„Eine hochverdiente Niederlage“
Wir haben die Stimmen nach der deutlichen Auswärtsniederlage beim KSC zusammengefasst.
Hertha BSC gastiert am kommenden Sonntag (24.8./13.30 Uhr) im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Wir blickt Florian Kohfeldt auf den Klub aus der Hauptstadt? Was sagt er zur eigenen Herangehensweise und zur personellen Situation seiner Lilien? Wir haben die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz am Freitag (22.8.) für Euch zusammengefasst.
Personalupdate: Paul Will fällt weiterhin aus. Matthias Bader steht mit Oberschenkelprobleme nicht zur Verfügung. Alle anderen Spieler sind einsatzbereit.
Dass bis auf zwei Spieler alle fit sind, ist eine extrem gute Situation für uns. Natürlich hat das zur Folge, dass wir als Trainerteam harte Entscheidungen treffen müssen mit Blick auf den Kader und die Startelf. Wir haben eine Top-Innenverteidigung – nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ. Auf der Sechserposition haben wir ganz verschiedene Typen, die wir je nach Spielsituation einsetzen können. Auf der Zehnerposition können wir ebenfalls auf vier fitte Spieler zurückgreifen. Ähnliches gilt für den Sturm. Wir können dadurch immer auf das jeweilige Spiel und auch währenddessen reagieren. Trotzdem habe ich natürlich vor dem Spiel das ein oder andere Gespräch, dass nicht so einfach ist. Kein Spieler hört es gerne, wenn er nicht im Kader ist oder nicht spielt. Jeder Spieler muss trotzdem zu jeder Zeit bereit sein, alles für die Mannschaft zu tun. Dieses Klima haben wir aktuell. Wir schaffen es zudem, die menschliche Ebene sehr hochzuhalten, auch wenn es harte Entscheidungen gibt.
Wir haben 30 Spieler im Kader inklusive drei Torhütern. Von den 27 Feldspielern müssen wir Max Pfister und Othmane El Idrissi klar ausklammern. Bei Otto haben wir bereits klar gesagt, was unsere Idee ist. Mit Max bin ich sehr zufrieden. Aber für ihn ist es ein Lernjahr, in welchem er im Training der Profis lernen und bei der U21 spielen soll. Dann sind wir bei 25 Feldspielern. Das halte ich auch mit Blick auf Spieler mit einer Verletzungshistorie für eine ziemlich gute Größe. Ich sehe unseren Kader auf gar keinen Fall als aufgebläht an. Es ist ein sehr sinnvoll zusammengestellter Kader, der Konkurrenzsituationen und Sicherheitsoptionen schafft. Falls Worst-Case-Szenarien eintreten, haben wir Spieler, die auch auf anderen Positionen spielen können, wie es zum Beispiel Clemens Riedel zuletzt gezeigt hat.
Hertha BSC ist im Pokal weitergekommen. Sie hatten am ersten Spieltag ein schweres Auswärtsspiel auf Schalke. Gegen den KSC hatten sie die Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Hertha hat selbst gesagt, dass sie aufsteigen wollen. Das haben die Verantwortlichen und auch die Spieler der Hertha gesagt. Sie sind ein klarer Aufstiegsfavorit – und so sehen sie sich auch selbst. Und das wollen sie am Sonntag hier bei uns untermauern. Hertha hat insgesamt Spieler in ihren Reihen, die sich andere Zweitligisten schlichtweg nicht leisten können. Sie haben zudem einen sehr guten Trainer mit Stefan Leitl, den ich sehr schätze.
Fabian Reese ist ein Ausnahmespieler der 2. Bundesliga. Er hat ohne Frage unglaublich viel Tiefgang, einen guten Abschluss und ein gutes Kopfballspiel. Er ist sehr gut bei Standards und im Umschalten immer auf dem Weg in die Tiefe. Von daher müssen wir auf ihn aufpassen. Mit Kownacki hat die Hertha einen Top-Top-Top-Stürmer für die 2. Liga geholt, der an seiner Seite spielt. Die beiden finden sich gerade. Reese ist ein extremer Ausnahmespieler, aber es gibt eben nicht nur ihn: Da sind auch noch Cuisance, Jensen, Sessa, Dardai, Zeefuik oder auch Winkler. Sich nur auf Fabian Reese zu konzentrieren, wäre ein Fehler. Aber natürlich sollte man ihn immer im Blick haben.
Wir müssen aus unserem guten Saisonstart sehr viel Selbstvertrauen mitnehmen. Trotzdem müssen wir uns die Demut beibehalten, dass wir auf eine Mannschaft treffen, bei der fast jeder Spieler in jeder Situation das Spiel entscheiden kann. Zudem kann das Bölle ein Faktor werden. Denn ich erwarte ein sehr energetisches Stadion am Sonntag, das wir für uns nutzen wollen. Wir wollen auch selbst sehr viel Energie auf den Platz bringen. Die mentale Herangehensweise ist dieses Mal vielleicht entscheidender als das letzte taktische Detail.
Natürlich analysieren wir den Gegner und gucken vorab zahlreiche Spiele von ihnen. Trotzdem ist der erste Gedanke aus der eigenen Stärke heraus: Wo fühlt sich welcher Spieler am wohlsten? Wer ist gerade formstark? Egal, ob Dreier- oder Viererkette: Es ist gut, dass man aktuell nicht nur von einem System bei uns sprechen kann. Das haben die Spieler auch selbst so wiedergegeben, dass sie sich in beiden System wohlfühlen. Der erste Gedanke ist an unsere Stärke. Dann kann man alles mit dem einen oder anderen Detail auf den Gegner zuschneiden. Wir machen nichts komplett anders, nur weil der Gegner Hertha heißt.