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18.08.2024 / Profis

Ein langersehntes Gefühl

Wie eklig die erste Pokalrunde sein kann, davon können viele Profiklubs ein Lied singen. Nicht zuletzt die Lilien im vergangenen August. Die Rahmenbedingungen zum Start in den Pokal sind bei fast allen Auswärtsmannschaften Jahr für Jahr die gleichen: Große Fallhöhe gegen unterklassige Gegner, die die Begegnung als absolutes Endspiel ansehen. Bis auf das Weiterkommen nichts zu gewinnen also, aber viel zu verlieren. Dass dieser Fall dem SV 98 in diesem Jahr nicht widerfuhr, lag an frühen Weichenstellungen und an Resilienz. Nächste Runde – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und doch soll das Weiterkommen Kraft geben für die kommenden Aufgaben. 

Foto: eibner Pressefotos

Im Pokal war es das oberste Ziel, weiterzukommen. Und das haben wir erfüllt.

Clemens Riedel über das 3:1 gegen den FC Teutonia 05

„Als höherklassiger Verein musst du das Spiel gewinnen – gerade wir nach unserem Auftakt“, bilanzierte Torsten Lieberknecht nach dem 3:1-Auswärtssieg gegen den FC Teutonia 05 aus dem Hamburger Stadtteil Ottensen: „Es tut der Mannschaft gut, einen Pflichtspielsieg eingeheimst zu haben.“ Sein Kapitän an dem Nachmittag war ebenfalls „glücklich, dass wir gewonnen haben und weitergekommen sind“, so Clemens Riedel: „Im Pokal war es das oberste Ziel, weiterzukommen. Und das haben wir erfüllt.“

Er und sein Team kontrollierten vor allem im ersten Durchgang die Partie und erspielten sich mehrere aussichtsreiche Chancen. Zwei davon mündeten in Toren: Zum einen feuerte in der 19. Minute Kai Klefisch eine kraftvolle Kanone auf den Kasten – für die Alliteration wurde sich viel Mühe gegeben – und zum anderen war der emsige Dauerwusel Luca Marseiler, nach knapp einer halben Stunde im Strafraum nur per Foul zu stoppen. Teamkollege Fabian Nürnberger erledigte die anschließende Aufgabe aus 11 Metern humorlos.

Aufschwung der Teutonia erfolgreich unterbunden

Wir hätten dann vielleicht früher das 3:0 oder sogar 4:0 machen können, sind dann aber nach der Pause in einen kurzen, kleinen Strudel geraten“, fasst Riedel die Zeiträume vor und nach der Halbzeitpause zusammen. „Da müssen wir ruhiger agieren“, kritisierte der 21-Jährige. Die Teutonen fingen nach 49 Minuten einen missglückten Pass ab und erzielten im zweiten Versuch den Anschlusstreffer. Lieberknecht: „Wir haben in der zweiten Halbzeit mit einem Fehler die Teutonia wieder in dieses Pokalspiel zurückgebracht. Da hat uns die Sicherheit gefehlt.“

Weil Oscar Vilhelmsson nach rund einer Stunde auf 3:1 stellte, musste sich auch der heimische Anhang mit dem Gedanken anfreunden, dass eine Pokal-Sensation an diesem Nachmittag vermutlich ausbleiben würde. Und bei den mitgereisten und lautstarken Lilienfans reifte die Erkenntnis, dass es endlich eine sportlich erfolgreiche Rückfahrt nach Darmstadt geben würde. Auch wenn die im Millerntor angemieteten Hausherren sich bis zum Schlusspfiff nicht aufgaben. Wir sind aber bei uns geblieben und haben weitergemacht“, so Klefisch: „Es war dann wichtig, mit dem 3:1 den alten Abstand wiederherzustellen und somit den Aufschwung der Teutonia zu unterbinden.“

Nächste Aufgabe: Nürnberg!

Am Ende muss der Text an dieser Stelle auch nicht zu pathetisch werden. Die Südhessen haben ihre Pflichtaufgabe erledigt, die Pokal-Hausaufgaben erfüllt. Ein insgesamt glanzloser, aber ungefährdeter Sieg. Vor zukünftige Erstrundenlosen wird vermutlich eher der 14. August 2023 als mahnendes Beispiel erwähnt. Der 18. August 2024 hingegen als Fußnote der Darmstädter Pokalgeschichte verbleiben. In der Gegenwart fühlt es sich jedoch einfach nur schön an, einen Erfolg erzielt zu haben und mit einem positiven Gefühl aus dem Wochenende zu gehen. Mit Erleichterung, dass an diesem Wochenende andere Teams aus dem Kelch des frühen Pokalausscheidens trinken müssen, nicht aber das eigene. Und mit Vorfreude auf die kommende Woche. Die erste Aufgabe im Pokal wurde gelöst. Nächste Aufgabe: Am kommenden Wochenende etwas Zählbares einfahren.

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