschweig in die 2. Bundesliga und erhielt dort das Trikot mit der Rückennummer 24. Dort wird er als vielseitiger Offensivspieler mit hohem Tempo geschätzt, der über die Außenbahnen, aber auch über die Mitte Akzente setzen kann. Trotz einer schweren Knieverletzung, die ihm die Spielzeit 2024/25 kostete, kämpfte sich Sané mit Disziplin und Ehrgeiz zurück ins Team und verlängerte im Sommer 2025 seinen Vertrag langfristig bis Juni 2027 – ein Zeichen des Vertrauens, das ihm der Verein ausspricht. „Ich freue mich sehr, meinen Vertrag bei den Blau‑Gelben verlängert zu haben. In den vergangenen beiden Jahren habe ich auch in schwierigen Zeiten vom Verein und den Fans viel Unterstützung erfahren,“ so Sané über seinen Weg in Braunschweig. Mit seinem familiären Rückhalt, seiner Ausbildung auf hohem Niveau und der Bereitschaft, sich immer wieder neu zu beweisen, bleibt Sidi Sané ein interessanter junger Profi, dessen weitere Entwicklung es zu beobachten gilt.