Ein Spiel Sperre für Pfeiffer
Das DFB-Sportgericht hat Patric Pfeiffer nach dessen Platzverweis gegen die SV Elversberg für eine Partie gesperrt.
Ein kühler Morgen legt sich über die Hänge des Saartals, als die ersten Sonnenstrahlen die Kaiserlinde treffen. Zwischen Fachwerkhäusern und engen Straßen erwacht ein Ort, der auf den Landkarten kaum auffällt – und doch mischt er inzwischen munter im Profi-Fußball mit. Und um ein Haar hätte der Klub sich sich sogar für das Fußball-Oberhaus qualifiziert, in der Relegation im Sommer zog man gegen den 1. FC Heidenheim knapp den Kürzeren. Doch auch diese Saison zeigt: In Elversberg, der kleinsten Stadt der gesamten 2. Bundesliga, mischt sich die Ruhe des Alltags mit fußballerischer Qualität.
Wer heute an die SV Elversberg denkt, sieht einen offensivstarken Zweitligisten – doch die Wurzeln dieses Vereins reichen weit zurück, in eine Zeit, in der Fußball noch auf freien Wiesen gespielt wurde. 1907 als „FC Germania Elversberg“ gegründet, erlebte der Klub seine ersten Jahre zwischen Euphorie und Erschütterung: Der Erste Weltkrieg führt 1914 zur Auflösung, doch bereits 1918 entsteht der Verein neu – diesmal als „Sportvereinigung Elversberg VfB“.
Mit dem Bau des Sportplatzes an der Kaiserlinde in den 1920er-Jahren findet die Mannschaft erstmals eine feste Heimat. Sportlich pendelt sie zwischen A-Klasse, Kreis- und Bezirksliga. Nach dem Zweiten Weltkrieg ordnen die Besatzungsmächte das Vereinswesen neu, und 1945 schließen sich alle Sportvereine des Ortes zur „Sportgemeinde Elversberg“ zusammen.
Nach einigen Jahren in der Kreis- und Bezirksklasse gelingt 1951 der Aufstieg in die Landesliga als höchste saarländische Amateurklasse. 1952 kehrt der Verein zum alten Namen „Sportvereinigung Elversberg VfB 07“ zurück, aus dem später die „SV 07 Elversberg e.V.“ wird.
Was damals kaum jemand erahnte: Aus dieser saarländischen Gemeinschaft wird Jahrzehnte später ein Profi-Klub entstehen, der drauf und dran ist, sich in der 2. Bundesliga zu etablieren oder sogar das Tor zur Bundesliga aufzustoßen. Bereits in der dritten Saison in Folge mischen die Saarländer im Fußball-Unterhaus mit.
| Top-Torjäger | Top-Vorlagengeber |
| Younes Ebnoutalib – 10 Tore | Bambasé Conté – 5 Assists |
| Bambasé Conté – 3 Tore | Lukas Petkov – 2 Assists |
| Lukas Petkov – 2 Tore | Nicholas Mickelson – 2 Assists |
| Frederik Schmahl – 2 Tore | Lukasz Poreba – 2 Assist |
| Felix Keidel – 2 Tore | Felix Keidel – 2 Assist |
Vincent Wagner
Cheftrainer bei SV 07 ElversbergDie SV Elversberg dominiert aktuell klar die Offensivstatistiken. Mit 210 Torschüssen liegt die Mannschaft ligaweit an der Spitze. Dabei bringen sie die gegnerischen Torhüter nicht nur regelmäßig unter Beschuss, sondern treffen den Ball auch häufig ins Netz: 27 Tore sind ebenfalls Spitzenwert der Liga. Auf Platz zwei folgt die Arminia Bielefeld mit 25 Treffern.
Die Halle riecht nach Schweiß und Gummi, das Schlagen der Füße auf dem Mattenboden hallt von den Wänden wider. Ein junger Younes Ebnoutalib steht barfuß in der Mitte, den Blick fest auf seinen Vater gerichtet. Faissal Ebnoutalib, Olympia-Silbermedaillengewinner im Taekwondo, korrigiert die Haltung seines Sohnes und dreht leicht dessen Hüfte ein. Der Junge nickt – und im nächsten Moment schnellt sein Fuß blitzartig nach oben, sauber, präzise, kraftvoll. Niemand in dieser Halle ahnt damals, dass diese Bewegungen einmal die Basis für eine völlig andere Karriere bilden würden.
Heute erkennt man sie in jedem seiner Sprints wieder, in jedem Körperkontakt, in jeder Drehung auf engstem Raum. Younes Ebnoutalib bringt eine sportliche Grundlage mit, die im Profifußball selten ist: den schwarzen Gürtel. Mit 14 Jahren begann Ebnoutalibs fußballerische Laufbahn in der Jugend beim SV 07 Heddernheim und wechselte später zu Rot-Weiss Frankfurt, bevor er 2019 in die Jugend von SV Wehen Wiesbaden ging. Nach einem weiteren Zwischenstopp bei Rot-Weiss Frankfurt zog es ihn 2022 nach Italien, wo er für die U19 von AC Perugia spielte. Später wurde sein Vertrag aufgrund eines Fußbruchs aufgelöst, sodass er ein halbes Jahr vereinslos war. Im Januar 2025 kehrte er nach Deutschland zurück und unterschrieb beim FC Gießen in der Regionalliga Südwest – dort erzielte er in 19 Spielen sechs Tore und bereitete mehrere Treffer vor.
Noch im selben Jahr folgte der Sprung in die 2. Bundesliga: SV 07 Elversberg verpflichtete ihn zum 1. Januar 2025 mit einem langfristigen Vertrag bis 2028. Und Ebnoutalib liefert: In dieser Saison kommt er auf 13 Einsätze und zehn Tore.