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19.11.2025 / Profis

SpVgg Greuther Fürth im Gegnercheck

Ein kalter Winterabend im Jahr 1903. In einem kleinen Gasthaus in Fürth sitzen einige junge Männer dicht beieinander. Auf dem Tisch liegen handgeschriebene Notizen, ein Tintenglas, ein paar Münzen und eine große Portion Begeisterung. Man diskutiert lebhaft, lacht und schmiedet Pläne. Schließlich einigt man sich: Es ist Zeit, dem Fußball in Fürth eine Heimat zu geben.

Mannschaftskreis von Fuerth, SV Elversberg vs SpVgg Greuther Fuerth, Fussball, 2. Bundesliga, 9. Spieltag, Saison 2025/2026, 19.10.2025
Foto: Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

An diesem Abend wurde Geschichte geschrieben. Die provisorische Vorstandschaft bestätigt ihre Arbeit, gibt sich offizielle Statuten und legt damit den Grundstein für die „Spielvereinigung des Turnvereins Fürth“.

Mit gerade einmal 28 Mitgliedern und zwei aktiven Mannschaften starteten die Fürther in ihr neues Abenteuer. Trotz bescheidener Mittel zeigte sich schon früh der Einfallsreichtum und Zusammenhalt der Vereinsgründer. Um die Vereinskasse aufzubessern, veranstalteten sie eine Christbaumverlosung – eine um die Jahrhundertwende äußerst beliebte Methode, um Geld für sportliche oder kulturelle Zwecke zu sammeln.

Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich im Laufe der Jahre ein traditionsreicher Fußballverein – die Spielvereinigung des Turnvereins Fürth, die später als SpVgg Greuther Fürth weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde. Denn heute ist Greuther Fürth eine etablierte Mannschaft in der 2. Bundesliga.

Aktuell liegt Fürth mit 13 gesammelten Zählern auf dem 14. Platz der Zweitliga-Tabelle.

TOP SCORER - POKAL & LIGA

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Noel Futkeu – 6 Tore Felix Klaus – 5 Assists
Felix Klaus – 5 Tore Branimir Hrgota – 3 Assists
Marco John – 2 Tore Felix Higl – 2 Assists
Branimir Hrgota – 1 Tor Mathias Olesen – 1 Assist
Jannik Dehm – 1 Tor Jomaine Consbruch – 1 Assist

Der Trainer

Thomas Kleine im Portrait

Thomas Kleine

Cheftrainer bei der SpVgg Greuther Fürth
  • Geburtstdatum (Alter): 28.12.1977 (47)
  • Geburtsort: Wermelskirchen
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: 06.05.2025
  • Vorherige Trainerstationen: Hannover 96, Huddersfield, SpVgg Bayreuth & Fortuna Düsseldorf

Prunkstück

Schlussphase! Bricht die letzte Viertelstunde einer Partie an, drehen die Fürther nochmal richtig auf. Die Hälfte ihrer Saisontore erzielte Greuther Fürth ab der 75. Spielminute – neun von insgesamt 18. Nur Elversberg (11) knipste in dieser Phase noch häufiger. Die letzten drei Kleeblatt-Treffer fielen sogar erst nach Anbruch der 90. Minute. Das entscheidende Tor zum Heimsieg kurz vor der Länderspielpause gegen Preußen Münster erzielte Fürths Jannik Dehm in der 5. Minute der Nachspielzeit.

All Eyes on ...

Der Applaus im Sportpark Ronhof ebbt langsam ab, als Branimir Hrgota in der ersten Minute der Nachspielzeit den Ball aus dem Netz holt. Kein wilder Jubel, kein exzessives Feiern – nur ein stilles Lächeln, ein kurzer Blick zur Tribüne. Doch ist es ein Moment von historischer Bedeutung: Das 45. Zweitliga-Tor des Kapitäns für die SpVgg Greuther Fürth. Ein Treffer, der mehr ist als nur ein Ehrentor bei der 1:3-Niederlage gegen den Karlsruher SC im Oktober dieses Jahres. Es ist der Augenblick, in dem ein 45 Jahre alter Rekord fällt – der von Klaus Heinlein.

Und dieser steht keine fünfzig Meter entfernt, lehnt sich leicht nach vorne und klatscht. „Ist doch nicht schlimm, im Gegenteil“, sagt der 71-Jährige gegenüber dem Kleeblatt Magazin lachend. „Ich freue mich doch, wenn jemand für die Spielvereinigung einen Haufen Tore schießt.“ Worte, die so typisch sind für den bodenständigen Fürther, der einst selbst Geschichte schrieb und lange Zweitliga-Rekordtorschütze des Kleeblatts war. Bis eben jener Branimir Hrgota an ihm vorbeizog.

Branimir Hrgota. Seit 2019 trägt er das grün-weiße Trikot und hat längst seine Spuren hinterlassen: 56 Tore in der 2. Bundesliga, dazu neun Treffer in den beiden Fürther Bundesliga-Saisons. Hätte Fürth 2021 nicht den Aufstieg in die Bundesliga geschafft, wäre Heinleins Zweitliga-Rekord wohl schon früher gefallen. Doch nun, nach 45 Jahren, war es so weit. Zwei Spieler, zwei Epochen – verbunden durch Tore, Leidenschaft und den Ronhof.

Ein Rekord, der verbindet. Hrgota, geboren 1993 im schwedischen Jönköping als Sohn bosnischer Eltern, begann seine Fußballreise in der Jugend des kleinen Vereins IK Tord und Jönköpings Södra IF, wo er als schmächtiger, aber technisch brillanter Junge auffiel. Sein Talent blieb auch in Deutschland nicht unentdeckt: 2012 holte ihn Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga. Nach drei Jahren am Niederrhein – mit Toren in der Liga und in der Europa League – wechselte er zu Eintracht Frankfurt.

2019 zog es ihn dann nach Fürth – ein Schritt, der seine Karriere neu belebte. Schon bald wurde er Kapitän, Leistungsträger und emotionaler Anführer des Teams. Sein erstes Tor für das Kleeblatt erzielte er am fünften Spieltag der Saison 2019/20: In der vierten Minute brachte er Fürth bei Arminia Bielefeld mit 1:0 in Führung. Am Ende hieß es 2:2 – der Beginn einer besonderen Verbindung zwischen Hrgota und dem Verein.

Foto: Eibner-Pressefoto/Florian Wiegand

Blick in die Fürth-Vitrine

  • Deutscher Meister: 1928/29, 1925/26, 1913/14
  • Deutscher Zweitligameister: 11/12
  • Süddeutscher Pokalsieger: 1926/27, 1925/26, 1924/25, 1922/23, 1917/18
  • Intertoto-Cup-Sieger: 69/70

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