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27.02.2025 / Profis

Der 1. FC Magdeburg im Gegnercheck

Die Avent-Arena: Das Wohnzimmer jedes Spielers, Betreuers und Fans des 1. FC Magdeburg. Eine blau-weiße Festung. Die dort herrschende Atmosphäre sorgt dafür, dass sich wohl kein Gastverein im Magdeburger Zuhause wohlfühlt. Wobei. In dieser Saison doch irgendwie schon... Beeindruckend ist, dass die Mannschaft von der Elbe unbestritten eine überragende Saison spielt und auf Platz vier liegend klar im Aufstiegsrennen mit dabei ist. Und doch konnten die Magdeburger trotz eben dieser lautstarken, blau-weißer Festung lediglich ein Heimspiel gewinnen.

Foto: Oliver Hardt/Getty Images

In der Heimtabelle belegt der 1. FC Magdeburg den vorletzten Rang. Weil die Truppe aus Sachsen-Anhalt aber die Auswärtstabelle souverän anführt, sieht es im Gesamtklassement richtig gut aus: Mit 38 Punkten hat der FCM nur einen Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Und plötzlich können die ergebnistechnisch heimschwachen Magdeburger auch zuhause gewinnen. Der bislang einzige Heimsieg gelang ausgerechnet im letzten Heimspiel gegen das Top-Team der Liga vom 1. FC Köln, den man mit einem 3:0 wieder zurück gen Rheinland schickte.

Nun gastieren am kommenden Sonntag (2.3./13.30 Uhr) die Lilien in der Avnet-Arena. Wir nehmen den nächsten Gegner des SV 98 einmal genauer unter die Lupe. Der 1. FC Magdeburg im Gegnercheck.

Top-Scorer

Top-Torjäger 
Top-Vorlagengeber
Martijn Kaars – 15 Tore Martijn Kaars – 6 Assists 
Mohammed El Hankouri – 6 Tore Livan Burcu – 6 Assists 
Philipp Hercher – 6 Tore Mohammed El Hankouri – 4 Assists 
Baris Atik – 4 Tore Baris Atik – 3 Assists 
Marcus Mathisen – 3 Tore Xavier Amaechi – 3 Assists 

Der Trainer

Das perfekte Spiel gibt es nicht. Gäbe es das perfekte Spiel, hätten wir alle nichts mehr zu korrigieren.

Christian Titz

Mit diesen Worten antwortete Magdeburgs Cheftrainer Christian Titz in einem kicker-Interview auf die Frage, ob er weiterhin nach dem perfekten Spiel suche. In seinem also eher „unperfekten“ Spiel setzt der Übungsleiter regelmäßig auf einen hochstehenden Torhüter, der nicht nur Bälle hält, sondern sich auch fußballerisch stark im Spielaufbau integriert. Bereits beim Hamburger SV vertraute Titz auf diese Art des Torwartspiels – damals war es Julian Pollersbeck. Heute wird diese Rolle beim FCM von Kapitän und Torhüter Dominik Reimann erfüllt, der mit seiner Positionierung und seinen spielerischen Qualitäten dem Magdeburger Spielaufbau zusätzliche Variabilität verleihen soll.

Gleichzeitig lässt der 53-Jährige seine Mannschaft gerne hoch pressen, um den Gegner früh unter Druck zu setzen. Inspiration für seine mutige Spielidee holte sich Titz unter anderem während einer Hospitation bei Johan Cruyff. Der gebürtige Mannheimer sagt über ihn: „Johan Cruyff war nicht nur als Spieler außergewöhnlich, er hat als Trainer des FC Barcelona den Fußball verändert.“ Ein gutes Stickwort.

Denn verändert hat Titz auch den 1. FC Magdeburg. Nach seinen Stationen beim HSV und Rot-Weiss Essen übernahm der gelernte Verwaltungsfachangestellte 2021 den Ost-Klub – mit sofortigem Erfolg. Gleich in seiner ersten Saison feierte er mit dem FCM den Aufstieg in die 2. Bundesliga und sicherte sich zusätzlich den Sachsen-Anhalt-Pokal. Seitdem befindet sich Magdeburg im deutschen Unterhaus – und steht dort für einen attraktiven, mutigen Fußball. Passend dazu stimmt Titz gerne seinen seinem Lehrer Cruyff zu: „Fußball ist ein einfaches Spiel. Aber es einfach zu spielen, ist schwierig.“ Der Fußballbuchautor, Familienvater und studierte Betriebswirt hat viele Talente. Doch eine Sache mag er bis heute überhaupt nicht: „Verlieren ist nichts, was ich sehr gerne tue.“

Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Prunkstück

Tore schießen. Das können die Magdeburger besonders gut in dieser Saison. Mit 48 Treffern ist das Team von Christian Titz die zweitbeste Mannschaft in der Statistik. Einzig und allein der Tabellenführer vom Hamburger SV (51) hat mehr Tore geschossen als der FCM. Das hängt auch mit der guten Chancenverwertung zusammen, welche bei 11,3 Prozent liegt und damit der drittbeste Ligawert ist. Lediglich Nürnberg (11,6) und erneut der HSV (11,9) liegen darüber. Allein in den letzten vier Spielen gelangen den Blau-Weißen eindrucksvolle zwölf Tore. Allerdings gewannen sie nur zwei Partien davon.

All Eyes on ...

Allrounder. Ein Begriff, der im modernen Fußball längst zum festen Bestandteil des Wortschatzes gehört. Er gilt für Spieler, die flexibel auf mehreren Positionen einsetzbar sind. Und kaum ein anderer Akteur verkörpert diese Vielseitigkeit so sehr wie Mohammed El Hankouri vom 1. FC Magdeburg. Seit seinem Wechsel im Sommer 2022 hat sich der 27-Jährige zu einer echten Allzweckwaffe der Blau-Weißen entwickelt. Ob auf der defensiven oder offensiven Außenbahn, im offensiven Mittelfeld oder gar als hängende Spitze: El Hankouri hat schon fast überall gespielt. Lediglich als Torhüter, Innenverteidiger oder klassischer Sechser stand er für die Magdeburger noch nicht auf dem Platz.

Wie wichtig er für sein Team ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 20 Einsätze, dazu sechs Tore und vier Vorlagen in der laufenden Zweitliga-Saison sprechen für sich. Zuletzt fand sich der Flügelspieler jedoch immer häufiger im zentralen Mittelfeld wieder. Cheftrainer Christian Titz erklärte diesen Schachzug nach dem 1:0-Auswärtssieg bei Jahn Regensburg so: „Mo ist ein Spieler, der in den Zwischenräumen sehr interessant ist.“

Rückblick. Angefangen in der Jugend von Feyenoord Rotterdam, wo er sich bis zu den Profis hocharbeitete und 2016/17 die niederländische Meisterschaft sowie 2019 den Superpokal gewann, verschlug es ihn zwischendurch auf Leihbasis zu Willem II. Zurück zu Feyenoord kehrte er nur für ein kurzes Kapitel, da er sich zunächst auf Leihbasis und später fest dem FC Groningen anschloss. 2022 folgte dann schließlich der Wechsel nach Deutschland zum 1. FC Magdeburg. Auch auf internationaler Bühne hat El Hankouri bereits Erfahrungen sammeln können: Der in den Niederlanden geborene Marokkaner bestritt jeweils ein Spiel für die U20-Auswahl der Niederlande und die U20 Marokkos, zuletzt wurde er 2018 für die U23 Marokkos nominiert.

Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Blick in die Vitrine des FCM

  • Sieger des Europapokals der Pokalsieger: 1973/74
  • Deutscher Drittligameister: 2017/18, 2021/22
  • DDR-Meister: 1971/72, 1973/74, 1974/75
  • DDR-Pokalsieger: 1963/64, 1964/65, 1968/69, 1972/73, 1977/78, 1978/79, 1982/83
  • Meister Regionalliga Nordost: 2014/15
  • Landespokalsieger Sachsen-Anhalt: 1992/93, 1997/98, 2000/01, 2002/03, 2005/06, 2008/09, 2012/13, 2013/14, 2016/17, 2017/18, 2021/22

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