Flanke von rechts, Brustannahme, kurze Drehung und dann geht es kopfüber in die Luft. Gerade einmal 25 Sekunden waren im Zweitliga-Duell zwischen Union Berlin und dem 1. FC Köln gespielt, als Marcel Hartel im Januar 2019 zu einem Fallrückzieher ansetzte. Der Ball flog über Kölns Keeper Timo Horn hinweg ins linke Eck. Ausgerechnet gegen seinen Jugendverein erzielte Hartel damit einen Treffer, der später von den Sportschau-Zuschauern zum „Tor des Jahres 2019“ gewählt wurde.
Spektakuläre Tore sind jedoch nur ein Teil dessen, was den gebürtigen Kölner auszeichnet. Hartel durchlief die Jugend des 1. FC Köln und spielte anschließend unter anderem für Union Berlin, Arminia Bielefeld und den FC St. Pauli. Gleich dreimal gelang ihm dabei der Aufstieg in die Bundesliga. Seine stärkste Zweitliga-Saison spielte der Mittelfeldspieler 2023/24 für St. Pauli. Mit 17 Treffern und 13 Vorlagen hatte Hartel großen Anteil an der Zweitliga-Meisterschaft der Hamburger. Anschließend zog es ihn in die USA zu St. Louis City SC, ehe er im August nach Deutschland zurückkehrte und bei Hannover 96 einen Dreijahresvertrag unterschrieb.
Bei den Niedersachsen soll der 30-Jährige vor allem im offensiven Mittelfeld für Ideen sorgen. Hartel ist viel unterwegs, sucht immer wieder die Räume zwischen den Linien und bringt neben seiner Kreativität auch Torgefahr mit. Einen ersten Vorgeschmack gab es im DFB-Pokal gegen den SV Hemelingen. Beim 9:1 erzielte der Neuzugang seinen ersten Treffer im 96-Trikot. Am Sonntag (30.8./13.30 Uhr) gastiert Hartel nun mit Hannover am Böllenfalltor. Dort dürfte auch die Lilien-Defensive ein besonderes Auge auf die Nummer 10 der Niedersachsen werfen.