Widget
29.01.2026 / Profis

Hertha BSC im Gegnercheck

Bangend saßen die Mitglieder des Berliner Fußball Club Hertha 1892 an einem Tisch - ohne Aussicht auf einen neue Heimstätte. Den Schebera-Sportplatz an der Behmstraße konnte sich der Verein nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr leisten. Stunden voller Angst und Zweifel vergingen, nachdem der Gastwirt Joseph Schebera 1923 die bisherige Heimstätte an den SV Norden-Nordwest 98 verkaufte. Doch das sollte nicht das Ende von Hertha 1892 sein.

Sieg Hertha BSC, GER, Hertha BSC vs. ,Fortuna Duesseldorf, 2. Bundesliga, Saison 2025/2026, 10. Spieltag, 25.010.2025
Foto: Eibner-Pressefoto/ Claudius Rauch

Die Rettung kam durch den Berliner Sport-Club (BSC), der eine Fusion mit den Herthanern einging. Die Antwort auf die Frage nach einer Spielstätte gab dabei der BSC: Bereits vor der Fusion hatten finanzstarke BSC-Mitglieder das Gelände der ehemaligen Schebera-Eisbahn südlich der Behmstraße erworben. Auf diesem Gelände entstand das Stadion am Gesundbrunnen – liebevoll „die Plumpe“ genannt. Am 9. Februar 1924 war es soweit: Der neue Hertha-Platz wurde mit einem 1:0-Sieg gegen den VfB Pankow eröffnet – und Erich Gülle schrieb sich als erster Torschütze in die Vereinsgeschichte ein. Mit sportlichem Erfolg und den Meisterschaften 1930 und 1931 wuchs Hertha BSC hier zu einer echten Größe Berlins heran.

Heute trägt Hertha BSC seine Heimspiele im Olympiastadion aus. Die monumentale Arena im Westen der Stadt ist seit Jahrzehnten die Heimat des Vereins – ein deutlicher Kontrast zur Enge der „Plumpe“, die jedoch bis heute ein zentraler Ort für die Identität der „Alten Dame“ geblieben ist. Zwischen Tradition und modernem Hauptstadtanspruch:  Wir haben die aktuelle Mannschaft von Hertha BSC in unserem Gegnercheck genauer unter die Lupe genommen.

TOP SCORER - POKAL & LIGA

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Luca Schuler – 7 Tore Fabian Reese – 8 Assists
Fabian Reese – 4 Tore  Michaël Cuisance – 5 Assists
Sebastian Grönning – 4 Tore Marten Winkler – 4 Assists
Marten Winkler – 4 Tore Márton Dárdai – 2 Assists
Dawid Kownacki – 4 Tore Michal Karbownik- 2 Assists

 

Der Trainer

Stefan Leitl

Cheftrainer von Hertha BSC
  • Geburtstdatum (Alter): 29.08.1977 (48)
  • Geburtsort: München
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: 17.02.2025
  • Vorherige Trainerstationen: FC Ingolstadt, Greuther Fürth, Hannover 96

Prunkstück

Wenn Hertha BSC auf dem Platz steht, wirkt es fast, als baue sich eine unsichtbare Mauer vor dem Tor auf. Gegner tun sich schwer, Chancen zu kreieren – und die Zahlen bestätigen den Eindruck: Mit nur 18 kassierten Treffern liegt die Defensive der Berliner auf Platz zwei der Liga, nur Schalke (12) präsentiert sich noch stabiler. Auch bei den zugelassenen Großchancen wird die defensive Stärke deutlich: Hertha ließ lediglich 18 klare Möglichkeiten zu, einzig der SC Paderborn (12) ist in dieser Kategorie noch abgeklärter. Für die Offensive der Lilien wird es damit wohl alles andere als ein Spaziergang…

All Eyes on ...

Ein Junge sitzt vor dem Fernseher, die Augen fest auf den Bildschirm gerichtet. Die Motoren heulen, Reifen quietschen, und Kimi Räikkönen rast über die Strecke. Für viele ist es nur ein Formel-1-Rennen – für Tjark Ernst ein Moment, der mehr in ihm weckte als bloßes Staunen. „Ich weiß nur, dass ich seit meiner Kindheit Formel-1-Fan bin und Kimi Räikkönen den Spitznamen „Iceman“ trug. In Berichten stand oft, ich sei eiskalt. Ein Freund hat das schließlich mit meiner Formel-1-Leidenschaft verbunden und mich deshalb „Iceman“ genannt“, erzählt Ernst heute mit einem Lächeln. Dieser Spitzname, geboren aus der Faszination für Geschwindigkeit und Nervenstärke, sollte ihn später auf den Spielfeldern begleiten – auf ganz andere Weise.

Geboren am 15. März 2003 in Stuttgart, wuchs Tjark Ernst in einer sportbegeisterten Familie auf. Schon früh zeigte sich sein Talent für den Fußball: Während andere Kinder einfach draußen kickten, begann er gezielt, Technik, Reaktionsschnelligkeit und Spielverständnis zu trainieren. Seine Körpergröße von 1,93 Metern und seine starken Reflexe machten ihn schnell zu einem herausragenden Torwart.

Seine Jugendkarriere führte ihn über die TSG Niederdorfelden und die DJK Arminia Bochum bis in die Jugendakademie des VfL Bochum, wo er in den Nachwuchsmannschaften glänzte. Seine Ruhe und Übersicht auf dem Platz – Eigenschaften, die bereits beim Zuschauen der Formel 1 auffielen – halfen ihm dabei, kritische Situationen souverän zu meistern. Im Sommer 2022 wechselte Ernst zu Hertha BSC, wo er zunächst bei den Profis mittrainierte und in der U23 Spielpraxis sammelte. Die Geduld sollte sich auszahlen, denn knapp ein Jahr später debütierte der junge Torwart in der Profimannschaft gegen den VfL Wolfsburg.

In der Bundesliga und mittlerweile auch in der 2. Bundesliga hat sich Ernst als verlässlicher Rückhalt etabliert. Sein Spitzname „Iceman“ beschreibt dabei nicht nur seine kühle Gelassenheit vor dem Fernseher als Kind, sondern ebenso seine Fähigkeit, unter Druck Ruhe zu bewahren, schnelle Entscheidungen zu treffen und die Defensive zu organisieren.

Heute steht Tjark Ernst nicht nur im Tor von Hertha BSC, sondern verkörpert gleichzeitig Geduld, Disziplin und Konzentration. Mit diesen Attributen wurde aus dem staunenden Kind vor dem Fernseher ein Fußball-Profi. Der „Iceman“ ist angekommen: nicht auf der Rennstrecke, sondern zwischen den Pfosten.

Tjark Ernst (Hertha BSC Berlin, #12)
Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Blick in die Hertha-Vitrine

  • Deutscher Meister: 30/31, 1929/30
  • Deutscher Zweitligameister: 12/13, 10/11, 89/90
  • UI-Cup-Sieger: 06/07
  • Intertoto-Cup-Sieger: 78/79, 76/77, 73/74, 71/72
  • Deutscher Ligapokalsieger: 02/03, 01/02
  • Landespokal-Berlin-Sieger: 86/87, 66/67, 65/66, 58/59, 57/58, 42/43, 32/33, 1928/29, 1927/28, 1923/24, 1919/20

Ähnliche Artikel

Alle anzeigen
Ein Spiel Sperre für Pfeiffer
27.04.2026

Ein Spiel Sperre für Pfeiffer

Das DFB-Sportgericht hat Patric Pfeiffer nach dessen Platzverweis gegen die SV Elversberg für eine Partie gesperrt.

Bölle-Energie
26.04.2026

Bölle-Energie

Als sich Florian Kohfeldt in der Halbzeitpause der Mannschaftskabine näherte, da hörte der Cheftrainer der Lilien genau einen Satz: „It’s not finished“. Ausgesprochen hatte ihn Fraser Hornby und damit die Marschroute für seine Teamkollegen und sich selbst festgelegt. Was folgte, war eine besondere zweite Hälfte des SV 98 und ein Punkt gegen die SV Elversberg, der für die Aufstiegsträume in Südhessen zwar zu wenig sein dürfte, aber trotzdem für Stolz bei den Lilien sorgte.

„Sind physisch über uns hinausgewachsen“
25.04.2026

„Sind physisch über uns hinausgewachsen“

Bis zum Schluss in Unterzahl gekämpft und alles probiert. Doch am Ende müssen die Lilien im ausverkauften Merck-Stadion am Böllenfalltor mit einem 3:3 gegen die SV Elversberg leben. Wie ordnen die Darmstädter Protagonisten die leidenschaftlichen 90 Minuten am Bölle ein? Was sagen beide Cheftrainer zur Partie? Wir haben alle Stimmen für Euch zusammengefasst.

Punkt gegen Elversberg
25.04.2026

Punkt gegen Elversberg

Kein Sieger im Verfolgerduell: Mit 3:3 (2:3) endet das Heimspiel der Lilien gegen die SV Elversberg. Nach zuletzt drei Niederlagen konnte der SV 98 zumindest wieder einen Zähler einfahren und steht nun bei 51 Saisonpunkten. Für die Südhessen trafen Pfeiffer (14.) und Hornby (15., 51.).

Furukawa und Petretta starten
25.04.2026

Furukawa und Petretta starten

Heimspieltag im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Anlässlich des Samstagabendspiels am 31. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga empfängt der SV Darmstadt 98 die SV Elversberg. Und Cheftrainer Florian Kohfeldt verändert seine Startelf gegenüber der Vorwoche auf zwei Positionen. Raoul Petretta ersetzt Fabian Nürnberger (Oberschenkelprobleme). Außerdem startet Yosuke Furukawa für Killian Corredor gegen das Team aus dem Saarland.

Matchday kompakt: Alle Infos zum Elversberg-Spiel
24.04.2026

Matchday kompakt: Alle Infos zum Elversberg-Spiel

Auf ein Neues unter Flutlicht. Am Samstagabend (25.4./20.30 Uhr) spielen die Lilien gegen die SV Elversberg. Wie fallen die Meinungen der Trainer vor dem Spiel aus? Wer pfeift, wer überträgt und kommentiert das Spiel? Und mit welchem Wetter können die Lilien-Fans im Stadion rechnen? Alle Infos für euch in „Matchday Kompakt“ zusammengetragen.

„Darmstadt 98 kann hinfallen, aber liegen bleiben ist keine Option“
24.04.2026

„Darmstadt 98 kann hinfallen, aber liegen bleiben ist keine Option“

Mit welchem Gedanken blickt Florian Kohfeldt auf das Duell am Samstagabend (25.4./20.30 Uhr) gegen die SV Elversberg? Wo sieht er die Stärken des kommenden Gegners? Und wie will seine Mannschaft nach zuletzt drei Niederlagen wieder punkten? Diese und weitere Fragen beantwortete der Lilien-Cheftrainer auf der Pressekonferenz am Freitag (24.4.) in den Katakomben des Merck-Stadions am Böllenfalltor. Wir haben die wichtigsten Kohfeldt-Aussagen aus der PK für Euch zusammengefasst.

Die SV Elversberg im Gegnercheck
23.04.2026

Die SV Elversberg im Gegnercheck

Im Fußballkosmos ist eine Fahrstuhlmannschaft ein Team, das zwischen zwei Ligen pendelt - zu gut für die eine Liga, aber nicht ganz auf dem Niveau der nächsthöheren Liga. Die Folge ist zumeist: viele Aufstiege und viele Abstiege. Doch die SV Elversberg ist gerade dabei, den Begriff neu zu definieren. Denn seit einigen Jahren fährt der Fahrstuhl die SVE nahezu ausschließlich nach oben.

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Elversberg-Spiel
23.04.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Elversberg-Spiel

Samstagabend am Böllenfalltor, die siebte Auflage! Diesmal empfängt der SV Darmstadt 98 die SV Elversberg im Merck-Stadion. Beide Mannschaften zeigen sich in der Offensive stark und wissen auch in der Defensive zu überzeugen. Wo gibt es aber dennoch Unterschiede? Und in welcher Statistik stehen sowohl die Südhessen als auch die Saarländer an der Spitze? Alle Fakten und Zahlen zu diesem Duell haben wir hier für euch zusammengestellt.

Fabian Holland: Lilien-Ära endet nach der Spielzeit
21.04.2026

Fabian Holland: Lilien-Ära endet nach der Spielzeit

Das Ende einer Ära. Die zwölfte Saison im Trikot der Lilien wird die letzte Spielzeit von Fabian Holland in den Diensten des SV 98 bleiben. Der zum Saisonende auslaufende Vertrag des 35-Jährigen wird nicht noch einmal verlängert. Darüber informierte der Verein Holland in einem gemeinsamen, vertrauensvollen Gespräch. Klub und Spieler sind sich darüber einig, den Fokus bis zum letzten Spiel komplett auf einen bestmöglichen Saisonausklang zu legen und darüber, dass auch die Planungen etwaiger Abschiedsfeierlichkeiten abhängig vom weiteren Verlauf der Spielzeit sind.

„Fußball kann manchmal unfassbar grausam sein“
19.04.2026

„Fußball kann manchmal unfassbar grausam sein“

Ohne Zählbares zurück nach Südhessen. Der SV Darmstadt 98 unterliegt auswärts bei Greuther Fürth mit 2:3. Besonders bitter: Die Lilien führten zweimal in Franken, musste sich aber dennoch geschlagen geben. Wie ordnen die beiden Cheftrainer die 90 Minuten ein? Was sagen Kapitän Marcel Schuhen und Kai Klefisch zur Niederlage? Wir haben alle Stimmen zum Spiel für Euch zusammengestellt.

Niederlage in Fürth
19.04.2026

Niederlage in Fürth

Keine Punkte in Franken. Nach zwei späten Gegentreffern unterliegen die Lilien bei der Spielvereinigung Greuther Fürth mit 2:3 (1:1).