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27.09.2025 / Profis

Souverän

Die Lilien zeigen im Heimspiel gegen Dynamo Dresden (26.9.) einen souveränen Auftritt und fahren einen ungefährdeten Sieg ein. Fraser Hornby trifft erstmals in dieser Saison, während Sturmpartner Isac Lidberg einen unglaublichen Lauf hat. Dazu kam eine stabile Defensive. Unsere Analyse zum Heimsieg gegen Dresden.

Szene des Spiels:

Hornbys 2:0. „Fraser hat sich dieses Tor so verdient.“ Florian Kohfeldt hatte in den Interviews nach Spielende ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als er auf das 2:0 von Fraser Hornby angesprochen wurde. Es war der erster Saisontreffer für den Angreifer, der zuvor sechs Spiele auf diesen Moment warten musste und dennoch bislang eine „herausragende“ (O-Ton Kohfeldt) Saison spielt. Am Freitagabend durfte sich der Schotte nicht nur über eine weitere bärenstarke Leistung und seinen Treffer freuen, das 2:0 kurz nach der Pause brachten die Lilien auch endgültig auf die Siegerstraße. 

„Fraser macht so viel für unser Spiel und ist extrem entscheidend für uns. Er reißt Räume und ist der Organisator unseres Pressings“, beschrieb Kohfeldt explizit die Bedeutung Hornbys für den SV 98, während der Gelobte selbst erklärte: „Ich freue mich sehr über mein Tor. Es hätte schon deutlich früher in dieser Saison passieren können, aber wir hatten als Team bislang einen sehr guten Saisonstart und ich habe meine Teil dazu beitragen können, obwohl ich mich zuvor noch nicht in der Torschützenliste eintragen konnte.“ 

Das gelang nun und sorgte dafür, dass der SV 98 spätestens mit der 2:0-Führung im Rücken einen sehr kontrollierten und souveränen Auftritt auf den Platz brachten und einen ungefährdeten Heimsieg einfahren konnten. Hornby selbst wurde in der 82. Minute mit Sprechchören und unter stehenden Ovationen ausgewechselt. 

Das lief gut:

Die Defensive. Den gefährlichsten Abschluss der Partie verzeichnete Dynamo Dresden in der 95. Minute, als Jakob Lemmer knapp am langen Eck vorbeizirkelte. Über die gesamte Spielzeit ließen die Lilien keine Großchance der Gäste zu, der Defensivverbund funktionierte hervorragend, Cheftrainer Kohfeldt hob explizit auch den Anteil der vorderen Akteure daran hervor: „Wir haben nie aufgehört, zu pressen und anzulaufen. Die Basis für unser Spiel und Ergebnisse ist es, dass die vier Offensiven und die beiden Sechser die Laufintensität beibehalten. Das sind wichtige Läufe und ich rechne es den Jungs hoch an, dass sie das ständig machen.“

Die Viererkette aus Sergio Lopez, Patric Pfeiffer, Aleksandar Vukotic und Startelfdebütant Leon Klassen verrichtete ihre Aufgaben ebenfalls in überzeugender Manier, Torhüter Marcel Schuhen verlebte mit Blick auf sein Kerngeschäft ‚Bälle halten‘ einen vergleichsweise ruhigen Abend. In vier der bisherigen sieben Spiele blieb der Schlussmann ohne Gegentor, das Kollektiv des SV 98 funktioniert. Auch dann, wenn ein Spieler für einen anderen in die Bresche springen muss. Leon Klassen zeigte einen „im positivsten Sinne sehr soliden Auftritt“ und rechtfertigte damit das Vertrauen des Cheftrainers vollends. Was uns direkt zum nächsten positven Punkt führt:

Der Konkurrenzkampf: Es mag ein abgegriffener Satz sein, aber „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Die Lilien sind dafür derzeit ein gutes Beispiel. Auf nahezu jeder Position gibt es Spieler, die mit ihren Leistungen in Training oder in Spielminuten Druck auf die Startelf auszüben. „Marseiler, Papela, Boetius, Maglica, Bialek. Wir haben einige, die reindrängen. Das ist gut so“, erklärte Florian Kohfeldt, der regelmäßig von „Lieblingskopfschmerzen“ spricht, die im die positive Personallage bereitet. 

Lidberg/Hornby: Das Sturmduo der Lilien war das Hauptthema des Abends. Der eine, Lidberg, blickt nun auf sieben Tore in sieben Spielen zurück. Der andere, Hornby, traf erstmals und bereitet zuvor bereits vier Treffer vor. Kein Wunder also, dass immer wieder nach der besonderen Verbindung der beiden gefragt wurde. „Es sind total unterschiedliche Typen auf dem Platz, aber neben dem Platz auch beste Kumpels. Isac lauert auf der letzten Linie, spielt körperlich und macht viele tiefe Läufe. Fraser kommt in Zwischenräume, fühlt sich dort wohl, hat einen sehr guten Abschluss und organisiert unser Pressing“, resümmierte Kohfeldt auf der Pressekonferenz, nachdem er zuvor bereits bei SKY erklärt hatte: „Die beiden zusammen, das ist schon gut.“

 

Das lief nicht gut:

Phasen im eigenen Ballbesitz. Vorweg: Der Rubrikname „Das lief nicht gut“ ist an dieser Stelle zu harsch. „Da war noch Luft nach oben“, würde es in diesem Fall vielleicht besser treffen. Oder wir nutzen die Worte Florian Kohfeldts: „Mit dem Ball waren wir heute nicht super.“

Die Lilien schafften es insbesondere in der ersten halben Stunde nicht vollends, die sich bietenden Räume zu nutzen, Kohfeldt beobachtete „teilweise hektische Aktionen.“ „Wir hatten viele Ballgewinne in der letzten Linie, auch schon in der ersten Halbzeit. Wenn wir da ruhiger bleiben, können wir zu noch klareren Abschlüssen kommen“, konkretisierte der Cheftrainer, dem auch Marco Richter zustimmte: „Der eine oder andere Pass hat nicht so gut funktioniert, nach einem 2:0 möchte ich mich aber auch nicht zu viel beschweren.“ Sehen wir ähnlich.

Das Ausspielen der Torchancen im zweiten Durchgang: „Ein bisschen mehr Zielstrebigkeit in den Umschaltaktionen wäre mir lieber gewesen“, verriet Kohfeldt mit Blick auf weite Strecken des 2. Durchgangs, in denen der SV 98 nach dem 2:0 absolut dominant auftrat, es aber verpasste, ein drittes oder viertes Tor nachzulegen. „Ich hatte das Gefühl, dass sich die Jungs gegenseitig noch einen auflegen wollten. Das ist erstmal eine positive Eigenschaft und spricht für das Teamgefüge“, so der Lilien-Cheftrainer, der sich aber nicht allzu lange mit den verpassten Gelegenheiten aufhalten wollte. Auch Hornby gab zu, dass sowohl er als auch Sturmpartner Lidberg weitere Treffer hätten erzielen können, setzte dann aber mit seinem finalen Satz einen Schlusspunkt hinter den Abend und auch hinter diese Rubrik: „Aber am wichtigsten sind die drei Punkte.“

 

Zitat des Tages

"Es sind total unterschiedliche Typen auf dem Platz, aber neben dem Platz auch beste Kumpels."

Florian Kohfeldt über Hornby und Lidberg

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