Profiverträge für Herbst und Merx
Der SV 98 hat Milian Herbst und Manolo Merx mit Profiverträgen ausgestattet. Die beiden Nachwuchsspieler werden damit in der kommenden Saison dem Profikader der Lilien angehören.
Normalerweise fährt das Auswärtsteam mit dem Mannschaftsbus zum Stadion – direkt zum Eingang der Katakomben, von wo aus sie nur wenige Schritte in die Kabine laufen müssen. Blöd nur, wenn der Bus im Stau feststeckt und nicht vorankommt… So geschehen am vergangenen Sonntag (29.9.) vor dem Zweitliga-Spiel des Karlsruher SC beim 1. FC Köln. Und weil nichts mehr ging, gingen plötzlich die Bustüren auf und die Spieler des KSC legten die letzten Meter bis zum Rhein-Energie-Stadion zu Fuß zurück.
Aufgrund dessen wurde der Anpfiff zehn Minuten nach hinten verschoben. Und die Karlsruher kamen auch dann nicht gut in die Partie, lagen bereits nach einer Viertelstunde mit 0:3 im Hintertreffen. Was aber folgte, war eine unglaubliche Aufholjagd der Mannschaft von Cheftrainer Christian Eichner. Zunächst lag der KSC zur Pause noch mit 2:4 zurück, doch erkämpften sich die Karlsruher am Ende ein beeindruckendes 4:4. Ein bemerkenswertes Comeback einer Mannschaft, die in der aktuellen Saison ohnehin zu den Spitzenteams der 2. Bundesliga gehört: So rangiert der Karlsruher SC ungeschlagen und mit 15 gesammelten Zählern auf dem dritten Tabellenplatz. Wir nehmen den kommenden Gegner des SV Darmstadt 98 vor dem Duell am Freitagabend (4.10./18.30 Uhr) einmal genauer unter die Lupe.
| Top-Zugänge | Top-Abgänge |
| David Herold (Linksverteidiger, Bayern München II) | Lars Stindl (Karrierende) |
| Luca Pfeiffer (Angriff, VfB Stuttgart) | Jerome Gondorf (Karriereende) |
| Lasse Günther (Linksverteidiger, FC Augsburg) | Philip Heise (Dynamo Dresden) |
| Bambase Conte (Linksaußen, TSG 1899 Hoffenheim) | Tim Rossmann (Fortuna Düsseldorf) |
| Robin Heußer (Mittelfeld, Wehen Wiesbaden) | Patrick Drewes (VfL Bochum) |
Beim Thema Organisation rund um das Spiel am Freitag wird Christian Eichner wohl nicht mehr gerne mitentscheiden wollen. Vergangenes Wochenende, bei der Anreise zum Auswärtsspiel nach Köln, mit dem Bus, ist dem Karlsruher SC das passiert, was eigentlich nicht passieren sollte. Aufgrund eines Staus mussten die Spieler geschlossen zum Rhein-Energie-Stadion laufen, weshalb sich der Anpfiff um zehn Minuten verschob. „Das war ein Fehler in der Planung, da nehme ich mich in die Pflicht“, gestand Eichner auf der Pressekonferenz nach der Partie.
Rückblick. Der ehemalige Außenverteidiger ist schon seit seiner Jugendzeit durch und durch Karlsruher. Dort hat er bereits in der U17 seine aktive Profikarriere gestartet. Anschließend ging es über die zweite Mannschaft hoch zum Profikader – 137 Pflichtspiele für Karlsruhe stehen in seiner Vita. Insgesamt kam Eichner auf 139 Spiele in der Fußball-Bundesliga, die er für den KSC, den 1. FC Köln und Hoffenheim bestritt. Aufgrund einer Meniskusverletzung endete seine Spielerkarriere allerdings dann im Januar 2015. Ohne den Profisport ging es aber anscheinend nicht für ihn. Ein Jahr später startete der Sinsheimer seine Laufbahn als Trainer beim Karlsruher SC in der U17 und stieg gleich im Folgejahr zum Co-Trainer der Profis auf. Erstmals übernahm er 2017 interimsmäßig die Rolle des Cheftrainers. Im Jahr 2020 war es dann die feste Lösung der Badener, die seitdem anhält und Erfolg verspricht.
Das Prunkstück des Karlsruher SC? Das Wildparkstadion. Die Heimspielstätte des KSC ist bis dato eine uneinnehmbare Festung – drei Heimspiele, drei Heimsiege. Zudem überzeugen die Badener durch ihre Torgefahr. Denn 16 Saisontore werden aktuell nur vom 1. FC Köln (18) getoppt. Mit Budu Zivzivadze haben die Karlsruher zudem den besten Torjäger der laufenden Zweitliga-Saison im Kader – sechs Treffer erzielte der Georgier bis dato, den ersten Platz in der Torjägerliste teilt er sich aktuell mit Moussa Sylla vom FC Schalke 04.
Die Verteidigung des SV Darmstadt 98 wird beim Auswärtsspiel in Karlsruhe ein besonderes Augenmerk auf einen Spieler werfen müssen. Denn Budu Zivzivadze befindet sich aktuell in einer beeindruckenden Form. Bereits letztes Jahr konnte der Stürmer in 31 Spielen zwölfmal den Ball im gegnerischen Tor unterbringen. In dieser Spielzeit sind es schon sieben Tore in acht Pflichtspielen. Groß aufgespielt hat der 30-Jährige im Auftaktspiel gegen den 1.FC Nürnberg. Nach einem 0:2 Rückstand drehte der Offensivspieler das Spiel im Alleingang. Dabei hat, wie er sagt, „natürlich der Dreierpack mir Selbstvertrauen gegeben.“ Das zeigte er auch gleich in den darauffolgenden Spielen und schoss somit den späten Siegtreffer gegen Eintracht Braunschweig und beide Tore im Aufeinandertreffen mit dem FC Schalke 04. Bei 50 Prozent aller KSC-Tore in der aktuellen Zweitliga-Saison war der Angreifer direkt beteiligt.
Für sein Heimatland Georgien lief Zivzivadze derweil 30-mal im Trikot der Nationalmannschaft auf und kommt auf acht Länderspieltore. Eines seiner größten Karrierehighlights dürfte die Nominierung von Nationaltrainer Willy Sagnol für die Europameisterschaft 2024 in Deutschland gewesen sein. Dabei wurde der 1,89 Meter große Angreifer im Auftaktspiel gegen die Türkei in der 85. Minute eingewechselt. Seinen zweiten EM-Einsatz erhielt er erst im späteren Verlauf des Turniers, im überraschenden Achtelfinale gegen den späteren Europameister Spanien.