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17.04.2026 / Profis

„Sehe keinen Mangel an Selbstvertrauen“

Wie blickt Florian Kohfeldt vor dem Duell am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth auf die Auswärtsbilanz seiner Mannschaft? Wie bewertet er die Defensive des Kleeblatts und wie steht es um die Stimmungslage innerhalb der Mannschaft? Diese und weitere Fragen beantwortete der Lilien-Cheftrainer auf der PK am Freitag vor der Partie in Fürth (19.4./13.30 Uhr). Wir haben die wichtigsten Aussagen unseres Cheftrainers aus der Pressekonferenz für Euch zusammengefasst.

Florian Kohfeldt auf der PK vor dem Duell gegen die SpVgg Greuter Fürth.
Foto: SV 98

Personalupdate: Luca Marseiler (Kreuzbandriss) und Grayson Dettoni (krank) stehen nicht zur Verfügung. 

...zu der Offensive in den vergangenen beiden Spielen:

Wir haben in den beiden vergangenen Spielen zu wenig Tore erzielt und auch zu wenig Torchancen kreiert. Aber ich sehe die Spiele unterschiedlich. Bielefeld war der einzige Totalausfall, und das ist bemerkenswert, wenn man das an Spieltag 29 sagen kann.

In Hannover waren wir in extrem vielen torgefährlichen Räumen, haben es dann aber nicht geschafft, die letzte Aktion sauber zu spielen. Natürlich kann man über Luca reden, dass er in den Räumen viel kreiert hat, Isac ist ein Topstürmer, der uns nun gefehlt hat. Aber da wollen wir keine Ausrede suchen. Ich sehe auch im Training bei den Jungs, die jetzt gespielt haben, dass wir wieder auf einem aufsteigenden Ast sind.

... zu Fürths Defensive:

Wir müssen jetzt wieder punkten, aber über die grundsätzliche Leistung und Form mache ich mir bei uns weniger Gedanken. Wir sollten uns aber deshalb nicht blenden lassen: Dass Fürth die meisten Gegentore hat, resultiert aus der Hinrunde, als sie größere Probleme hatten. Sie haben sich jetzt deutlich stabilisiert.

Wir brauchen eine Mischung aus Geduld und Risikobereitschaft im letzten Drittel. In den entscheidenden Räumen müsssen wir bereit sein, draufzugehen. Wenn wir Fehler machen, müssen wir das als Chance nutzen und den Ball im Gegenpressing wiederzuholen.

... zur Auswärtsbilanz

Wir sind die Mannschaft in der Liga, die am längsten auf einen Auswärtssieg wartet. Es fühlt sich aber intern nicht so an, als ob wir ein Auswärtsproblem haben. Es geht nicht um externe Faktoren, denn da haben wir in den letzten 20 Monaten extrem professionelle Rahmenbedingungen geschaffen. Wir müssen uns auch in Auswärtsspielen trauen, an das zu glauben, was wir zuhause immer haben: Egal wie lange es dauert, irgendwann drücken wir unser Spiel durch. Das zeichnet uns bei Heimspielen aus, und das müssen wir auswärts noch mehr in den Vordergrund stellen.

… zur Stimmungslage und Mentalität:

Seit drei bis vier Wochen sind wir wieder in der Lage, einen Trainingsrhythmus aufbauen zu können. Ich merke, dass die Grundleistungsfähigkeit der Mannschaft zeigt, dass wir wieder eine Form erreichen, wie wir sie über weite Teile der Hinrunde hatten. Wir waren schon enttäuscht am Samstagabend. Aber wir haben am Sonntag gut trainiert, dann zwei Tage frei gemacht, und seit Mittwoch ist wieder das Kribbeln auf das Spiel in Fürth da.

Wir betrachten das mentale Thema als relevant, bevor es wirklich relevant wird. Wir arbeiten seit Saisonbeginn mit einem Sportpsychologen zusammen. Da arbeiten wir beständig daran, deshalb ist das nichts, was etwas Außergewöhnliches für uns ist. Es ist im Leistungssport immer so, dass du in den richtigen Zustand kommen musst. Nur weil wir zwei Spiele verloren haben, habe ich kein anderes Gefühl in der Kabine. Unser Benefit ist, dass diese Saison für uns immer eine gute bleiben wird. Das heißt aber nicht, dass wir nicht wollen. Wir wollen, weil wir Sportler sind, und müssen nicht. Das ist ein Riesenvorteil im Kopf. Ich sehe keinen Mangel an Selbstvertrauen. Wir wissen, was wir können. Wir müssen es schaffen, dieses Selbstverständnis zu haben, dass wir unser Spiel durchdrücken werden, weil das dürfen wir nach der bisherigen Saison haben.

… zu Paul Will:

Ich habe Kontakt zu Paul und ich habe oft gesagt, wie sehr ich ihn schätze und dass es eher eine Timingsache war, dass er hier nicht in die Rolle schlüpfen konnte, die ihm zugetrage wurde. Ich habe, seitdem er in Fürth ist, auch mit ihm telefoniert und verfolge sehr aufmerksam, dass er eine sehr gute Rückrunde spielt. 

... zum Corredor und Nürnberger:

Killis Probleme haben im Trainingslager begonnen, wo wir noch keine klare Diagnose haben konnten, da es eine sehr komplexe Geschichte war. Da bin ich immer noch sehr dankbar, dass unsere Ärzte sehr viel investiert haben. Dann war es ein relativ weiter Weg für ihn zurück auf den Platz. Wenn sich ein Spieler dann über Monate in den Dienst der Mannschaft stellt, nicht regelmäßig trainiert, aber im Sinne der Mannschaft Einsätze hat, ist es so, dass eine Formkurve in den seltensten Fällen nach oben geht. Er verdient von meiner Seite jeden Respekt, dass er sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Seit zwei bis drei Wochen kann er wieder jedes Training machen, das merkt man ihm auch an.

Gleiches gilt für Fabi Nürnberger. Er kann seit dem Beginn der Länderspielpause im März wieder komplett trainieren. Gegen Hannover fand ich ihn schon wieder deutlich stärker, und auch bei ihm spüre ich, was ich bei vielen Spielern spüre: Sie nähern sich wieder ihrer Topform an. Deshalb bin ich auch optimistisch, dass wir die beiden nah an ihr Limit führen können und sie uns dann helfen können, wie sie es schon getan haben, als absolute Leistungsträger.

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