Ein Spiel Sperre für Pfeiffer
Das DFB-Sportgericht hat Patric Pfeiffer nach dessen Platzverweis gegen die SV Elversberg für eine Partie gesperrt.
Bangend saßen die Mitglieder des Berliner Fußball Club Hertha 1892 an einem Tisch - ohne Aussicht auf einen neue Heimstätte. Den Schebera-Sportplatz an der Behmstraße konnte sich der Verein nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr leisten. Stunden voller Angst und Zweifel vergingen, nachdem der Gastwirt Joseph Schebera 1923 die bisherige Heimstätte an den SV Norden-Nordwest 98 verkaufte. Doch das sollte nicht das Ende von Hertha 1892 sein.
Die Rettung kam durch den Berliner Sport-Club (BSC), der eine Fusion mit den Herthanern einging. Die Antwort auf die Frage nach einer Spielstätte gab dabei der BSC: Bereits vor der Fusion hatten finanzstarke BSC-Mitglieder das Gelände der ehemaligen Schebera-Eisbahn südlich der Behmstraße erworben. Auf diesem Gelände entstand das Stadion am Gesundbrunnen – liebevoll „die Plumpe“ genannt. Am 9. Februar 1924 war es soweit: Der neue Hertha-Platz wurde mit einem 1:0-Sieg gegen den VfB Pankow eröffnet – und Erich Gülle schrieb sich als erster Torschütze in die Vereinsgeschichte ein. Mit sportlichem Erfolg und den Meisterschaften 1930 und 1931 wuchs Hertha BSC hier zu einer echten Größe Berlins heran.
Heute trägt Hertha BSC seine Heimspiele im Olympiastadion aus. Die monumentale Arena im Westen der Stadt ist seit Jahrzehnten die Heimat des Vereins – ein deutlicher Kontrast zur Enge der „Plumpe“, die jedoch bis heute ein zentraler Ort für die Identität der „Alten Dame“ geblieben ist. Zwischen Tradition und modernem Hauptstadtanspruch: Wir haben die aktuelle Mannschaft von Hertha BSC in unserem Gegnercheck genauer unter die Lupe genommen.
| Top-Torjäger | Top-Vorlagengeber |
| Luca Schuler – 7 Tore | Fabian Reese – 8 Assists |
| Fabian Reese – 4 Tore | Michaël Cuisance – 5 Assists |
| Sebastian Grönning – 4 Tore | Marten Winkler – 4 Assists |
| Marten Winkler – 4 Tore | Márton Dárdai – 2 Assists |
| Dawid Kownacki – 4 Tore | Michal Karbownik- 2 Assists |
Stefan Leitl
Cheftrainer von Hertha BSCWenn Hertha BSC auf dem Platz steht, wirkt es fast, als baue sich eine unsichtbare Mauer vor dem Tor auf. Gegner tun sich schwer, Chancen zu kreieren – und die Zahlen bestätigen den Eindruck: Mit nur 18 kassierten Treffern liegt die Defensive der Berliner auf Platz zwei der Liga, nur Schalke (12) präsentiert sich noch stabiler. Auch bei den zugelassenen Großchancen wird die defensive Stärke deutlich: Hertha ließ lediglich 18 klare Möglichkeiten zu, einzig der SC Paderborn (12) ist in dieser Kategorie noch abgeklärter. Für die Offensive der Lilien wird es damit wohl alles andere als ein Spaziergang…
Ein Junge sitzt vor dem Fernseher, die Augen fest auf den Bildschirm gerichtet. Die Motoren heulen, Reifen quietschen, und Kimi Räikkönen rast über die Strecke. Für viele ist es nur ein Formel-1-Rennen – für Tjark Ernst ein Moment, der mehr in ihm weckte als bloßes Staunen. „Ich weiß nur, dass ich seit meiner Kindheit Formel-1-Fan bin und Kimi Räikkönen den Spitznamen „Iceman“ trug. In Berichten stand oft, ich sei eiskalt. Ein Freund hat das schließlich mit meiner Formel-1-Leidenschaft verbunden und mich deshalb „Iceman“ genannt“, erzählt Ernst heute mit einem Lächeln. Dieser Spitzname, geboren aus der Faszination für Geschwindigkeit und Nervenstärke, sollte ihn später auf den Spielfeldern begleiten – auf ganz andere Weise.
Geboren am 15. März 2003 in Stuttgart, wuchs Tjark Ernst in einer sportbegeisterten Familie auf. Schon früh zeigte sich sein Talent für den Fußball: Während andere Kinder einfach draußen kickten, begann er gezielt, Technik, Reaktionsschnelligkeit und Spielverständnis zu trainieren. Seine Körpergröße von 1,93 Metern und seine starken Reflexe machten ihn schnell zu einem herausragenden Torwart.
Seine Jugendkarriere führte ihn über die TSG Niederdorfelden und die DJK Arminia Bochum bis in die Jugendakademie des VfL Bochum, wo er in den Nachwuchsmannschaften glänzte. Seine Ruhe und Übersicht auf dem Platz – Eigenschaften, die bereits beim Zuschauen der Formel 1 auffielen – halfen ihm dabei, kritische Situationen souverän zu meistern. Im Sommer 2022 wechselte Ernst zu Hertha BSC, wo er zunächst bei den Profis mittrainierte und in der U23 Spielpraxis sammelte. Die Geduld sollte sich auszahlen, denn knapp ein Jahr später debütierte der junge Torwart in der Profimannschaft gegen den VfL Wolfsburg.
In der Bundesliga und mittlerweile auch in der 2. Bundesliga hat sich Ernst als verlässlicher Rückhalt etabliert. Sein Spitzname „Iceman“ beschreibt dabei nicht nur seine kühle Gelassenheit vor dem Fernseher als Kind, sondern ebenso seine Fähigkeit, unter Druck Ruhe zu bewahren, schnelle Entscheidungen zu treffen und die Defensive zu organisieren.
Heute steht Tjark Ernst nicht nur im Tor von Hertha BSC, sondern verkörpert gleichzeitig Geduld, Disziplin und Konzentration. Mit diesen Attributen wurde aus dem staunenden Kind vor dem Fernseher ein Fußball-Profi. Der „Iceman“ ist angekommen: nicht auf der Rennstrecke, sondern zwischen den Pfosten.