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10.03.2026 / Profis

1. FC Magdeburg im Gegnercheck

Um 18.30 an einem eher unscheinbaren Freitagabend schien das Flutlicht auf den Fürther Fußballrasen. Es war der 21. Zweitliga-Spieltag, als der 1. FC Magdeburg bei der Spielvereinigung gastierte. Die Begegnung wurde im Vorfeld als „Kellerduell“ betitelt, doch dass genau diese Partie als „historisch“ in die Geschichtsbücher der 2. Bundesliga eingehen würde, damit rechnete wohl keiner…

1. FC Magdeburg
Foto: DFL/Getty Images/Boris Streubel

Minute acht: 1:0 für Greuther Fürth. Was dann geschah, war Spektakel pur. 13., 15., 23., 29. und 33. Minute: Von 0:1 – binnen nur 20 Zeigerumdrehungen – auf 1:5. Rekord! Es waren 20 Minuten, in denen Magdeburg komplett aufdrehte. 20 Minuten, die noch nie zuvor ein Verein in der 2. Bundesliga so effizient nutzte. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Ein Spektakel wollte nämlich auch die Elf aus Fürth bieten. Zur Halbzeit stand es 3:5 aus Fürther Sicht. Acht Tore in 45 Minuten? Die torreichste Halbzeit der Zweitliga-Geschichte! Einzig im Duell zwischen Kaiserslautern und Meppen im Jahr 1997 fielen ebenfalls acht Tore bis zum Halbzeitpfiff – 6:2, so der Pausenstand damals.

Die große Aufholjagd blieb den Fürthern trotz des Anschlusstreffers aber verwehrt – 4:5 lautete das Endergebnis. Ein derartiges Tore-Feuerwerk erlebt man in seiner Karriere meist kein zweites Mal. Es sei denn, man spielt in dieser Saison bei Magdeburg oder Fürth. Denn das Hinspiel zeigte sich nicht weniger attraktiv: 5:4 konnten damals noch die Fürther gewinnen. Für Magdeburg war der Sieg im Rückspiel derweil der letzte Sieg an den vergangenen Zweitliga-Spieltagen. Anschließend verlor der FCM sowohl gegen Bielefeld (0:2) und Schalke (3:5) als auch gegen Karlsruhe (1:3) und Elversberg (0:1). Somit rutschten die Magdeburger vor dem Duell mit dem SV Darmstadt 98 am kommenden Freitagabend (13.3./18.30 Uhr) auf den letzten Tabellenplatz ab.

TOP SCORER - 2. Bundesliga

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Mateusz Zukowski – 11 Tore Baris Atik – 10 Assists
Rayan Ghrieb – 4 Tore Alexander Nollenberger – 3 Assists
Baris Atik – 4 Tore Rayan Ghrieb – 3 Assists
Maximillian Breunig – 3 Tore Laurin Ulrich – 3 Assists
Alexander Nollenberger – 3 Tore Mateusz Zukowski – 2 Assists

 

Der Trainer

Petrik Sander

Cheftrainer des 1. FC Magdeburg
  • Geburtstdatum (Alter): 17.11.1960 (65)
  • Geburtsort: Quedlinburg
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: Oktober 2025
  • Vorherige Trainerstationen: Magdeburg II, Magdeburg U19, Budissa Bautzen, TuS Koblenz, Carl Zeiss Jena, VfR Aalen, Energie Cottbus

Prunkstück

Achtung! In der zweiten Reihe lauert die Gefahr. Stehen die Jungs aus Magdeburg vor einer unüberwindbaren Defensive, haben sie dennoch ein Ass im Ärmel. Mit 35 Toren in der aktuellen Saison steht das Team von Petrik Sander zwar „nur“ mit einem durchschnittlichen Wert da, aber… Die Spieler des FCM haben erkannt, dass man nicht nur aus der Box heraus Tore erzielen kann. So stellt der 1. FC Magdeburg den ligaweiten Spitzenwert bei Toren außerhalb des Strafraums: Sieben Buden hat Magdeburg in der laufenden Saison schon gezimmert, ohne in den Sechzehner eintreten zu müssen. Auch allgemein bei Abschlüssen von außerhalb des Strafraums (162) liegen die Magdeburg im Ligavergleich auf Platz eins. Achtung also bei Fernschüssen des FCM!

All Eyes on ...

Er ist aktuell das Licht des 1. FC Magdeburg im Tabellenkeller. Bereits von vielen Medien als Hoffnungsträger betitelt, sollen die Tore von Mateusz Zukowski den ostdeutschen Traditionsverein in der Liga halten. Elf Treffer und drei Vorlagen stehen dem polnischen Stürmer bereits zugute. Damit ist er an über einem Drittel aller Magdeburger Tore beteiligt. Allein in diesem Jahr kommt er auf acht Scorerpunkte, sechs davon sammelte er in den beiden Duellen mit Greuther Fürth und Schalke 04.

Dabei war bis vor kurzem überhaupt nicht abzusehen, dass der Pole solche Goalgetter-Qualitäten überhaupt besitzt. Seine Karriere startete er auf der Rechtsverteidiger-Position. Und auch bis zu seinem Wechsel nach Magdeburg war Zukowski eher auf der Außenbahn zuhause. Nur fünf Treffer in über einhundert Erstliga-Spielen in Polen ließen solch einen Durchbruch, wie er ihn aktuell in Magdeburg erlebt, nicht gerade voraussagen. Doch der FCM glaubte an den 24-Jährigen, der reichlich Erfahrungen in seinem Heimatland sammelte und sogar anderthalb Jahre bei den prestigeträchtigen Rangers aus Glasgow unter Vertrag stand.

Seit dieser Saison ist Zukowski nun ein Clubspieler. Doch aller Anfang war schwer: Aufgrund einer Fuß-Verletzung machte er erst im November sein erstes Pflichtspiel für den FCM. Ein Fakt, der es noch einmal bemerkenswerter macht, dass der polnische Juniorenspieler bereits 14 Torbeteiligungen vorweisen kann. Petrik Sander, Cheftrainer des 1. FCM, unterstrich nach dem 5:4-Sieg im Februar in Fürth (Zukowski traf dort per Hattrick) die Wichtigkeit des Mittelstürmers: „Er ist unwahrscheinlich wichtig für uns, weil er eine Wucht und Dynamik mitbringt, die uns komplett gefehlt hat.“ Zukowski selbst brachte es in wenigen Worten auf den Punkt. „Ich bin hungrig auf Tore“, so der polnischen Angreifer des 1. FC Magdeburg.

Mateusz Zukowski im Zweikampf im Spiel gegen SV 07 Elversberg
Mateusz Zukowski im Zweikampf mit Jan Gyamerah (SV 07 Elversberg) Foto: Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

Blick in die FCM-Vitrine

  • Europapokal der Landesmeister: 73/74
  • Drittligameister: 21/22, 17/18
  • DDR-Meister: 74/75, 73/74, 71/72
  • DDR-Pokalsieger: 82/83, 78/79, 77/78, 72/73, 68/69, 64/65, 63/64
  • Meister der Regionalliga Nordost: 14/15
  • Landespokal-Sieger Sachsen-Anhalt: 21/22, 17/18, 16/17, 13/14, 12/13, 08/09, 05/06, 02/03, 00/01, 97/98, 92/93

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