Widget
15.01.2025 / Profis

Fortuna Düsseldorf im Gegnercheck

Über 50.000 Zuschauer befanden sich 2009 in der ausverkauften Düsseldorfer Arena, um bei herrlichen Sommertemperaturen die Drittligapartie zwischen der Fortuna und der Zweitbesetzung des SV Werder Bremen vor Ort zu sehen. Für die 3. Liga eine Rekordkulisse. Aus einem einfachen Grund: Die Fortuna konnte in diesem Spiel den Weg zurück in die 2. Bundesliga finden. Gesagt, getan. Am Ende war es eine Flanke, die den Hausherren das Glück bescherte. Bremens Torhüter rutschte der Ball dabei durch die Finger, der Jubel kannte keine Grenzen. Die Führung verwaltete Düsseldorf schließlich bis zum Schluss – und als Bibiana Steinhaus dreimal in ihre Pfeife pustete, war es vollbracht: Fortuna Düsseldorf durfte sich nach zehn Jahren der Abstinenz wieder als Zweitligisten bezeichnen.

Foto: Eibner-Pressefoto/ Claudius Rauch

Dort hielten sie sich drei Jahre lang, bevor 2012 sogar der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelang. Allerdings ging es da schnell wieder runter ins Unterhaus. 2018 folgte die Deutsche Zweitligameisterschaft und somit der erneuten Aufstieg in Liga eins. Zwei Spielzeiten hielten sie sich diesmal in der Beletage des deutschen Fußball. Nun mittlerweile seit fünf Jahren sind die Fortunen in der zweithöchsten Klasse angesiedelt. Dort scheiterten sie im letzten Jahr nur denkbar knapp in der Relegation gegen den VfL Bochum. Wir schauen uns den Gegner des SV Darmstadt 98 vor dem Aufeinandertreffen am kommenden Freitag (17.1./18.30 Uhr einmal genauer an.

Top-Scorer-Liga & Pokal

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber 
Isak Johannesson – 6 Tore Isak Johannesson – 5 Assists
Dawid Kownacki – 5 Tore Shinta Appelkamp – 4 Assists
Tim Rossmann – 2 Tore Dawid Kownacki – 2 Assists
Jona Niemiec – 2 Tore  Tim Rossmann – 2 Assists 
Dzenan Pejcinovic – 2 Tore  Myron van Brederode – 2 Assists

 

Der Trainer

Nach der aktiven Karriere als Fußballprofi schlug er einen ganz besonderen Weg ein. Er sprang auf dem Trampolin, ritt auf Pferden und erlernte zahlreiche neue Fähigkeiten, die ihm in seinem späteren Berufsleben helfen sollten. Sieben Jahre lang – von 2012 bis 2019 – verbrachte Daniel Thioune an der Universität Vechta, wo er Sportwissenschaften und Erziehungswissenschaften studierte.

Sein Ziel war klar: Nach dem Studium wollte er eine Karriere als Profitrainer starten. Dabei waren die sportwissenschaftlichen Grundlagen unverzichtbar, doch vor allem die Erziehungswissenschaften hinterließen bei ihm einen bleibenden Eindruck. Er lernte, wie wichtig der soziale Umgang in einer großen Gruppe ist und wie man diese für eine gemeinsame Vision begeistert. Seine Mission, wie er einst sagte: „Die Spieler für sich zu gewinnen, mit auf eine Reise zu nehmen und Potenzial in sämtlichen Bereichen freizusetzen, das erfordert ein hohes Maß an Empathie und Führung.“

Diese Führungsqualitäten musste er auch nach einem schweren Rückschlag beweisen: Nach der bitteren Niederlage mit Fortuna Düsseldorf im Relegationsrückspiel gegen den VfL Bochum am 27. Mai. Den Aufstieg verpasst im Elfmeterschießen. Doch statt an diesem Tiefpunkt zu zerbrechen, fand das Team wieder zusammen. Gemeinsam haben sie aus dieser Situation viel mitnehmen können und sich gesammelt. Die Relegation? Abgehakt. Bis heute habe er sich das Rückspiel nicht nochmal angesehen. Stattdessen bleibe es auch weiterhin Thioune‘s Ziel, eines Tages als Trainer um 15.30 Uhr am Spielfeldrand in der Bundesliga zu stehen. Doch aktuell begeistert ihn vor allem die Arbeit mit seiner Mannschaft. Mit ihr wolle er Erfolg haben. „Es ist aufregend, sich mit Fortuna weiterzuentwickeln, gesund zu wachsen und nachhaltig zu arbeiten“, sagt Thioune.

Foto: Eibner-Pressefoto/Gabriel Boia

Das Prunkstück

Die Fortuna zeigt sich in dieser Saison beeindruckend vielseitig, wenn es um das Toreschießen geht. Insgesamt haben die Düsseldorfer bereits 25 Treffer erzielt – und das durch die Beteiligung von zwölf verschiedenen Torschützen. Besonders auffällig: Jeder Stürmer, der Einsatzminuten erhielt, hat mindestens einmal das gegnerische Tor getroffen.

Dennoch steht ein Name an der Spitze der internen Torjägerliste: Isak Bergmann Johannesson. Der Mittelfeldspieler hat mit sechs Treffern die meisten Tore für die Fortuna erzielt. Für die Lilien bedeutet das: Der Fokus darf sich bei der Vorbereitung auf das Spiel nicht nur auf einen bestimmten Spieler richten, sondern es ist Wachsamkeit gefragt. Denn bei der Fortuna kann jederzeit jeder treffen.

All Eyes on ...

Kaum gefüllte Ränge, jedes Geräusch der Spieler hallt durchs Stadion. Und der Rasen vor dem Tor gleicht eher einem Sandkasten als einem Spielfeld. So sahen oftmals die Spieltage eines Regionaltorhüters aus – auch die des einstigen Schlussmannes der Amateure des VfB Stuttgart. Doch dann änderte sich alles schlagartig.

Florian Kastenmeier. Er blinzelte und fand sich plötzlich in einer stimmungsvollen Arena wieder. Gefüllte Tribünen, Fahnen hüben wie trüben. Und vor seinem Tor ein makelloses Grün. Für Kastenmeier muss es sich wohl wie ein Traum angefühlt haben. Ein Traum, welcher durch unvorhersehbare Ereignisse zur Realität wurde: Erst verletzte sich Fortunas Stammtorhüter Zack Steffen. Dann entschied sich der damalige Trainer Friedhelm Funkel gegen Michael Rensing, der eine Schultereckgelenk-Sprengung hinter sich hatte. So fand sich Kastenmeier – damals nur dritter Torhüter – plötzlich zwischen den Pfosten bei den Fortuna-Profis wieder. Und das auch noch in der 1. Fußball-Bundesliga. Das erste Spiel in Liga 1 gegen Werder Bremen endete mit einer 0:1-Niederlage – kurz darauf folgte ein Trainerwechsel. War die Reise für ihn damit beendet? Zurück in die zweite Reihe? Nein, auch der neue Coach setzte auf den neuen Mann im Gehäuse.

Heute – fünf Jahre später – ist Kastenmeier die unangefochtene Nummer eins im Tor von Fortuna Düsseldorf. Damit hat der 27-Jährige eine Bestmarke gesetzt: Kein anderer Torhüter hat sich so lange zwischen den Düsseldorfer Pfosten gehalten. Auch in dieser Saison zahlt Kastenmeier das Vertrauen seines Vereins mit starken Leistungen zurück. Mit 73 Paraden steht er auf Platz eins im Vergleich aller Torhüter der 2. Bundesliga. Im Schnitt pariert er damit 4,3 Schüsse pro Spiel.

Foto: EIBNER/Michael Schmidt

Blick in die Fortuna-Vitrine

  • Deutscher Meister: 1932/33
  • Deutscher Pokalsieger: 1978/79, 1979/80
  • Deutscher Zweitligameister: 1988/89, 2017/18
  • Intertoto-Cup-Sieger: 1966/67, 1983/84, 1985/86
  • Westdeutscher Pokalsieger: 1955/56, 1956/57, 1957/58, 1961/62, 1970/71

Ähnliche Artikel

Alle anzeigen
„Man hat schon Pferde kotzen sehen“
30.04.2026

„Man hat schon Pferde kotzen sehen“

Unser Cheftrainer sprach auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC (3.5./13.30 Uhr) über die mentale Frische seines Teams, die Marschroute der verbleibenden Spielen und seinen Trainerkollegen, dessen Engagement nach sechs Jahren beim KSC nach dieser Saison endet. 

Der Karlsruher SC im Gegnercheck
30.04.2026

Der Karlsruher SC im Gegnercheck

Linker Haken, "Onehundredandeightyyyyyyy" und den Staffelstab übergeben. Hört sich nicht nach Fußball an - und das stimmt auch. Oft wird der KSC mit Profifußball in Verbindung gebracht, doch bei der Masse an Titel im Gesamtverein lohnt sich auch der Blick abseits des Fußballplatzes. Titel von Baden-Württemberg bis nach Rom.

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum KSC-Spiel
30.04.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum KSC-Spiel

Lilien im Wildpark! Der SV Darmstadt 98 gastiert anlässlich des 32. Zweitliga-Spieltags am kommenden Sonntag (3.5./13.30 Uhr) beim Karlsruher SC. Geht die positive Bilanz aus den letzten Aufeinandertreffen aus Sicht der Lilien weiter? Setzen Florian Kohfeldt und Isac Lidberg ihre Serie gegen den KSC fort? Und hört Fabian Schleusener endlich mal auf, gegen den SV 98 zu treffen? Wir haben alle Zahlen & Fakten zum Spiel für Euch zusammengetragen.

Ein Spiel Sperre für Pfeiffer
27.04.2026

Ein Spiel Sperre für Pfeiffer

Das DFB-Sportgericht hat Patric Pfeiffer nach dessen Platzverweis gegen die SV Elversberg für eine Partie gesperrt.

Bölle-Energie
26.04.2026

Bölle-Energie

Als sich Florian Kohfeldt in der Halbzeitpause der Mannschaftskabine näherte, da hörte der Cheftrainer der Lilien genau einen Satz: „It’s not finished“. Ausgesprochen hatte ihn Fraser Hornby und damit die Marschroute für seine Teamkollegen und sich selbst festgelegt. Was folgte, war eine besondere zweite Hälfte des SV 98 und ein Punkt gegen die SV Elversberg, der für die Aufstiegsträume in Südhessen zwar zu wenig sein dürfte, aber trotzdem für Stolz bei den Lilien sorgte.

„Sind physisch über uns hinausgewachsen“
25.04.2026

„Sind physisch über uns hinausgewachsen“

Bis zum Schluss in Unterzahl gekämpft und alles probiert. Doch am Ende müssen die Lilien im ausverkauften Merck-Stadion am Böllenfalltor mit einem 3:3 gegen die SV Elversberg leben. Wie ordnen die Darmstädter Protagonisten die leidenschaftlichen 90 Minuten am Bölle ein? Was sagen beide Cheftrainer zur Partie? Wir haben alle Stimmen für Euch zusammengefasst.

Punkt gegen Elversberg
25.04.2026

Punkt gegen Elversberg

Kein Sieger im Verfolgerduell: Mit 3:3 (2:3) endet das Heimspiel der Lilien gegen die SV Elversberg. Nach zuletzt drei Niederlagen konnte der SV 98 zumindest wieder einen Zähler einfahren und steht nun bei 51 Saisonpunkten. Für die Südhessen trafen Pfeiffer (14.) und Hornby (15., 51.).

Furukawa und Petretta starten
25.04.2026

Furukawa und Petretta starten

Heimspieltag im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Anlässlich des Samstagabendspiels am 31. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga empfängt der SV Darmstadt 98 die SV Elversberg. Und Cheftrainer Florian Kohfeldt verändert seine Startelf gegenüber der Vorwoche auf zwei Positionen. Raoul Petretta ersetzt Fabian Nürnberger (Oberschenkelprobleme). Außerdem startet Yosuke Furukawa für Killian Corredor gegen das Team aus dem Saarland.

Matchday kompakt: Alle Infos zum Elversberg-Spiel
24.04.2026

Matchday kompakt: Alle Infos zum Elversberg-Spiel

Auf ein Neues unter Flutlicht. Am Samstagabend (25.4./20.30 Uhr) spielen die Lilien gegen die SV Elversberg. Wie fallen die Meinungen der Trainer vor dem Spiel aus? Wer pfeift, wer überträgt und kommentiert das Spiel? Und mit welchem Wetter können die Lilien-Fans im Stadion rechnen? Alle Infos für euch in „Matchday Kompakt“ zusammengetragen.

„Darmstadt 98 kann hinfallen, aber liegen bleiben ist keine Option“
24.04.2026

„Darmstadt 98 kann hinfallen, aber liegen bleiben ist keine Option“

Mit welchem Gedanken blickt Florian Kohfeldt auf das Duell am Samstagabend (25.4./20.30 Uhr) gegen die SV Elversberg? Wo sieht er die Stärken des kommenden Gegners? Und wie will seine Mannschaft nach zuletzt drei Niederlagen wieder punkten? Diese und weitere Fragen beantwortete der Lilien-Cheftrainer auf der Pressekonferenz am Freitag (24.4.) in den Katakomben des Merck-Stadions am Böllenfalltor. Wir haben die wichtigsten Kohfeldt-Aussagen aus der PK für Euch zusammengefasst.

Die SV Elversberg im Gegnercheck
23.04.2026

Die SV Elversberg im Gegnercheck

Im Fußballkosmos ist eine Fahrstuhlmannschaft ein Team, das zwischen zwei Ligen pendelt - zu gut für die eine Liga, aber nicht ganz auf dem Niveau der nächsthöheren Liga. Die Folge ist zumeist: viele Aufstiege und viele Abstiege. Doch die SV Elversberg ist gerade dabei, den Begriff neu zu definieren. Denn seit einigen Jahren fährt der Fahrstuhl die SVE nahezu ausschließlich nach oben.

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Elversberg-Spiel
23.04.2026

Zahlen & Fakten: Die Top Facts zum Elversberg-Spiel

Samstagabend am Böllenfalltor, die siebte Auflage! Diesmal empfängt der SV Darmstadt 98 die SV Elversberg im Merck-Stadion. Beide Mannschaften zeigen sich in der Offensive stark und wissen auch in der Defensive zu überzeugen. Wo gibt es aber dennoch Unterschiede? Und in welcher Statistik stehen sowohl die Südhessen als auch die Saarländer an der Spitze? Alle Fakten und Zahlen zu diesem Duell haben wir hier für euch zusammengestellt.