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18.08.2023 / Profis

Eintracht Frankfurt im Gegnercheck

Dunkle Wolken über der Metropole am Main? Das ist noch gar nicht lange her. In der Saison 2015/16 war es, als die Eintracht aus Frankfurt nur knapp am Abstieg in die Zweitklassigkeit vorbeischrammte. Erst in der Relegation sicherten sich die Adler damals den Klassenverbleib. Doch seitdem ging es für die SGE bergauf – und zwar steil-bergauf, in rasantem Tempo. In den vergangenen sieben Jahren gewannen die Frankfurter die Europa League (2022) und den DFB-Pokal (2018), qualifizierten sich für die Champions League (22/23) und nahmen insgesamt dreimal an der Europa League teil. Nach Platz sieben in der abgelaufenen Spielzeit greift die Eintracht nun in der Europa-Conference-League an.

Eintracht Frankfurt im Gegnercheck
Foto: eibner Pressefotos

Dass es am Ende dann doch so deutlich werden würde, konnte man zur Halbzeit im Bruno-Plache-Stadion noch nicht ahnen. In der 1. Runde des DFB-Pokals brauchte die Eintracht aus Frankfurt gegen Regionalligist Lok Leipzig gute 37 Zeigerumdrehungen, um in der neuen Pflichtspielsaison so richtig anzukommen und durch den Treffer von Randal Kolo Muani in Führung zu gehen. „Wir haben uns in der ersten Hälfte sehr schwergetan“, erkannte auch Kevin Trapp nach einer Partie, die die Adlerträger letztlich mit 7:0 entschieden.

Nach einer ergebnistechnisch eher durchwachsenen Vorbereitung (zwei Niederlagen, zwei Unentschieden, ein Sieg) ist es dem fünfmaligen DFB-Pokalsieger gelungen, in die nächste Runde des Wettbewerbs einzuziehen. Gewonnenes Selbstvertrauen, das die Eintracht natürlich mit ins Hessenderby nehmen will. Bevor jedoch im Deutsche Bank Park am Sonntagabend (20.8.) um 17.30 Uhr der Ball rollt, nehmen wir den Gegner des SV Darmstadt 98 hier schon einmal genauer unter die Lupe: Die SG Eintracht Frankfurt im Gegnercheck!

Der Trainer

Offensiv. Mutig. Mit einer klaren Struktur im Ballbesitz sowie im Gegenpressing. So soll er aussehen, der Eintracht-Fußball unter Dino Toppmöller. Der 42-Jährige ist der neue Mann an der Seitenlinie im Deutsche Bank Park, dem der Ruf als „Taktiktüftler“ vorauseilt. Warum? Als Co-Trainer feilte Toppmöller ab 2020 in Leipzig sowie von 2021 bis März 2023 beim FC Bayern München stunden- mitunter tagelang zusammen mit Julian Nagelsmann an Spielsystemen und taktischen Herangehensweisen. Das Know-how, welches bei den Bayern im Duo zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2022 führte, will der in Wadern geborene Saarländer für sich als Cheftrainer nutzen. „Wir wollen die positive Entwicklung, die der Verein in den letzte Jahren hatte, gemeinsam als Team fortsetzen“, sagte Toppmöller bei seiner Vorstellung im Juli.

Ein Unbekannter ist der frühere Mittelstürmer am Main ganz und gar nicht. In 16 Zweitliga-Spielen ging Toppmöller einst in der Saison 2002/03 auf Torejagd. Der Sohn von Klaus Toppmöller, der in den 1990er Jahren ebenfalls das Cheftraineramt bei der SGE innehatte, trat als Übungsleiter erstmals so richtig beim luxemburgischen Erstligisten F91 Düdelingen in Erscheinung. In 113 Pflichtspielen an der Seitenlinie führte er die Luxemburger zu drei Meistertiteln und zwei Pokalerfolgen sowie in die Gruppenphase der Europa League.

Dino Toppmöller: Cheftrainer von Eintracht Frankfurt
Foto: eibner Pressefotos

Transfermarkt

Top-Neuzugänge Top-Abgänge
Willian Pacho (21, Royal Antwerpen) Djibril Sow (26, FC Sevilla)
Robin Koch (26, Leeds United) Evan Ndicka (23, AS Rom)
Hugo Larsson (19, Malmö FF) Daichi Kamada (26, Lazio Rom)
Junior Dina Ebimbe (22, PSG) Ragnar Ache (24, 1. FC Kaiserslautern)
Omar Marmoush (24, VfL Wolfsburg) Diant Ramaj (21, Ajax Amsterdam)

Prunkstück

Das ist definitiv das Mittelfeld. Für die ohnehin schon gut besetzte Zentrale hat sich die Eintracht in diesem Sommer noch einmal mit äußerst interessanten Neuzugängen verstärkt. So wechselte der 22-Jährige Junior Dina Ebimbe von Paris Saint-Germain nach seiner Leihe im vergangenen Jahr nun fest an den Main und überzeugte im DFB-Pokal gegen Lok Leipzig direkt mal mit einem Doppelpack. Zudem holten die Verantwortlichen den wohl interessantesten Mittelfeldspieler Schwedens nach Frankfurt: Hugo Larsson, zentraler Mittelfeldmann und mit 19 Jahren noch enormes Entwicklungspotential. Mit Ellyes Skhiri haben die Adlerträger einen neuen Abräumer in ihren Reihen, Ansgar Knauff wurde fest von Borussia Dortmund unter Vertrag genommen. Und Mario Götze, Jesper Lindström sowie Kapitän Sebastian Rode sind ohnehin feste Größen im Eintracht-Mittelfeld.

All Eyes on ...

Randal Kolo Muani? Mario Götze? Kevin Trapp oder Jesper Lindström? Auch Jessic Ngankam oder Junior Dina Ebimbe wären Kandidaten gewesen. Doch wir blicken auf die neue Nummer 15 der Eintracht: Ellyes Skhiri! Ein moderner Sechser. Ein Kilometerfresser. Ein Arbeiter. „Der beste defensive Mittelfeldspieler der vergangenen Saison“, adelte das kicker-Sportmagazin. Der in Frankreich geborene Tunesier trug im letzten Jahr noch das Trikot des 1. FC Köln, für den er ligaweit die meisten Kilometer abspulte sowie die zweitmeisten Bälle aller Bundesliga-Spieler eroberte und mit einer Passquote von 88 Prozent zu überzeugen wusste. Und dann war Skhiri als Defensivspezialist übrigens auch noch der beste Torjäger (7 Treffer) der Kölner in der abgelaufenen Spielzeit.

Kein Wunder, dass der 28-Jährige bei der Eintracht nun eine tragende Rolle übernehmen und im defensiven Mittelfeld die Fäden ziehen soll. Nach 133 Pflichtspielen für den französischen Erstligisten HSC Montpellier sowie ebenso vielen Einsätzen für den 1. FC Köln sieht er in Frankfurt seinen nächsten Karriereschritt. Anlässlich seiner Vorstellung sagte Skhiri auf einer Pressekonferenz im Juli: „Ich habe das Gefühl, dass ich hier wichtig werden kann.“

Foto: eibner Pressefotos

Vergleichswerte

Die Kräfteverhältnisse? Sie sind auf dem Papier dann doch deutlich verteilt. Während der SV Darmstadt 98 am Sonntagabend sein insgesamt 137. Bundesliga-Spiel bestreitet, absolvierte die Eintracht bereits 1.832 Spiele im deutschen Fußball-Oberhaus. 117 Punkte sammelten dabei die Lilien, ganze 2.491 Bundesliga-Zähler wanderten im Laufe der Jahre dagegen auf das Konto der Frankfurter. Dank der Erfolge auf nationaler sowie auch auf internationaler Bühne konnte sich die SGE derweil einen Kader aufbauen, der sich mit Blick auf die Zahlen sehen lassen kann. Laut „transfermarkt.de“ kommt die Eintracht mit einem Gesamtmarktwert von 276,70 Millionen Euro daher. Allein Randal Kolo Muani, dem das Online-Portal ein Preisschild von 80 Millionen Euro anhaftet, weist einen fast dreimal so hohen Marktwert wie der gesamte Darmstädter Kader (27,20 Mio.) auf.

Blick in die Vitrine

  • Deutscher Meister: 1958/59
  • Deutscher Pokalsieger: 2017/18, 1987/88, 1980/81, 1974/75, 1973/74
  • Europa-League-Sieger: 2021/22
  • UEFA-Cup-Sieger: 1979/80
  • Deutscher Zweitligameister: 1997/98

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