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12.12.2025 / Profis

SC Preußen Münster im Gegnercheck

Auf dem schlichten Exerzierplatz am Rand Münsters – dort, wo das Militär seine Übungen abzuhalten pflegt – sind heute keine Soldaten zu sehen. Stattdessen jagen ein paar Jungen in viel zu großen Hosen einem Lederball hinterher. An diesem Ort schreiben sie, ohne es zu wissen, den ersten Satz der Geschichte des SC Preußen Münster.

SC Preussen Muenster jubelt nach dem Treffer zum 2:0.
Foto: Eibner-Pressefoto/Scott Coleman

Am 30. April 1906 gründen Schüler des heutigen Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium den Verein „FC Preußen Münster“. Als erstes Spielfeld dient der Exerzierplatz an der Loddenheide – karg, holprig, aber für die Schüler der Beginn eines großen Abenteuers. Schon ein Jahr später, am 8. August 1907, erfolgt die Aufnahme in den Westdeutschen Spielverband. Der erhoffte Sprung in die höchste Spielklasse scheitert jedoch am Einspruch des damals erst zwei Jahre alten FC Münster 04. So starten die Preußen in der dritten Spielklasse – und sorgen dort sofort für Furore.

Bereits in der Saison 1906/07 werden sie Meister ihrer Spielklasse, vor dem SC Preußen Hamm und SuS Hamm. Obwohl das Endrundenspiel gegen den SV Gelsenkirchen-Hessler mit 1:2 verloren geht, gelingt dennoch der Aufstieg in die B-Klasse. Dort setzt sich der Höhenflug fort: Im B-Meisterschaftsfinale folgt die perfekte Revanche – ein 6:0 gegen Gelsenkirchen-Hessler. In der A-Klasse folgt jedoch die Ernüchterung. Mit nur sieben Punkten aus zwölf Spielen landet der Verein auf dem letzten Tabellenplatz. Dank einer Neuordnung der Spielbezirke bleibt der Verein dennoch erstklassig. Wenige Jahre später, in der Saison 1913/14, feiern die Preußen ihren ersten großen regionalen Triumph: Westfalenmeister – vor einem Gegner, der ihnen über Generationen hinweg Rivalität bescheren sollte: dem 1. FC Arminia Bielefeld.

1916 zieht der Verein von der Loddenheide auf eine Kuhwiese an der Hammer Straße – ein unscheinbarer Ort, der später zu einem Symbol des Münsteraner Fußballs werden sollte. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebt der Club hier einen spürbaren Aufschwung. Mit der wachsenden Zahl an Mitgliedern nennt sich der Verein ab 1920 „SC Preußen Münster“.

Die folgenden Jahrzehnte sind von häufigen Ligaumstrukturierungen und den Unruhen der Zeit geprägt. Doch der Kern bleibt bestehen. Der SC Preußen Münster steht heute für Leidenschaft, Beständigkeit und eine enge Verbundenheit zwischen Stadt und Verein. Das Stadion an der Hammer Straße, mehrfach renoviert und modernisiert, ist noch immer der Ort, an dem Generationen von Fans ihre Adlerträger unterstützen. Aktuell stehen die Adler in der 2. Bundesliga auf Rang zehn. Grund genug, den SC Preußen Münster im Gegnercheck genauer unter die Lupe zu nehmen.

TOP SCORER - POKAL & LIGA

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Oliver Batista-Meier – 5 Tore Oliver Batista-Meier – 3 Assists
Etienne Amenyido – 3 Tore  Marvin Scholz – 3 Assists
Joshua Mees – 2 Tore Luca Bolay – 3 Assists
Oscar Vilhelmsson – 2 Tore Lars Lokotsch – 2 Assists
Yassine Bouchama – 1 Tor Rico Preißinger – 2 Assists

 

Der Trainer

Alexander Ende (Cheftrainer, SC Preussen Muenster) im Interview vor dem Spiel.

Alexander Ende

Cheftrainer des SC Preußen Münster
  • Geburtstdatum (Alter): 19.09.1979 (46)
  • Geburtsort: Grevenbroich
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: 01.07.2025
  • Vorherige Trainerstationen: SC Verl, M`Gladbach (U19), Fortuna Köln

Prunkstück

Die Adlerträger weigern sich, auch nur einem Zweikampf aus dem Weg zu gehen. Mit voller Intensität werfen sich die Münsteraner in jedes Duell – und das mit Erfolg. 1.793 gewonnene Zweikämpfe stehen auf ihrem Konto – mehr als bei jedem anderen Team. Dahinter folgen Nürnberg mit 1.666 und Holstein Kiel mit 1.657.

All Eyes on ...

Wenn Paul Jaeckel nach einem intensiven Training auf dem Platz seine Fußballschuhe auszieht, greift er nicht selten zur Kamera – denn Fotografie ist seine stille Leidenschaft neben dem Sport.

Paul Jaeckel wurde am 22. Juli 1998 in Eisenhüttenstadt geboren. Dort begann er als Kind mit dem Fußballspielen beim Eisenhüttenstädter FC Stahl. Bereits mit etwa fünf Jahren trat er in den Verein ein und legte damit den Grundstein für seine fußballerische Laufbahn. 2011 wechselte er in die Jugendabteilung von Energie Cottbus, um dort weiter gefördert zu werden. Drei Jahre später, 2014, folgte der nächste Schritt: Jaeckel wechselte zum VfL Wolfsburg und durchlief dort die U17 und U19. So legte er bereits in jungen Jahren ein solides Fundament – erste Erfahrungen im organisierten Nachwuchsfußball und eine Ausbildung mit klarer Perspektive.

Ab August 2017 rückte Jaeckel in die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg auf und spielte in der Regionalliga. 2018 machte er den Schritt in den Profifußball: Er wechselte zum damaligen Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth. Damit begann für ihn eine wichtige Etappe. In Fürth etablierte er sich und spielte regelmäßig – über mehrere Spielzeiten hinweg folgten zahlreiche Einsätze und eine kontinuierliche Entwicklung als Innenverteidiger.

Sein Talent blieb nicht unbemerkt: 2021 wechselte er ablösefrei zum Bundesligisten 1. FC Union Berlin. Dieser Schritt markierte einen wichtigen Meilenstein. Bei Union sammelte Jaeckel wertvolle Erfahrungen: Er kam nicht nur in der Bundesliga zum Einsatz, sondern auch international – in der UEFA Conference League, der UEFA Europa League und sogar der UEFA Champions League. Diese internationale Erfahrung bedeutete nicht nur sportliche Weiterentwicklung – sie war auch ein Beleg dafür, dass Jaeckel sich auf höchstem Niveau behaupten konnte. 2024 folgte schließlich die Leihe zum Zweitligisten Eintracht Braunschweig bis zum Sommer 2025.

Denn im Sommer 2025 hat Paul Jaeckel ein neues Kapitel aufgeschlagen: Er wechselte vom 1. FC Union Berlin zum Zweitligisten Preußen Münster. Der Verein sieht in ihm eine wichtige Verstärkung für die Innenverteidigung. Mit seiner Erfahrung, seiner Spielweise und auch mit seiner Mentalität soll er helfen, Stabilität und Qualität in die Mannschaft zu bringen.

Mickael Biron (1. FC Nuernberg, #7) gegen Paul Jaeckel (SC Preussen Muenster, #3)
Foto: Eibner-Pressefoto/Scott Coleman

Blick in die Münster-Vitrine

  • Deutscher Amateurmeister: 93/94
  • Meister Regionalliga West (GER): 22/23
  • Westdeutscher Pokalsieger: 68/69
  • Landespokal-Westfalen-Sieger: 20/21, 13/14, 09/10, 08/09, 07/08, 96/97

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