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01.02.2025 / Profis

Rückblick: Das gab den Ausschlag für den FCN

Philipp Förster sprach von einem 0:0-Spiel, für Florian Kohfeldt war es eher ein 1:1, doch auf der Anzeigetafel stand schlussendlich ein 1:0-Erfolg für den 1. FC Nürnberg. Ähnlich wie im Heimspiel gegen Paderborn mussten sich die Lilien auch in Franken einer Mannschaft geschlagen geben, die sich in der entscheidenden Situation einen kleinen Tick wacher zeigte. In unserer Analyse blicken wir noch einmal auf die knappe Auswärtsniederlage zurück.

Szene des Spiels:

Der Gegentreffer. Wie bereits in der Vorwoche war es erneut ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit, der die Lilien nach Abpfiff mit leeren Händen dastehen ließ. „So ein Gegentor darfst du nicht bekommen. Wir können es zwei Mal verhindern. Wir können die Flanke verhindern und dann auch den Abschluss am langen Pfosten“, bilanzierte Florian Kohfeldt angesicht des späten Nackenschlags in der 85. Spielminute. „Fußball ist nicht nur Taktik und Technik“, führte der Cheftrainer des SV 98 weiter aus und fügte an: „Es geht auch um Aufmerksamkeit und Gier.“

Da FCN-Coach Miroslav Klose letztere bei seinem Team explizit hervorhob, lässt sich mit Blick auf das Tor des Tages festhalten, dass an diesem Freitagabend wohl in dieser Hinsicht der kleine, aber entscheidende Unterschied zwischen beiden Teams lag. Denn Kleinigkeiten entscheiden in dieser 2. Liga Woche für Woche die Spiele. 

Kohfeldt diente der Gegentreffer zudem als Überleitung für ein Fazit der vergangenen drei Spieltage: „Düsseldorf, Paderborn und Nürnberg waren allesamt ausgeglichene Spiele. Und im Endeffekt haben wir insgesamt nur einen Punkt. Da muss man bei aller Ruhe, die wir in unserer Entwicklung haben, trotzdem kritisch sein. In den kleinen Momenten haben wir nicht die Aufmerksamkeit, wie wir sie in anderen Phasen bereits hatten. Sowohl vor dem gegnerischen, aber auch vor dem eigenen Tor.“

Das lief nicht gut:

Die Verletzungen. Weder Fraser Hornby noch Kohfeldt wollen sie als Ausrede für die Niederlage nehmen, dennoch schmerzten die frühzeitigen verletzungsbedingten Ausfälle von Kai Klefisch und Fabian Nürnberger. Aus Spielersicht sprach Hornby davon, dass die Umstellungen durchaus einen Einfluss auf den eigenen „Spielrhythmus“ gehabt hätten, für den Cheftrainer stand eher der frühzeitige Verlust von zwei „Wechselslots“ im Vordergund: „Das hat uns schon massiv eingeschränkt.“

Bleibt zu hoffen, dass es zumindest zu keinen längerfristigen Ausfällen kommen wird. Ein erstes Update gab Kohfeldt nach Abpfiff: „Kai Klefisch hat sich an der Leiste verletzt, bei Fabi Nürnberger ist es wohl eine Prellung. Bei Fabi hoffe ich, dass es nicht so schlimm ist, bei Kai bin ich nicht ganz so optimistisch.“

Das Aushebeln einer kompakten Defensive: Trotz der Niederlage hatte Florian Kohfeldt ein kleines Lächeln auf den Lippen, als er danach gefragt wurde, warum es seiner Mannschaft schwer gefallen sei, sich hochkarätige Chancen zu erspielen. Das leicht sarkastische Schmunzeln hatte dabei einen logischen Hintergrund, denn schon nach dem 0:1 gegen Paderborn war der 42-Jährige mit dieser Frage konfrontiert worden. „Uns presst niemand mehr hoch. Das ist clever, ich würde es auch nicht mehr machen“, so der Kohfeldt angesichts der Herangehensweise des FCN, die durchaus der Spielweise der Paderborner und auch der Fortuna aus Düsseldorf ähnelte. Mannschaften wie der 1. FC Köln, Hertha BSC oder auch der 1. FC Kaiserslautern liefen die Lilien eher hoch an und ließen so Raum auf dem Spielfeld und hinter der eigenen Kette. Platz, den der SV 98 gnadenlos ausnutzte und mit Toren bestrafte. 

Mittlerweile überlässt der Großteil der Teams dem SV 98 vermehrt den Ball, steht kompakt und wartet auf eigene Umschaltaktionen. „Die Mannschaften haben alle ihre Hausaufgaben gemacht“, so Fraser Hornby über die eher auf Stabilität bedachten Kontrahenten, um mit Blick auf das Duell mit dem FCN unumwunden zuzugeben: „Wir waren einfach nicht auf dem Level, auf dem wir sein können. Wir haben es nicht geschafft, den Gegner wirklich in Bedrängnis zu bringen. Dieses Problem haben wir seit der Winterpause leider ein wenig.“

Bereits gegen Paderborn war die „Entscheidungsfindung“ zu einer Art Unwort des Tages geworden, auch im Max-Morlock-Stadion haderten die südhessischen Protagonisten mit dieser Kategorie. „Wir waren nicht konsequent genug“, sagte Philipp Förster, Kohfeldt erklärte prägnant: „Wir wollen den Ball aktuell häufig ins Tor tragen. Ein Tor darf aber auch mal einfach sein.“

Nach Auffasung des Coaches hängen die aktuell ausbleibenden Siege daher mit Dingen zusammen, die „wenig mit Taktik zu tun haben“. Vielmehr geht es eben um die oben bereits erwähnten Attribute Aufmerksamkeit und Gier, zu denen sich die oft zitierten falschen Entscheidungen gesellen. Positiv ausgedrückt: Die Lilien wissen, woran sie arbeiten müssen. 

Zitat des Tages

"Wir wollen den Ball aktuell häufig ins Tor tragen. Ein Tor darf aber auch mal einfach sein."

Florian Kohfeldt

Das lief gut:

Die Ruhe im Ballbesitz: 54 Prozent Ballbesitz, 511 gespielte Pässe, 86 Prozent angekommene Zuspiele. Mit dem Ball im Fuß machten die Lilien in Nürnberg ein absolut vernünftiges Spiel, die vermaledeite Entscheidungsfindung im finalen Drittel einmal ausgeklammert. „Beide Mannschaften waren stark im Ballbesitz, gut im Spielaufbau und gut im Spiel bis in die Zwischenräume“, resümmierte daher auch Kohfeldt, der das Lob für seine Mannschaft in diesem Bereich gerechtfertigterweise auch auf den Gegner ausdehnte. Respektvolle Worte für den Kontrahenten, die dem SV 98 umgekehrt auch von Miroslav Klose entgegengebracht wurden: „Darmstadt war im Ballbesitz schwer zu greifen und hat die Räume gut bespielt.“ 

Auch wenn die Lilien Nürnberg mit leeren Händen verlassen mussten, ist diese Flexibilität und das Besetzen der Räume ein Fundament im Spiel des SV 98, welches unter Kohfeldt Woche für Woche zum Tragen kommt. Die Lilien fühlen sich wohl im Ballbesitz. Nun geht es darum, diesen auch vermehrt wieder in Zählbares umzuwandeln. 

Die Zweikampfführung. Mit 51,5 Prozent gewonner Zweikämpfe führte der FCN vor dem Spieltag die Liste der zweikampfstärksten Teams in der 2. Liga an. Am Freitagabend konnten die Lilien im Max-Morlock-Stadion 53 Prozent der Duelle für sich entscheiden, hielten gegen die sehr robusten Franken über die komplette Spielzeit dagegen und kauften ihnen in einigen Phasen sogar den Schneid ab. 

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