Foto: SV 98 15.12.2025 / Profis
1:0-Sieg in der Festung Bölle: Die Analyse zum Münster-Spiel
Festung Böllenfalltor. Im Merck-Stadion ist der SV Darmstadt 98 in dieser Saison bislang unbezwingbar, die komplette Hinrunde schlossen die Lilien ohne eine einzige Heimniederlage ab. Auch gegen den SC Preußen Münster hielt sie Stand, die Festung Böllenfalltor. Ein knapper, aber verdienter 1:0-Sieg. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für den insgesamt sechsten Heimerfolg dieser Saison? Was hätte besser laufen können? Hier lest Ihr unsere Analyse zum 16. Zweitliga-Spieltag.
Szene des Spiel:
Nach der Szene des Spiels müssen wir bei einem 1:0-Erfolg natürlich nicht lange suchen. 56 Minuten waren im Merck-Stadion am Böllenfalltor gespielt, als der Ball den rechten Fuß von Marco Richter verließ und wenige Wimpernschläge später an den Querbalken des Münsteraner Kasten klatschte. „Es wäre ein sicherer Kandidat für die Auswahl zum „Tor des Monats“ gewesen“, schrieb die Sportschau in ihrem Spielbericht über den gefühlvollen Versuch des Darmstädter Mittelfeldspielers. Doch der Ärger über das verpasste Traumtor verpuffte schnell. Weil eben Killian Corredor perfekt antizipierte, sich goldrichtig positionierte und den Abstauber mit seinem Schädel im Netz versenkte. Der Treffer zum 1:0? Selbstverständlich unsere Szene des Spiels.
Das lief gut:
Heimserie ausgebaut. Neun Heimspiele. Sechs Heimsiege, dazu drei Remis. Insgesamt 21 Heimpunkte. So lautet sie, die Hinrundenausbeute der Lilien im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Nach dem 16. Spieltag befindet sich der SV 98 auf Platz eins der Zweitliga-Heimtabelle. „Wenn man eine gute Mannschaft sein und in dieser Liga viel punkten will, dann ist es wichtig, zuhause eine Festung zu haben“, betonte Kai Klefisch nach dem 1:0-Erfolg gegen Preußen Münster. „Genau diese Festung haben wir uns in diesem Jahr mit den Fans zusammen aufgebaut“, so die Nummer 17 der Südhessen weiter.
Der sechste Heimsieg dieser Saison war kein schöner, aber ein wichtiger und unterm Strich auch verdienter Erfolg. Denn die Lilien erarbeiteten sich gegen ballbesitzstarke Münsteraner gleich mehrere gute Möglichkeiten. Zwar hatte der SC Preußen Münster, der zu den besten Ballbesitzmannschaften der 2. Bundesliga zählt, deutlich mehr das Spielgerät am Fuß, doch die aussichtsreicheren Chancen hatten die Darmstädter. So sah es auch Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. „In Summe hatten wir heute die klar besseren Torchancen – insbesondere in der ersten Halbzeit, aber auch in der zweiten Halbzeit hatten wir immer wieder unsere Momente. Daher haben wir verdient gewonnen“, machte der Cheftrainer des SV 98 deutlich.
Defensive Stabilität. Einer der Hauptgründe für diesen 1:0-Sieg war die aufopferungsvolle Defensivleistung der Blau-Weißen. Bereits zum siebten Mal blieben die Lilien in dieser Saison nun ohne Gegentor – einzig der Hertha (9) gelang dies öfter. „Spiele, die wir zu Null gewinnen, sind für Verteidiger doch am schönsten“, lächelte Matej Maglica in der Mixed-Zone des Merck-Stadions. Er und seine Teamkollegen verteidigten konsequent und konzentriert über 90 Minuten. Kohfeldt: „Wir haben defensiv eine hohe Disziplin und Leidenschaft entwickelt, die Momente von Preußen Münster wegzuverteidigen.“ Bis auf den Abschluss von Joshua Mees, der im zweiten Durchgang an den Innenpfosten klatschte, ließen die Darmstädter keine gefährlichen Aktionen der Gäste zu. „Es hat richtig Spaß gemacht, alles reinzuhauen, um den Dreier hier zu behalten“, betonte Maglica.
Dass es dagegen im Heimspiel gegen Preußen Münster kein Schönheitspreis zu gewinnen gab, war den Darmstädter Protagonisten schon vor der Partie klar. Die Lilien wussten, was auf sie im Merck-Stadion am Böllenfalltor wartete – nämlich harte Arbeit, 90 Minuten lang. „Es ging nicht darum, schön zu spielen, sondern zu gewinnen“, sagte Klefisch und fügte an: „Das war das oberste Ziel und das haben wir geschafft.“
Das lief nicht gut:
Chancenverwertung. Ein Treffer reichte den Darmstädtern am Sonntagmittag zum Heimsieg. Doch hätten die Lilien gut und gerne den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können. Patric Pfeiffer und Isac Lidberg trafen binnen weniger Sekunden im ersten Durchgang gleich zweimal die Latte. Der schwedische Angreifer der Südhessen tauchte zudem mehrfach gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse auf. Und auch Marco Richter verzeichnete Abschlüsse aus aussichtsreichen Positionen. Nur fanden all diese Versuche – 15 Torschüsse zählte die Statistik – eben nicht den Weg ins Tor. Die Chancenverwertung, sie war das Haar in der Suppe einer vor allem defensiv sehr ordentlichen Leistung.
Zitat des Tages
Es war ein Spiel, über das wir nicht viel reden müssen. Ein verdienter Sieg, der gegen eine gute Mannschaft nicht einfach war.