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30.07.2025 / Profis

Der VfL Bochum im Gegnercheck

Etwas mehr als ein Jahr ist vergangen, seit ein Abend nicht nur für den VfL Bochum, sondern für ganz Fußball-Deutschland unvergesslich wurde. Es war das Bundesliga-Relegationsrückspiel der Saison 2023/24. Der Düsseldorfer Takashi Uchino trat zum Elfmeter an und jagte den Ball mit voller Wucht über die Latte. Im Bochumer Gästeblock und daheim brachen alle Dämme: Durch diesen verschossenen Elfmeter gelang dem VfL Bochum ein Wunder und damit verbunden der Verbleib in der Bundesliga. Doch warum ist dieses Spiel ein Jahr später immer noch erwähnenswert?

Teamfoto VFL Bochum Saison 2025/26. Erste Reihe von oben v.l.n.r.: Sebastian Baumgartner, Ibrahim Sissoko, Colin Kleine-Bekel, Kevin Vogt, Philipp Hofmann, Mats Pannewig, Philipp Strompf, Ibrahima Sissoko, Moritz Broschinski, Niklas Honnete, Zweite Reihe von oben v.l.n.r.: Marc-Andre Kruska, Anthony Losilla, Noah Loosli, Mathis Clairicia, Cajetan Lenz, Leandro Morgalla, Francis Onyeka, Nico Boettcher, Mail Liesbrock. Dritte Reihe von oben v.l.n.r.: Dieter Hecking, Murat Ural, Matus Bero, Kjell Waetjen, Romario Roesch, Gerrit Holtmann, Kacper Koscierski, Alessandro Crimaldi, Mark Sandfort, Dr. Ghani Hilal. Untere Reihe v.l.n.r. Bjoern Kadlubowski, Moritz-Broni Kwarteng, Felix Passlack, Maximilian Wittek, Niclas Thiede, Timo Horn, Hugo Roelleke, Samuel Bamba, Koji Miyoshi, Lirim Jashari, Mathis Beckmann. GER,
Foto: Eibner-Pressefoto/Thomas Thienel

Das Hinspiel im heimischen Vonovia Ruhrstadion verlief alles andere als nach Wunsch der Bochumer Fans. Ein frühes Eigentor in der 13. Minute brachte die Mannschaft in Rückstand. Ein Doppelschlag durch Felix Klaus und Yannik Engelhardt in der 64. und 72. Minute ließ die Hoffnungen der Gastgeber weiter schwinden. Am Ende stand vor heimischem Publikum ein bitteres 0:3. Keine gute Ausgangslage für das Rückspiel. Doch in Düsseldorf zeigte sich ein völlig anderes Bild. Die vermeintlich chancenlosen Bochumer spielten befreit auf, während Fortuna Düsseldorf wie gelähmt wirkte. Mit einer unglaublichen 3:0-Führung über 90 Minuten rettete sich der VfL in die Verlängerung und schließlich ins Elfmeterschießen. Der Rest ist Geschichte. 

Ein Jahr später ist die Realität eine andere: Nach insgesamt vier Jahren in Folge Erstklassigkeit musste der VfL Bochum am Ende der vergangenen Saison den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Zum Saisonauftakt am Samstag (2.8./13 Uhr) empfangen die Lilien den Bundesliga-Absteiger und wir nehmen den VfL Bochum für Euch ganz genau unter die Lupe.

Transferfenster

Top-Zugänge Top-Abgänge
Kjell Wätjen (von Borussia Dortmund, Mittelfeld) Tim Oermann (zu Bayer Leverkusen, Verteidiger)
Ibrahim Sissoko (von AS St.-Étienne, Stürmer) Lukas Daschner (zum FC St. Gallen, Mittelfeld)
Colin Kleine-Bekel (von Holstein Kiel, Verteidiger) Patrick Drewes (zu Borussia Dortmund, Torwart)
Kevin Vogt (von Union Berlin, Verteidiger) Bernardo (zur TSG Hoffenheim, Verteidiger)
Romario Rösch (vom SSV Ulm 1846, Mitelfeld) Dani de Wit (zum FC Utrecht, Mittelfeld)

 

Der Trainer

Der Trainer des VfL Bochum Dieter Hecking

Dieter Hecking

Cheftrainer des VfL Bochum
  • Geburtsdatum (Alter): 12.09.1964 (60)
  • Geburtsort: Castrop-Rauxel
  • Nationalität: Deutschland
  • aktueller Verein: VfL Bochum
  • erste Trainerstation: SC Verl
  • Weitere Trainerstationen: VfB Lübeck, Alem. Aachen, Hannover 96, 1.FC Nürnberg, VfL Wolfsburg, Bor. M’gladbach, Hamburger SV

Kurios: Als Dieter Hecking von Lübeck nach Aachen wechselte, kam es erstmals zum Kontakt mit dem damaligen Aachener Manager Jörg Schmadtke – ausgelöst durch einen kuriosen Anlass: Hecking rief ihn an, um dessen Meinung zu einem Spielball der Marke „Molten“ einzuholen. So entstand der Kontakt zwischen den beiden. Einige Wochen später klingelte Heckings Telefon und Schmadtke war an der anderen Leitung – diesmal mit einer ernsteren Angelegenheit: Während Hecking gerade mit seiner Tochter Playstation spielte, informierte ihn Schmadtke darüber, dass er auf Trainersuche sei – und Hecking sagte ihm zu.

Das Prunkstück

Das große Plus der Bochumer liegt in ihrer Stärke bei Kopfballduellen – zumindest, wenn man die Statistiken der vergangenen Bundesliga-Saison betrachtet. Mit insgesamt 899 gewonnenen Duellen in der Luft stellte der VfL die mit Abstand kopfballstärkste Mannschaft der Liga. Zum Vergleich: Union Berlin als zweitplatziertes Team in dieser Kategorie kam auf lediglich 758 erfolgreiche Kopfballduelle, also über einhundert weniger. Diese Qualität dürfte sich durch die Verpflichtung von Kevin Vogt im Sommer kaum verringert haben. Der fast zwei Meter große Innenverteidiger bringt nicht nur zusätzliche Erfahrung, sondern auch physische Präsenz in der Luft mit.

All Eyes on ...

Tattoos zieren seine Arme und Brust, seine Leidenschaft für Mode zeigt sich in auffälligen Looks. Und auch Poker und Glaube spielen eine Rolle in seinem Leben. Die Rede ist von Kevin Vogt, seit dem Sommer 2025 wieder Verteidiger des VfL Bochum, der nach vielen Jahren an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt.

Geboren in Witten und in Bochum aufgewachsen, verbrachte Vogt die ersten 17 Jahre seines Lebens fast ausschließlich in seiner Heimat. Vom WSV Bochum ging es über sämtliche Jugendmannschaften des VfL Bochum bis hin zum Bundesliga-Debüt mit 17 Jahren im Revierderby gegen Borussia Dortmund, als er für zehn Minuten eingewechselt wurde.

2012 wechselte Vogt zum FC Augsburg. Es folgten Stationen beim 1. FC Köln, der TSG Hoffenheim, Werder Bremen und Union Berlin. Insgesamt brachte er es auf 352 Bundesliga-Spiele sowie elf Europa-League- und sechs Champions-League-Einsätze. Bei Hoffenheim wurde er zum wichtigen Defensivspieler, der laut seinem damaligen Chef- und momentanen Bundestrainer Julian Nagelsmann „viele Ballkontakte hat, den Angriff einleitet, Gefahr erkennt und ständig Entscheidungen trifft“. Nagelsmann verglich ihn sogar mit Football-Star Tom Brady.

Im Sommer 2025 kehrte Vogt zum VfL Bochum zurück. Für den Klub ist die Rückkehr des gebürtigen Westfalen eine Rückkehr der besonderen Art, wie VfL-Geschäftsführer Sport Dirk Dufner auf der Vereinswebsite erklärte: „Kevin wird uns mit seiner Erfahrung und seinen technischen Fähigkeiten helfen. Wir erwarten, dass er als Führungsspieler vorangeht.“

Abseits des Platzes hat Vogt viele Leidenschaften. Seine Tattoos – darunter die Jungfrau Maria mit Jesuskind, ein Traumfänger und die Schriftzüge „Only God Can Judge Me“ und „God blessed me“ – haben für ihn eine große Bedeutung. Auch wenn er früher regelmäßig die Kirche besuchte, verriet er einst im Werder-Podcast, dass sein Glaube etwas weniger wurde. Zudem spielt er gern Poker, wobei ihn die Mischung aus Glück und Taktik reizt, wie er im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung sagte.

Privat ist Vogt ein sehr ordentlicher Mensch, der viel Wert auf Zeit mit Familie, Freunden und seinen zwei Hunden legt. Freunde nennen ihn scherzhaft „Alfo“ – eine Anspielung auf die Bezeichnung „Alpha Kevin“. Das nimmt er mit Humor, denn Vogt bleibt einfach er selbst. Mit all seinen Interessen und Eigenschaften kehrt er nun zurück nach Bochum. Genau an den Ort, an dem alles begann – und wo er sich wohlfühlt.

Kevin Vogt ( VFL Bochum ). GER, Fussball, Zweite Bundesliga, Teampraesentation VFL Bochum Saison 2025/26, 23.07.2025
Foto: Eibner-Pressefoto/Thomas Thienel

Blick in die Bochum-Vitrine

  • Deutscher Zweitliga-Meister: 1993/94, 1995/65, 2005/06, 2020/21
  • Westdeutscher Pokalsieger: 1967/68

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