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01.10.2025 / Profis

Holstein Kiel im Gegnercheck

Am 15. Oktober 1911 wurde in Kiel ein neues Kapitel deutscher Fußballgeschichte aufgeschlagen: Der „Holstein-Sportplatz“ öffnete seine Tore. Zwar verloren die Störche gegen Preußen Berlin mit 3:4, doch die Geburtsstunde einer bis heute lebendigen und einer der ältesten deutschen Spielstätten war damit eingeläutet.

Torjubel Holstein Kiel nach Tor zum 2:0 David Zec
Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Schon in den 1920er-Jahren strömten regelmäßig über 15.000 Menschen zum Holstein-Sportplatz. Legendär für die Kieler bleibt das 4:1 im Meisterschafts-Viertelfinale 1943 gegen Schalke 04 vor 18.000 Fans, das bis heute als eines der größten Spiele der Vereinsgeschichte gilt. Den ewigen Zuschauerrekord erlebten die Störche am 23. März 1951: 30.000 Zuschauer*innen sahen ein mitreißendes 3:3 gegen den Hamburger SV in der Oberliga Nord.

Seit den 1960er Jahren trägt die Spielstätte offiziell den Namen Holstein-Stadion. Besonders prägend ist die bereits 1950 eröffnete Haupttribüne, die trotz Modernisierungen ihre ursprüngliche Form bis heute weitestgehend behalten hat. Immer wieder wurden Anpassungen vorgenommen, um den Anforderungen des Profifußballs gerecht zu werden. Heute fasst das Holstein-Stadion 15.034 Besucher*innen. Doch wie steht es um die aktuelle Mannschaft? Im Gegnercheck haben wir die Störche genauer analysiert. 

TOP SCORER - POKAL & LIGA

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Phil Harres – 2 Tore  Alex Bernhardsson- 2 Assists
Alexander Bernhardsson – 1 Tor John Tolkin – 2 Assists
John Tolkin – 1 Tor Phil Harres – 1 Assist
Adrián Kaprálik – 1 Tor Adrián Kaprálik – 1 Assist
David Zec – 1 Tor Jonas Krumrey – 1 Assist

 

Der Trainer

Marcel Rapp (Cheftrainer Holstein Kiel) guckt in die Kamera

Marcel Rapp

Cheftrainer bei Holstein Kiel
  • Geburtstdatum (Alter): 16.4.1979 (46)
  • Geburtsort: Pforzheim
  • Nationalität: Deutschland
  • Im Amt seit: Oktober 2021
  • Vorherige Trainerstationen: TSG Hoffenheim, FC Nöttingen

Prunkstück

Die Störche überzeugen durch ihre enorme Zweikampfstärke. Mit 755 gewonnenen Duellen stellen sie ihre Robustheit und ihren unbedingten Willen unter Beweis. Im Ligavergleich ist das der drittbeste Wert – nur Preußen Münster (847) und der 1. FC Nürnberg (795) gewannen mehr Zweikämpfe in Summe. Für den SVD bedeutet das, sich auf intensive Duelle und permanenten Druck über 90 Minuten einzustellen.

All Eyes on ...

Ein kühler Sonntagnachmittag in Fürth, doch auf dem Rasen des Sportparks Ronhof wurde es heiß: Zweimal zappelte der Ball im Netz – einmal war es John Tolkin, der die Störche jubeln ließ. Der Linksverteidiger von Holstein Kiel, eigentlich für seine kompromisslose Defensivarbeit bekannt, schrieb plötzlich seine ganz eigene Torjäger-Geschichte und erzielte seinen ersten Treffer im Holstein-Trikot. Doch nicht nur sein Tor brachte die Fans ins Staunen, sein Jubel sorgte im Anschluss für Schlagzeilen.

Mit dem „Griddy“-Tanz, einem aus der NFL bekannten Jubel, hüpfte der US-Nationalspieler über den Platz und brachte die Fans im Gästeblock zum Schmunzeln. Was auf dem Rasen wie ein spontaner Einfall wirkte, hatte seinen Ursprung am Frühstückstisch: Am Morgen vor dem Spiel hatten Tolkin und seine Teamkollegen die Idee, nach einem Treffer genau so zu feiern. Dass daraus eine virale Szene werden würde, ahnte da noch niemand. „Wenn ich noch mehr Tore schieße, dann gibt’s auch noch mehr Tänze“, scherzte Tolkin nach dem Spiel – und ließ offen, welcher Jubel als Nächstes folgen könnte.

So unterhaltsam seine Tänze auch sind, John Tolkin bringt nicht nur Show, sondern auch eine spannende Karrieregeschichte mit nach Kiel. Seine fußballerischen Wurzeln liegen in der Akademie der New York Red Bulls, wo er schon früh als Talent auffiel. Von dort ging es 2019 in die zweite Mannschaft. Nur zwei Jahre später feierte Tolkin sein MLS-Debüt und spielte sich schnell in die Startelf der New Yorker. Für die Mannschaft von der Ostküste machte er insgesamt 135 Spiele, in denen ihm neun Tore und 20 Vorlagen gelangen.

Parallel dazu durfte sich Tolkin auch auf internationaler Bühne präsentieren.  Mit der U17-Nationalmannschaft nahm der Amerikaner 2019 an der CONCACAF-Meisterschaft teil, 2023 folgte das Debüt in der A-Nationalteam der Vereinigten Staaten. Sein bisheriger Höhepunkt: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 in Paris, wo er in allen Partien zum Einsatz kam. 

Der nächste Schritt für Tolkin ließ nicht lange auf sich warten. Im Januar 2025 wechselte er nach Deutschland zu Holstein Kiel. Mit seinem Offensivdrang, seinem Mut und nun auch zwei Toren in der laufenden Saison hat der Linksverteidiger die Fans bislang überzeugt. Seine Jubel-Tänze gefallen ohnehin…

Rafael Pinto Pedrosa (KSC) im Zweikamof gegen John Tolkin (Holstein Kiel)
Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Blick in die Kiel-Vitrine

  • Deutscher Meister: 1911/1912
  • Meister der Regionalliga Nord: 12/13
  • Landespokal-Sieger in Schleswig-Holstein: 16/17, 13/14, 10/11, 07/08, 06/07, 04/05, 02/03, 01/02, 95/96, 93/94, 90/91, 82/83, 77/78
  • Norddeutscher Pokalsieger 1926/27, 1924/25, 1923/24

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