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02.12.2025 / Profis

SC Freiburg im Gegnercheck

Der Wind pfeift über den Hartplatz am Rande der Stadt, während sich eine kleine Gruppe junger Männer die Stutzen hochzieht. Es ist ein kühler Morgen in den frühen 1920er Jahren, und doch liegt eine besondere Energie in der Luft. Auf dem Sportgelände der Freiburger Turnerschaft von 1844 schallt das Klatschen von Leder auf Rasen, motivierende Zurufe, das Knirschen der Stollen. Hier, inmitten eines einfachen Trainingsareals, formt sich der Verein, der Jahrzehnte später zu einem der prägenden Fußballclubs im deutschen Südwesten avancieren sollte: der SC Freiburg.

Team SC Freiburg jubelt gemeinsam ueber das Tor zum 1:0 durch Yuito Suzuki (SC Freiburg, #14)
Foto: Eibner-Pressefoto/Thomas Hess

In den 1920er Jahren war der Sport-Club noch keine eigenständige Größe im Freiburger Sportgefüge. Als Fußballabteilung der Turnerschaft nutzten die Spieler deren Plätze und Infrastruktur – und doch begann sich bereits ein eigenständiges Selbstverständnis zu entwickeln. 1921 erhielt der Club sogar eine eigene Geschäftsstelle, ein organisatorischer Schritt, der die Ambitionen des jungen Vereins unterstrich.

Ein Meilenstein folgte 1928. Endlich konnte der SC Freiburg in ein echtes Fußballstadion einziehen – das Winterer-Stadion im Westen der Stadt. Mit Platz für deutlich mehr Zuschauer und einer für die damalige Zeit modernen Anlage wurde es zur neuen Heimat des Vereins. Die Mannschaft bedankte sich prompt auf sportliche Weise: Bei der Einweihung gelang ein spektakulärer 2:1-Sieg gegen den amtierenden deutschen Meister 1. FC Nürnberg. Für viele Freiburger war dieses Spiel der Moment, in dem der SC erstmals wirklich „auf der großen Bühne“ stand.

Doch die Entwicklung verlief nicht geradlinig. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dem Verein das Stadion genommen – der SC Freiburg stand erneut ohne eigene Heimstätte da. Notgedrungen kehrten die Spieler auf die Anlagen der Turnerschaft zurück; ein provisorischer Zustand, der jedoch den Zusammenhalt stärkte. Erst 1954 folgte die nächste Zäsur: die Einweihung eines neuen Sportfelds, das später zur dauerhaften Heimat des Vereins werden sollte. Mit diesem Gelände begann der Club, sich Schritt für Schritt zu dem professionellen Fußballverein zu entwickeln, der im Laufe der Jahrzehnte bundesweit Bekanntheit erlangte. Heute steht der SC Freiburg im Mittelfeld der Bundesliga und trifft im Achtelfinale des DFB-Pokals auf die Lilien. Wir haben den Gegner der Lilien am kommenden Mittwoch (3.12./18 Uhr) etwas genauer unter die Lupe genommen.

TOP SCORER - POKAL & LIGA

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Vincenzo Grifo – 7 Tore Yuito Suzuki – 4 Assists
Derry Scherhant – 4 Tore Christian Günter – 3 Assists
Maximilian Eggestein – 3 Tore Matthias Ginter- 3 Assists
Yuito Suzuki – 3 Tore Johan Manzambi – 3 Assists
Johan Manzambi – 3 Tore Vincenzo Grifo – 2 Assists

Der Trainer

Julian Schuster (SC Freiburg, Trainer)

Julian Schuster

Cheftrainer bei dem SC Freiburg
  • Geburtstdatum (Alter): 15.04.1985 (40)
  • Geburtsort: Bietigheim-Bissingen
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: 01.07.2024
  • Vorherige Trainerstationen: FV Löchgau

Prunkstück

Der Sport-Club Freiburg präsentiert sich in dieser Pokalsaison vielfältig. In der ersten Runde setzte sich das Team von Trainer Julian Schuster mit 2:0 bei den Sportfreunden Lotte durch, in Runde zwei folgte ein souveräner 3:1-Erfolg bei Fortuna Düsseldorf. Bemerkenswert: Die fünf Freiburger Treffer erzielten fünf unterschiedliche Spieler. Dinkci, Höler, Matanovic, Grifo und Scherhant trugen sich jeweils einmal in die Torschützenliste ein. Ebenso unterschiedlich waren die Assistgeber – auch hier waren fünf verschiedene Akteure beteiligt. Lienhart, Günter, Manzambi, Matanovic und Suzuki sorgten mit ihren Vorlagen für die nötigen Impulse.

All Eyes on ...

Vincenzo Grifo wird 1993 in Pforzheim geboren, als Sohn italienischer Eltern. Schon früh wächst er in einem Umfeld auf, das ihn sportlich und menschlich prägt. Die Familie vermittelt Werte wie Zusammenhalt, Disziplin und Respekt – Eigenschaften, die Grifo später auch auf dem Fußballplatz verkörpert. Seine ersten Schritte im organisierten Fußball macht er bei lokalen Vereinen der Region Pforzheim. Der VfR Pforzheim wird zu seinem Heimatverein, später schließt er sich Germania Brötzingen an, bevor er erneut zum VfR zurückwechselt und schließlich in die Jugendakademie des Karlsruher SC aufgenommen wird.

Schnell macht Grifo auf sich aufmerksam – vor allem durch seine Technik, seine Übersicht und sein Gespür für entscheidende Momente. 2012 beginnt er bei der TSG 1899 Hoffenheim seine Profikarriere, zunächst in der Reserve, sammelt jedoch schon bald Einsätze im Bundesliga-Kader. 2014 folgen Leihstationen bei Dynamo Dresden und dem FSV Frankfurt.

Zur Saison 2015/16 schließt sich Grifo fest dem SC Freiburg an und überzeugt dort sofort als kreativer Spielmacher. 2017 wagt er den Schritt zu Borussia Mönchengladbach, später wechselt er erneut zu Hoffenheim – beide Stationen bringen sportlich jedoch nicht den erhofften Durchbruch.

2019 führt ihn ein Leihgeschäft wieder nach Freiburg, wo er unmittelbar an seine starke Form anknüpft. Seitdem steht er dauerhaft beim Sport-Club unter Vertrag. Inzwischen hat Grifo 307 Pflichtspiele für Freiburg absolviert, 94 Tore erzielt und ebenso viele vorbereitet – Zahlen, die seine zentrale Bedeutung für den Verein unterstreichen. 2025 verlängert der SC Freiburg seinen Vertrag vorzeitig, ein klares Zeichen der Wertschätzung für seine Leistungen und seine Persönlichkeit.

Beim Sport-Club gelingt ihm endgültig der Durchbruch im Profifußball. Hier etabliert er sich nicht nur als technischer Spielmacher, sondern auch als Führungsspieler, der Verantwortung übernimmt. Trotz öffentlicher Kritik im Netz bleibt Grifo fokussiert – getragen von einer Familie, die ihm im oft hektischen Profisport beständige Unterstützung bietet.

Torabschluss zum 2:0 durch Vincenzo Grifo (SC Freiburg, #32)
Foto: Eibner-Pressefoto/Thomas Hess

Blick in die Freiburg-Vitrine

  • Deutscher Zweitligameister: 15/16, 08/09, 02/03, 92/93
  • Landespokal-Südbaden-Sieger: 77/78, 74/75

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