Foto: SV 98 08.02.2025 / Profis
Ein (Elvers)bergiger Weg aus der Delle
Spiele gegen Elversberg waren in dieser Saison gebrauchte Nachmittage. Auch das Rückspiel verloren die Lilien am Ende verdient mit 0:3. Wo war der Knackpunkt im Spiel, was waren die Gründe für die Pleite und welche Punkte machen dennoch Mut für die kommenden Wochen? sv98.de blickt auf die vorangegangenen 90 Minuten im Merck-Stadion am Böllenfalltor zurück.
Szene des Spiels:
Das Gegentor zum 0:2. Bis zum zweiten Tor der Elversberger waren die Lilien an sich gut in der Partie. Die Anfangsphase gehörte klar den Hausherren, auch nach dem Gegentor (12.), welches quasi aus dem Nichts fiel, hatten die Südhessen weiterhin gute Ansätze: Papela fing einen Ball an der Außenlinie ab und glitt in den Strafraum, verzog aber knapp (31.). Corredors Schlenzer nur sieben Minuten später verfehlte sein Ziel ebenfalls nur knapp. Und in der 40. Minute eroberte Müller stark den Ball, bekam aus aussichtsreicher Position nach Zuspiel von Lakenmacher jedoch nicht genug Druck auf das Tor. Quasi im Gegenzug jedoch erhöhte Elversberg kurz vor der Pause auf 2:0. Und die Lilien. die durchaus Möglichkeiten zum Ausgleich hatten, sahen sich plötzlich mit einem Zwei-Tore-Rückstand konfrontiert.
Das lief nicht gut:
Die Ausfälle. Es ehrt Florian Kohfeldt, dass er in den vergangenen Wochen nie die zahlreichen Ausfälle in seiner öffentlichen Bewertung heranzog. Und doch musste auch er erst mal schlucken, als am Abend vor dem Heimspiel Lopez mit Rückenproblemen ausfiel und wenige Minuten vor Spielbeginn dann auch noch Hornby verletzungsbedingt passen musste. Mit lediglich fünf Feldspielern auf der Bank bestritten die Hausherren die Partie. Ein absoluter Mini-Kader, mit dem die Südhessen die Begegnung bestritten musste. Wir möchten nicht die weiteren Ausfälle auflisten, denn dann würde dem Schreiber dieser Zeilen die Gefahr einen Sehnenentzündung an der Hand drohen. Wir belassen es daher mit einem positiven Lichtblick: Lidberg ist zurück.
Die Balance im Spiel. Die Lilien wirkten – so kurios das nach einem 0:3 auch klingt – in der ersten Stunde durchaus gefällig. Der SV 98 lässt den Ball gut laufen, bekommt ein gutes Positionsspiel hin, nur: Es kommt nicht viel dabei rum. Seit drei Spielen warten die Boys in blue auf einen eigenen Torerfolg. Es gilt, die Ansätze noch mehr in zwingende Chancen und vor allem in Tore umzumünzen. So wie in der Hinrunde. Kohfeldt: „Für die nächste Woche steht an, dass wir eine Lösung finden müssen, wie wir die Balance hinbekommen, zu Torchancen zu gelangen. Auch wieder von mehr zu Torchancen zu gelangen, ohne dass wir dafür ein zu hohes Risiko in unserem Defensivspiel eingehen müssen.“
Die Schlussphase im Spiel. Ja, nach dem 0:3 durch Asllani nach rund einer Stunde und vor allem nach der unnötigen Hinausstellung von Nürnberger war die Partie gelaufen. Und doch kam insgesamt zu wenig von den Hausherren.
Zitat des Tages
Trotzdem, und das sage ich nicht, weil ich es sagen muss, bin ich jetzt gerade vollkommen klar und total motiviert. Ich glaube, dass man hier an diesem Standort und grundsätzlich mit dieser Mannschaft etwas aufbauen kann. Es gehört dazu, dass so eine Entwicklung mal da ist. Und deshalb sehe ich es jetzt auch als meine Aufgabe, einfach klar zu bleiben und mich nicht in Emotionen zu verstricken.
Das lief gut:
Die grundsätzliche Haltung und Herangehensweise. Genauso wie wir nach erfolgreichen Spielen in der Hinrunde das Haar in der Suppe fanden, genauso gibt es auch in diesem Spiel Dinge, die Mut machen, dass das Pendel bald auch wieder in die andere Richtung ausschlägt. Die Lilien waren lange in der Verlosung um Punkte, der durchaus ordentliche Auftritt mit mehreren Möglichkeiten wurde oben schon beschrieben. Elversberg zeigte sich zwar maximal effektiv, kam ansonsten jedoch lange nicht zur Entfaltung. „Nach wie vor gibt es auch durchaus einige Punkte, die dafür sprechen, dass diese Mannschaft stabil ist“, so Kohfeldt, ehe der Cheftrainer ergänzte: „Ich weiß nicht, ob so viele Mannschaften, so viele hohe Balleroberungen gegen Elversberg hatten in der ersten Halbzeit.“
Der Mix aus Kritik und Fokus nach der Partie. „Den negativen Flow müssen wir als allererstes klar benennen, das müssen wir nicht weglügen. Was wir garantiert nicht machen werden, dass wir in die nächste Woche gehen und sagen: Ja okay, wird schon wieder.“, betonte Kohfeldt. „Wir müssen im Handeln bleiben, müssen klar bleiben. Klar ist aber auch, dass wir jetzt nicht versuchen, eine Baustelle zu schließen und drei andere aufzumachen, sondern wir müssen schon eine gewisse Stringenz beibehalten.“ Und doch deutete der Lilien-Coach nach der PK an, Ansätze im Kopf zu haben, um seine Mannschaft wieder auf Spur zu bringen.