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25.03.2026 / Profis

„Für Ghana aufzulaufen, würde mir extrem viel bedeuten“

1999 in Hamburg zur Welt gekommen und in der Hansestadt aufgewachsen. Doch seine Wurzel liegen in Ghana, dem Heimatland seiner Mutter. Erstmals wurde Patric Pfeiffer nun für die ghanaische Nationalmannschaft nominiert, gleich zwei besondere Länderspiele warten auf den Innenverteidiger des SV Darmstadt 98 – erst gegen Österreich (27.3./18 Uhr), dann gegen Deutschland (30.3./20.45 Uhr). Bevor sich der 26-Jährige mit den Westafrikanern auf Länderspielreise begibt, haben wir uns zum Interview mit ihm verabredet. Ein Gespräch über Familie und Träume, Erinnerungen und alte Bekannten.

Patric Pfeiffer mit der Flagge von Ghana
Foto: SV 98

sv98.de: Paddy, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Nominierung für die ghanaische Nationalmannschaft. 

Patric Pfeiffer: „Vielen Dank!“

Erkläre uns gerne einmal deine ghanaischen Wurzeln.

„Meine Mutter ist in Ghana geboren und aufgewachsen. Dann ist sie nach Deutschland gekommen – nach Hamburg, um genauer zu sein. Dort wurde ich geboren. Ich habe aber auch noch Verwandtschaft in Ghana. Meine Oma und meine Cousine leben in Accra, der Hauptstadt Ghanas, ebenso wie viele Bekannte.“

Warst du selbst schon einmal in Ghana?

„Ich bin eigentlich jeden Sommer bei meiner Familie in Ghana. Alle Menschen in Ghana sind sehr freundlich und vor allem sehr herzlich. Gerade das ist ein Grund, warum ich jedes Jahr dort bin. Ich nutze die Zeit dann, um runterzukommen. Das Wetter ist immer gut, dazu gibt es gutes Essen. Und dann ist es immer besonders, die Familie zu besuchen, die ich sonst nicht so häufig sehe.“

Wie stolz war deine Familie und speziell deine Mama, als sie davon erfahren haben, dass du für ihr Heimatland nominiert worden bist?

„Meine Mutter war sehr, sehr stolz. Es ist mit das Schönste, wenn man für sein Mutterland nominiert wird und hoffentlich auch spielen darf. Wenn es dann auch noch gegen Österreich und Deutschland, geht freuen sich alle natürlich nochmal mehr drauf.“

Patric Pfeiffer mit der Flagge von Ghana
Foto: SV 98

Wie hast du von der Nominierung erfahren? Und was war dein erster Gedanke? 

„Ich hatte schon vor ein paar Monaten Kontakt mit den Verantwortlichen der Nationalmannschaft von Ghana. Sie haben mir gesagt, dass sie mich und meine Spiele mit Darmstadt verfolgen. Als ich erstmals von der Nominierung erfahren habe, konnte ich es erst noch gar nicht so realisieren. Erst nach ein paar Tagen kam das Gefühl hoch: „Ey, du bist wirklich dabei.“ Und das war dann schon ein sehr, sehr schönes Gefühl.“

Otto Addo ist der Nationaltrainer von Ghana. Er ist genau wie du gebürtiger Hamburger. Kennt ihr euch? Und kennst du sonst noch jemanden aus dem Team?

„Er war nie mein Trainer. Er hat damals die U19 des HSV gecoacht, ich war aber ein paar Jahrgänge darunter. Wir haben uns trotzdem öfter gesehen und immer mal wieder miteinander geredet. Auch aktuell sind wir seit längerem in Kontakt. Zudem spielt mit Derrick Köhn von Union Berlin ein guter Kollege von mir ebenfalls in der Nationalmannschaft. Mit ihm habe ich damals in der Jugend des HSV zusammengespielt. Er wurde auch für die beiden Länderspiele nominiert. Vielleicht werde ich mir aber auch noch ein, zwei Tipps von Braydon Manu abholen, der auch schon einmal bei der Nationalmannschaft dabei war (grinst).“

Hast du bei Nominierung direkt gewusst, was für zwei geile Spiele auf dich warten?

„Ich verfolge die Nationalmannschaft von Ghana, daher hatte ich beide Spiele natürlich auf dem Zettel. Schon vor ein paar Monaten wurde bekanntgegeben, dass Deutschland in der WM-Vorbereitung gegen Ghana spielen wird. So etwas weiß dann natürlich sofort jeder in der Familie und im Freundeskreis.“

Patric Pfeiffer mit der Flagge von Ghana Foto: SV 98
Patric Pfeiffer mit der Flagge von Ghana Foto: SV 98
Patric Pfeiffer mit der Flagge von Ghana Foto: SV 98
Patric Pfeiffer mit der Flagge von Ghana Foto: SV 98
Patric Pfeiffer mit der Flagge von Ghana Foto: SV 98
Patric Pfeiffer mit der Flagge von Ghana Foto: SV 98

Erst geht’s in Wien gegen Österreich, dann ausgerechnet gegen Deutschland…

„Besser kannst du es dir nicht ausmalen, wenn du das erste Mal dabei bist. Österreich ist eine Top-Mannschaft. Und dann das Spiel gegen Deutschland – auch noch in Deutschland. Besser geht es wirklich nicht. Da das Spiel gegen die deutsche Nationalmannschaft in Stuttgart ausgetragen wird, können viele aus meiner Familie und viele meiner Freunde kommen. Ich muss bestimmt noch die ein oder andere Karte besorgen (lacht).“

Gerade das Duell gegen Deutschland ist für dich sicherlich ein ganz besonderes.

„Ich fiebere beiden Duellen sehr entgegen. Aber natürlich ist es ein besonderes Spiel für mich. Als Fußballer will man sich immer mit den Besten der Besten messen. Deswegen freue ich mich schon enorm auf das Duell mit Deutschland.“

Jeder, der einmal mit Fußball angefangen hat, träumt von der Nationalmannschaft.

Patric Pfeiffer über Träume und die Nationalelf

Länderspiele zwischen Deutschland und Ghana gab es schon das ein oder andere Mal. Was sind deine liebsten Erinnerungen an Spiele von Ghana?

„Wenn Ghana gegen Deutschland gespielt hat, waren es immer geile Spiele. Vor allem die Duelle bei den Weltmeisterschaften wie 2010 in Südafrika oder auch 2014 in Brasilien, als Ghana 2:2 gegen Deutschland gespielt hat. Da kam dann immer die ganze Familie in Hamburg zusammen und hat gemeinsam die Spiele geguckt. Natürlich haben da alle eher Ghana die Daumen gedrückt und gehofft, dass sie weiterkommen… (lacht)“

Abschließend. Was würde es dir persönlich bedeuten, dein Debüt für die Nationalmannschaft von Ghana feiern zu dürfen?

„Für Ghana aufzulaufen, würde mir extrem viel bedeuten. Jeder, der einmal mit Fußball angefangen hat, träumt von der Nationalmannschaft. Wenn ich für sie auflaufen dürfte, vielleicht sogar noch gegen Deutschland, dann wäre es der größte Traum, der für mich in Erfüllung gehen würde.“

Vielen Dank für das Gespräch, Paddy! Der ganze Verein drückt dir alle Daumen für die beiden Länderspiele mit der ghanaischen Nationalmannschaft.

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