„Eine hochverdiente Niederlage“
Wir haben die Stimmen nach der deutlichen Auswärtsniederlage beim KSC zusammengefasst.
Wenn der SV Darmstadt 98 und Eintracht Braunschweig aufeinandertreffen, stehen sich nicht nur zwei Teams gegenüber, die gut in die Saison gestartet sind – es ist auch ein Duell voller Tradition. Immerhin empfangen die Südhessen den Meister von 1967. Am kommenden Samstag (13.9/13 Uhr) will der SV 98 seine starke Heimbilanz gegen den BTSV weiter aufpolieren.
Eintracht Braunschweig blickt auf eine mehr als 125-jährige Geschichte zurück. 1967 feierten die Löwen ihre erste deutsche Meisterschaft nach Einführung der Bundesliga. Die Abwehr war der große Garant auf dem Weg zum Erfolg, insgesamt kassierten die Braunschweiger nur 27 Gegentore – bis 1988 blieb diese Zahl Bundesliga-Rekord. Eine andere Bestmarke gilt bis heute: Die Jungs aus Niedersachsen brauchten damals nur 49 Tore für den Triumph. Auch 50 Jahre später sind die Spieler der Mannschaft von 1967 Helden für die Braunschweiger Fans, so besingen sie noch immer in der 67. Minute den größten Kluberfolg der Vereinsgeschichte.
Aufstiege, Abstiege und unzählige emotionale Momente prägen den Klub aus Niedersachsen in all den Jahren. Derzeit spielt der BTSV seit einigen Jahren wieder in der 2. Bundesliga unter dem neuen Cheftrainer Heiner Backhaus. Nach dem Fast-Abstieg der letzten Saison wollen die Blau-Gelben eine stabilere Saison erleben. Das Team von Cheftrainer Heiner Backhaus haben wir genauer analysiert.
| Top-Zugänge | Top-Abgänge |
| Erencan Yardımcı (Stürmer, von TSG Hoffenheim) | Rayan Philippe (Rechtsaußen, zum Hamburger Sportverein) |
| Mehmet Aydin (Verteidiger, von FC Schalke 04) | Marvin Rittmüller (Verteidiger, zu TSV 1860 München) |
| Lino Tempelmann (Mittelfeld, von FC Schalke 04) | Walid Ould-Chikh (Linksaußen, Leihe zu Heracles Almelo) |
| Ron-Thorben Hoffmann (Torwart, von FC Schalke 04) | Robert Ivanov (Verteidiger, zu Asteras Tripolis Aktor) |
| Lukas Frenkert (Verteidiger, von Preußen Münster) | Robin Krauße (Mittelfeld, zu SV Sandhauasen) |
Heiner Backhaus
Cheftrainer bei Eintracht BraunschweigDie Zweitliga-Saison befindet sich aktuell noch in den Kinderschuhen, doch auch in Braunschweig kann der Saisonstart als gelungen bezeichnet werden. Der BTSV, in der vergangenen Saison noch in der Relegation vertreten gewesen, weist nach vier Spieltagen sieben Punkte auf. Garant dafür war der lange Atem. Beide Siege errangen die Löwen durch recht späte Treffer. Zum Auftakt in die Saison besorgte Aydin seinen zu dem Zeitpunkt in Unterzahl befindlichen Farben in der 82. Minute in Magdeburg den Siegtreffer, beim spektakulären 3:2 gegen die SpVgg Greuther Fürth fiel das entscheidende Tor gar erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Ironie des Schicksals: Am zurückliegenden Spieltag riss Arminia Bielefelds Young in der 89. Minute den Braunschweigern den Sieg aus den Händen.
Wenn man in einer Familie aufwächst, in der Handball nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern fast schon ein Erbstück ist, scheint der Lebensweg klar vorgezeichnet. Handball ist im Hause Hoffmann mehr als ein Sport – es ist Teil der Familiengeschichte, ein fester Bestandteil der Identität. Besonders Ron-Thorben Hoffmanns Mutter prägte diese Tradition. Als ehemalige Handballspielerin gab sie ihre Leidenschaft früh an ihre Kinder weiter. Auch sein Bruder folgte voller Elan diesem Weg und eiferte der Mutter nach. Doch Ron-Thorben Hoffmann entschied sich anders. Er zog lieber die Fußballschuhe an und stellte sich zwischen die Pfosten eines Fußballtores. Denn der Fußball faszinierte ihn schon in jungen Jahren. „Früher hat mir Fußball einfach mehr Spaß gemacht“, erinnert er sich. Schon bald wurde deutlich: Seine Leidenschaft gehörte dem grünen Rasen.
Das Fußballspielen begann Hoffmann in seiner Heimatstadt beim FC Hansa Rostock. Weitere Stationen seiner Jugend waren Hertha BSC und die Akademie aus Leipzig, ehe der Schlussmann zur Saison 2025/26 in die U17 des FC Bayern München wechselte, wo er fortan den Rest seiner Jugend durchlaufen würde.
In seiner ersten Spielzeit bestritt er 15 Punktspiele, wovon vier ohne Gegentor endeten. Später in der U19-Mannschaft konnte Ron-Thorben Hoffmann zehn Punktspiele bestreiten und hielt im Spiel gegen den Karlsruher SC seinen ersten Strafstoß im Bayern München Trikot. Danach fing seine Karriere erst so richtig an, denn im Mai 2018 unterzeichnete der Keeper seinen ersten Lizenzspielvertrag bei dem deutschen Rekordmeister und im Oktober debütierte er für die zweite Mannschaft in der viertklassigen Regionalliga Bayern.
Mit Abschluss der Sommertransferperiode 2021/22 wurde seine Vertragslaufzeit für den FC Bayern München bis zum Juni 2023 verlängert. Damit einher ging ein Wechsel auf Leihbasis zum damaligen englischen Drittligisten AFC Sunderland bis zum Saisonende 2021/22. Dort steuerte er mit 23 Ligaeinsätzen zum Aufstieg der Mannschaft in die EFL Championship bei. Doch dann kam der erste Rückschlag in Hoffmanns Karriere. Nach einer Covid-19 Infektion traten gesundheitliche Komplikationen auf, die ihn zu einer längeren Pause und der Rückkehr nach München zwangen. Obwohl er sportlich überzeugt hatte, konnte er durch seine Erkrankung die Saison nicht zu Ende spielen. Zur Saison 2022/23 blieb der Rostocker nicht zurück in der bayrischen Landeshauptstadt, sondern wechselte fest zum Zweitligisten Eintracht Braunschweig. Dort fühlte sich Hoffmann sofort zuhause: In seiner zunächst zweijährigen Zeit bei den Löwen kam er als Stammtorhüter auf insgesamt 45 Ligapartien. Nach Vertragsablauf suchte Hoffmann 2024 eine neue sportliche Herausforderung. Doch die neue Aufgabe bei Schalke 04 verlief nicht nach seinen Vorstellungen. Hoffmann beschreibt seine schwierige Zeit auf Schalke als lehrreich: „Sportlich ist nicht das eingetreten, was ich mir erhofft habe, aber ich habe als Mensch unglaublich viel dazugelernt.“ Im Januar 2025 geht es zunächst auf Leihbasis zurück zu den „Löwen“, bei denen er einen großen Anteil am dramatischen Klassenerhalt hatte. Im Mai durfte der 26-Jährige dann endgültig wieder das Torwarttrikot der Niedersachsen tragen und wechselte fest zum BTSV. „Ich bin jetzt richtig glücklich, dass ich wieder mit dem Löwen auf der Brust loslegen kann“ lacht er freudenstrahlend in die Kamera.