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27.08.2026 / Profis

Hannover 96 im Gegnercheck

Ein Zweitligist auf dem Berliner Olymp: Hannover 96 gelang 1992, was bis heute einzigartig geblieben ist. Am 23. Mai besiegten die Niedersachsen Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokalfinale und holten damit 38 Jahre nach der deutschen Meisterschaft von 1954 den nächsten großen Titel der Vereinsgeschichte. Als erster und bis heute einziger „echter“ Zweitligist gewann Hannover den DFB-Pokal und sorgte damit für eine der größten Überraschungen in der Geschichte des Wettbewerbs.

Noel Aseko Nkili nach dem Torjubel
Foto: Eibner-Pressefoto/Damian Kruczynski

Dabei deutete zu Beginn der Pokalreise wenig auf eine Sensation hin. Nach einem 7:0 bei Marathon Berlin warteten jedoch immer größere Kaliber. Beim damaligen Bundesliga Tabellenführer Borussia Dortmund lag Hannover zur Pause bereits mit 0:2 zurück und drehte die Partie noch in einen 3:2 Sieg. Im Viertelfinale bezwangen die 96er den Karlsruher SC mit 1:0, ehe im Halbfinale Titelverteidiger Werder Bremen wartete. Dort schlug die große Stunde von Torhüter Jörg Sievers: Im Elfmeterschießen verwandelte er zunächst selbst und parierte anschließend gegen Marco Bode den entscheidenden Versuch.

Auch im Finale gegen Borussia Mönchengladbach musste die Entscheidung vom Punkt fallen. Nach 120 torlosen Minuten bewies Sievers erneut seine Qualitäten und parierte gleich zwei Gladbacher Elfmeter. Schließlich trat Michael Schjønberg an und verwandelte zum 4:3. Hannover 96 war DFB Pokalsieger: als Zweitligist, als Außenseiter und gegen alle Erwartungen. Mehr als 50.000 Menschen empfingen die Mannschaft anschließend in Hannover. Aus einer Pokalreise, die bei Marathon Berlin begonnen hatte, war eines der größten Kapitel der 96 Vereinsgeschichte geworden.

Formkurve

Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart steht das Team von Christian Titz auf dem 17. Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Im DFB-Pokal erfüllten die Niedersachsen dagegen ihre Pflicht: Beim Bremen-Ligisten SV Hemelingen setzte sich Hannover deutlich mit 9:1 durch. Das ist die Bilanz der vergangenen drei Pflichtspiele:

Gegnerische Mannschaft Endergebnis Punkteausbeute
SV Hemelingen (A) (Pokal) 1:9 Nächste Runde
VfL Wolfsburg (H) 0:1 0
Energie Cottbus (A) 3:1 0

TOP SCORER - 2. Bundesliga

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Maurice Neubauer – 1 Tor Lars Gindorf – 1 Assist

 

Der Trainer

Christian Titz

Christian Titz

Cheftrainer von Hannover 96
  • Geburtsdatum (Alter): 01.04.1971 (55)
  • Geburtsort: Mannheim
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: Juli 2025
  • Vorherige Trainerstationen: 1. FC Magdeburg, RW Essen, Hamburger SV, FC 08 Homburg

Prunkstück

Aus der Distanz, nach feinen Kombinationen, per Kopf oder aus spitzem Winkel: Hannover 96 sucht konsequent den Weg zum gegnerischen Tor. Einfacher ausgedrückt: Die Niedersachsen sind extrem abschlussfreudig. Bereits 39 Torschüsse gab die Titz-Elf in der noch jungen Saison ab. Nur Eintracht Braunschweig kommt ligaweit auf einen mehr. Gleich zweimal scheiterte 96 zudem am Aluminium, ebenfalls Ligabestwert. An offensiven Aktionen mangelt es den Hannoveranern also definitiv nicht, an der passenden Ausbeute bislang allerdings schon.

All Eyes on ...

Flanke von rechts, Brustannahme, kurze Drehung und dann geht es kopfüber in die Luft. Gerade einmal 25 Sekunden waren im Zweitliga-Duell zwischen Union Berlin und dem 1. FC Köln gespielt, als Marcel Hartel im Januar 2019 zu einem Fallrückzieher ansetzte. Der Ball flog über Kölns Keeper Timo Horn hinweg ins linke Eck. Ausgerechnet gegen seinen Jugendverein erzielte Hartel damit einen Treffer, der später von den Sportschau-Zuschauern zum „Tor des Jahres 2019“ gewählt wurde. 

Spektakuläre Tore sind jedoch nur ein Teil dessen, was den gebürtigen Kölner auszeichnet. Hartel durchlief die Jugend des 1. FC Köln und spielte anschließend unter anderem für Union Berlin, Arminia Bielefeld und den FC St. Pauli. Gleich dreimal gelang ihm dabei der Aufstieg in die Bundesliga. Seine stärkste Zweitliga-Saison spielte der Mittelfeldspieler 2023/24 für St. Pauli. Mit 17 Treffern und 13 Vorlagen hatte Hartel großen Anteil an der Zweitliga-Meisterschaft der Hamburger. Anschließend zog es ihn in die USA zu St. Louis City SC, ehe er im August nach Deutschland zurückkehrte und bei Hannover 96 einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

Bei den Niedersachsen soll der 30-Jährige vor allem im offensiven Mittelfeld für Ideen sorgen. Hartel ist viel unterwegs, sucht immer wieder die Räume zwischen den Linien und bringt neben seiner Kreativität auch Torgefahr mit. Einen ersten Vorgeschmack gab es im DFB-Pokal gegen den SV Hemelingen. Beim 9:1 erzielte der Neuzugang seinen ersten Treffer im 96-Trikot. Am Sonntag (30.8./13.30 Uhr) gastiert Hartel nun mit Hannover am Böllenfalltor. Dort dürfte auch die Lilien-Defensive ein besonderes Auge auf die Nummer 10 der Niedersachsen werfen.

Marcel Hartel
Foto: Eibner-Pressefoto/Robert Gertzen

Blick in die H96-Vitrine

  • Deutscher Meister: 53/54, 37/38
  • Deutscher Pokalsieger: 91/92
  • Deutscher Zweitligameister: 01/02, 86/87, 74/75
  • Landespokal-Niedersachsen-Sieger: 97/98, 96/97
  • Intertoto-Cup-Sieger: 73/74, 72/73, 67/68

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