An der Alten Försterei in Berlin durchlebte man in der vergangenen Spielzeit eine Bundesliga-Saison wie aus dem Bilderbuch. Ein Märchen, das mit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte gekönt wurde: Der Qualifikation für die Champions-League-Teilnahme. Die Teilnahme an der Königsklasse sicherten sich die Köpenicker dabei am letzten Spieltag im Fernduell mit dem SC Freiburg. Die Ausgangslage? Simpel: Union und Freiburg waren punktgleich, die Berliner hatten aber die bessere Tordifferenz – und deshalb den Vorteil in eigener Hand. Der Gegner am 34. Spieltag? Die Bremer, die eine Woche zuvor den Klassenerhalt fix machen konnten. Zunächst ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Halbzeitpause. Ein Remis, das Union nicht half, denn der SC Freiburg führte zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 in Frankfurt und stand damit in der Blitztabelle über den Berlinern – die Champions-League-Qualifikation war in Gefahr. Mit fortschreitender Spieldauer erhöhten die Eisernen dann das Risiko und den Druck auf den Gegner, sodass sie vermehrt zu Chancen kamen. In der Schlussphase war es dann der eingewechselte Sven Michel, der eine Flanke mit Übersicht zu Rani Khedira brachte, der wiederum das vielumjubelte 1:0 in der 81. Spielminute markierte. Damit befand sich der der 1. FC Union Berlin wieder voll auf Kurs Königsklasse, zumal die Frankfurter im Parallelspiel den Ausgleich erzielten. Am Ende gewannen die Köpenicker, blieben damit auch im 23. Bundesliga-Heimspiel ungeschlagen und erfüllten sich ihren Champions-League-Traum schlussendlich.
Ein Blick ins Hier und Jetzt. Nachdem die Köpenicker im Sommer einige prominente Transfers, wie beispielsweise Leonardo Bonucci und Kevin Volland vermelden konnten, geht der Kaderumbau mit der aktuellen Wintertransferphase in die zweite Runde. Ungleich der sensationell erfolgreichen vergangenen Spielzeiten, findet sich der FCU derzeit im Abstiegskampf wieder. Mit 14 Punkten haben die Köpenicker gerade einmal drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Einige Nachjustierungen am Kader sollen dabei mithelfen, eine deutlich bessere Rückrunde zu absolvieren. Sechs Abgänge stehen derzeit zwei Neuzugängen gegenüber. Neben Bonucci haben die Rot-Weißen auch Keita Endō, Yannic Stein, David Fofana und auch den einstigen Leistungsträger Sheraldo Becker abgegeben. Für Berlins „Profi-Fußballer der Saison 2022/23“ endet das Kapitel Union somit nach 140 Partien.
Mit dem Ex-Hoffenheimer Kevin Vogt und Chris Bedia vom FC Servette Genf sind die ersten Neuzugänge fix und starten mit der Mannschaft, nach der Spielabsage am 18. Spieltag in Mainz sowie dem Nachholspiel vom 13. Spieltag gegen Bayern München (0:1-Niederlage), am kommenden Sonntag (28.1./15.30 Uhr) gegen die Lilien in ihre Bundesliga-Rückrunde.