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04.09.2024 / Profis

Nach Mainz-Test: Fernie in Medienrunde

Nach dem 1:0-Testspielsieg des SV Darmstadt 98 gegen Mainz 05 stand Paul Fernie den anwesenden Journalisten in einer Medienrunde im Bruchwegstadion als Gesprächspartner zur Verfügung. Der Sportdirektor der Lilien blickte auf die Trainersuche, erläuterte das Anforderungsprofil eines neuen Chefcoaches und gab Einblicke in die gemeinsamen Gespräche mit Torsten Lieberknecht. Wir haben die wichtigsten Aussagen für Euch zusammengestellt.

Foto: SV 98
… über seine Gespräche mit Torsten Lieberknecht:

Der Sonntag war ein trauriger Tag für uns als Verein. Eine Trennung ist nie einfach – vor allem nicht mit einem Menschen wie Torsten, der so viele Höhen und Tiefen hier in Darmstadt in den letzten Jahren erlebt hat. Torsten ist nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein überragender Mensch. Es war grundsätzlich so, dass wir am Tag nach einem Spiel zusammengesessen sind. Die Gespräche zwischen mir und Torsten am Sonntagmorgen waren sehr intensiv und emotional, aber auch sehr offen und ehrlich. Das Spiel am Wochenende war natürlich ein Thema sowie unsere sportliche Lage generell. Als ich Sonntagfrüh ans Bölle gefahren bin, habe ich noch nicht damit gerechnet, am Nachmittag einen neuen Trainer finden zu müssen. Das hatte ich da noch nicht im Kopf. Aber nach den gemeinsamen Gesprächen mit Torsten hat dann auch bei mir die hundertprozentige Überzeugung gefehlt, um ihn umzustimmen und mit ihm gemeinsam weiterzumachen.

… über die Gründe für Lieberknechts Entscheidung:

Es gibt nicht nur den einzelnen Moment wie Elversberg. Es gibt die ganze Geschichte dieses Vereins. Nicht nur die letzten Wochen, sondern auch die vergangenen 15 Monate haben etwas mit dem Verein gemacht. Darmstadt hat in der Vergangenheit viel Geduld mit Trainern gezeigt – so auch mit Torsten. Wir müssen aber auch die sportliche Entwicklung berücksichtigen. Fußball ist ein Ergebnissport, das hat Torsten selbst in seiner Video-Botschaft gesagt. Und wir müssen schauen, dass wir schnellstmöglich wieder Ergebnisse einfahren.

… zum Anforderungsprofil des neuen Trainers:

Die menschlichen Aspekte sowie die Fähigkeiten sind elementar in unserer Trainersuche. Wir brauchen einen Menschen und Trainer, der zu unserem Verein passt – jemand, der weiß, was es bedeutet, die Lilie auf der Brust zu tragen. Ein Trainer bei Darmstadt 98 muss eine gewisse Persönlichkeit haben genauso wie Ausstrahlung, Leidenschaft und Energie. Zudem müssen seine Ansichten zu der Art und Weise unserer DNA auf dem Feld passen. Der Trainer muss mit Menschen arbeiten können und die Spieler individuell sowie eine Mannschaft insgesamt weiterentwickeln können. Weiter braucht er Erfahrung als Trainer – Erfahrungen in der 1. und 2. Liga sind da natürlich von Vorteil.

… über die aktuelle Trainersuche:

Wir haben gute Gespräche hinter uns und sind auf einem guten Weg. Der neue Trainer soll so schnell wie möglich da sein. Denn wir haben gegen Braunschweig ein wichtiges Spiel vor uns. Das Ziel ist es, dass der neue Trainer vor diesem Spiel im Amt ist.

… über mögliche Kandidaten:

Es wird ein Trainer kommen, der aktuell nicht unter Vertrag steht. Das Alter spielt dabei keine Rolle. In meiner Karriere habe ich gelernt, dass es nicht darum geht, wie alt, sondern wir gut man ist. Ich habe bislang nicht mit Trainern gesprochen, mit denen ich bereits zusammengearbeitet habe. Wir sprechen zudem mit Trainern, die schon in Deutschland gearbeitet haben.

… über seine bereits vorhandene Shortlist an Trainerkandidaten:

Ich habe meine Shortlist. Auf den Fall, dass so etwas passieren könnte, bin ich immer vorbereitet gewesen. Es gehört in meinem Job dazu, professionell zu bleiben. Es wäre unprofessionell, wenn ich auf den Moment warten würde und eben nicht vorbereitet wäre. Wir wissen, was wir brauchen. Wir wissen, was wir wollen. Wir wissen, welches Profil zu unser Mannschaft und unserem Verein passt.  

… über den Fußballstandort Darmstadt:

Darmstadt ist ein besonderer Fußballstandort. Dass sieht man allein daran, wie viele Menschen mich in den letzten Tagen kontaktiert haben. Ich musste mein Handy mehrmals täglich aufladen (schmunzelt). Ich habe zudem selbst an meinen ersten Tagen gelernt, was es ausmacht, die Lilie auf der Brust zu tragen. Wir sind ein attraktiver Standort. Wir haben eine Mannschaft mit viel Qualität, die aber noch Luft nach oben hat, um eine gute Saison spielen zu können. Insgesamt habe ich in meinen Gesprächen mit potentiellen Trainern noch keine Absage bekommen.

… über das Elversberg-Spiel:

Technik und Taktik sowie physische und mentale Elemente: Das alles hat am Samstag nicht gepasst. Wenn eine von diesen Säulen mal nicht passt, kann man das vielleicht noch wegstecken – aber nicht, wenn alle vier Säulen nicht stimmen. Wenn man nicht bereit ist, seine Leistung abzurufen, kann so etwas wie in Elversberg passieren. So eine Leistung ist definitiv nicht unser Anspruch. Nach der Partie waren wir alle sehr emotional. Emotionen gehören zum Fußball dazu. Am Tag danach galt es aber, sachlich und fachlich sowie lösungsorientiert mit der Situation umzugehen. Das haben wir gemeinsam mit der Mannschaft getan.

… zum Testspielsieg gegen Mainz 05:

Wir wollten zeigen, dass das Spiel in Elversberg eine Ausnahme war. Das haben wir gezeigt. Unsere Leistung heute hat gepasst, auch wenn es nur ein Testspiel war. Wichtig war, dass die Jungs ihre Minuten bekommen haben. So ein 1:0-Sieg tut uns gut.

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