Unentschieden bei der Generalprobe
Der SV Darmstadt 98 und der englische Zweitligist FC Portsmouth haben sich bei der Generalprobe vor dem offiziellen Saisonstart mit einem torlosen Remis getrennt.
Wie schätzt Torsten Lieberknecht den kommenden Gegner ein? Wie wird die eigene Herangehensweise aussehen? Und wie blickt er auf die aktuelle sportliche Situation? Vor dem Heimspiel des SV Darmstadt 98 gegen den VfL Wolfsburg (16.12./15.30 Uhr) beantwortete der Darmstädter Cheftrainer auf der Pressekonferenz am Freitagmittag (15.12.) diese und weitere Fragen. Wir haben die wichtigsten Aussagen für Euch zusammengefasst.
Fraser Hornby wird uns voraussichtlich mehrere Monate fehlen (siehe Extrameldung). Ansonsten war ich am Mittwochabend in der Centralstation auf einem Konzert. Dort gab es eine Liedzeile: „Wir pfeifen aus dem letzten Loch. Doch solange wir noch pfeifen können, leben wir noch.“ Es werden einige Spieler am Samstag fehlen, ohne ins Detail zu gehen oder Namen zu nennen. Ich suhle mich aber nie in Pessimismus und bin stattdessen immer optimistisch, auch wenn die personelle Situation mal schwieriger ist.
Das Spiel in Heidenheim gibt mir Optimismus, weil wir dort vermehrt den Weg nach vorne gefunden haben. Wir hatten mehr Torabschlüsse, haben zwei Treffer erzielt. Schon gegen Köln haben wir aus dem Spiel heraus ganz wenige Torchancen zugelassen. In Heidenheim hatten wir eine gute Struktur, wie wir ins Pressing gekommen sind und selbst mit dem Ball gespielt haben. Wir hatten eine gute Balance – außer bei den Standards, die wir kassiert haben. Die Jungs und auch ich waren nach dem Spiel stark enttäuscht, weil wir ein gutes Auswärtsspiel gegen eine heimstarke Mannschaft gemacht hatten. Wir legen viel Energie in den Spieltag. Dann darf man danach auch mal Enttäuschung zeigen. Es ist aber unsere Pflicht, wieder aufzustehen, die Krone zu richten und dann in Richtung des neuen Spieltags neue Energie sammeln. Ich fiebere mit für meine Mannschaft, für die Fans, die Stadt Darmstadt, mit all unseren Sponsoren und Mitarbeitern hier auf der Geschäftsstelle. Wir wollen sie alle mit einem Sieg belohnen.
Ich habe Respekt vor dem VfL Wolfsburg, weil sie seit Jahren immer gute Mannschaften auf den Platz bringen. Auch Niko Kovac macht trotz ihrer Situation und aller Kritik einen sehr guten Job. Es gibt Teams, die uns in ihrer Spielart passen könnten, um einen Dreier zu holen. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass der VfL eine individuell gut besetzte und großgewachsene Mannschaft ist. Wir haben Respekt, aber keine Angst.
Unser Ansatz wird sein, mutig und nach vorne orientiert zu spielen – mit der nötigen Aggressivität und natürlich auch der nötigen Sicherheit in der Restverteidigung. Im letzten Heimspiel des Jahres wollen wir unseren Fans einen Heimsieg schenken. Das ist unser Bestreben.
Es tut weh, dass wir die letzten beiden Spiele verloren haben. Aber wir haben jetzt gegen Wolfsburg die Chance, den Dreier zu holen. Wichtig ist, dass wir uns eine Ausgangsposition erarbeiten, in der wir weiter im Dunstkreis dieser Liga bleiben. Wir wissen, dass wir mehr Spiele verlieren werden als in den letzten zwei Jahren. Daher müssen wir in dieser Saison viel aushalten können und brauchen eine große Widerstandskraft. Ich weiß, dass wir Punkte holen werden – eben auch gegen Gegner, wo keiner damit rechnet. Wie zum Beispiel gegen Freiburg. Wir wollen so viele Zähler holen, damit wir unser großes Ziel erreichen können. Dabei vertraue ich den Jungs und glaube komplett an sie.