03.08.2025 / Profis
Analyse: Die richtigen Momente
Erstmals seit der Saison 2018/19 haben die Lilien wieder ein Auftaktspiel gewonnen. Ein Hattrick von Isac Lidberg und ein Kopfball von Aleksandar Vukotic sorgten für die Treffer beim 4:1 gegen den VfL Bochum. Wir blicken mit unserer Analyse auf den erfolgreichen Start in die Spielzeit zurück.
Szene des Spiels:
Es waren einige Szenen, die den Lilienfans nach dem Auftaktsieg gegen den VfL Bochum im Kopf geblieben sein dürften. Für den ersten Treffer des SV 98 in der Saison 2025/26 sorgte Isac Lidberg, der die Kugel mit satten 126 Km/h und in der fünften Spielminute in den Kasten der Gäste zimmerte. Sofort stand das Bölle Kopf, sofort waren die Emotionen zu spüren, nach denen sich alle Darmstädter in der Sommerpause gesehnt haben. Zwei weitere Treffer erzielte der Schwede im weiteren Spielverlauf und brachte seine Farben endgültig auf die Siegerstraße.
Für eine weitere besondere Szene sorgte Aleksandar Vukotic, der zunächst zum 4:1 einköpfte und dann mit der kompletten Gegengerade den berühmten „Siu-Jubel“ zelebrierte, den Cristano Ronaldo vor Jahren weltberühmt machte.
große Emotionen bescherte eine Einwechslung in der 85. Minute. Erstmals seit dem 14. April 2024 kam Fabian Holland nach seiner schier endlosen Leidenszeit wieder in einem Pflichtspiel für die Lilien zum Einsatz. Ein Moment, der auch seinen Teamkollegen Marcel Schuhen nicht kalt ließ: „Ich freue mich unheimlich, dass Fabi nach der langen Leidenszeit wieder da ist. Er ist ganz wichtig für unsere Gruppe. Und es ist sehr schön, dass das Spiel so gelaufen ist und er Minuten bekommen konnte.“
Tore, Jubel, Emotionen – gleich der erste Spieltag hatte also ein ganzes Potpourri an Momenten, die es absolut verdient haben, in dieser Kategorie genannt zu werden.
Das lief gut:
Die richtigen Zeitpunkte. Ein eigenes Tor kann natürlich nie zu einem falschen Zeitpunkt fallen. Aber in jedem Spiel gibt es Momente, in denen ein Treffer eine besondere Wirkung besitzt. Am Samstagnachmittag waren sich alle darüber einig, dass die südhessischen Tore perfekt getimed waren, wie auch Florian Kohfeldt bestätigte: „Die Tore sind in den richtigen Momenten gefallen. Wir haben es heute geschafft, den Deckel auf dieses Spiel zu bekommen, als wir die Möglichkeit dazu bekommen haben. Gegen eine Mannschaft wie Bochum darf man die Tür nicht offen lassen. Und wir haben sie zu gemacht.“
Damit bezog sich der Cheftrainer des SV 98 insbesondere auf die beiden schnellen Treffer nach dem Seitenwechsel, die trotz der Stärke des Gegners einer kleinen Vorentscheidung gleichkamen. Aber auch das 2:1 durch Lidberg quasi mit dem Halbzeitpfiff hatte eine immense Wirkung und ließ die Lilien mit einem Vorsprung und einem sehr guten Gefühl in die Kabine gehen.
Stabilität. „Wir haben keine Schwankungen gezeigt und sind stabil geblieben. Auch nach dem Gegentor. Wir haben dann das Spiel beruhigen können und eine gute Reaktion auf den Treffer gezeigt.“ Nach dem Abpfiff hob Kohfeldt mehrmals die Stabilität hervor, die seine Mannschaft in verschiedenen Phasen der Partie und auf unetrschiedlichsten Positonen gezeigt hatten. Zwar waren die Bochumer im Spielverlauf zu einen guten Möglichkeiten gekommen, aber der Cheftrainer bezog auch bewusst die Paraden von Marcel Schuhen in seine Gesamtbewertung dieser stabilen leistung mit ein. Der 42-Jährige sprach zudem über „eine kleine Phase, wo das Spiel in eine andere Richtung hätte kippen können.“ Doch auch diese Minuten im ersten Durchgang überstanden die Lilien als geschlossener Mannschafstverbund, insbesondere nach dem vermeidbaren Gegentreffer in der 34. Minute.
Das lief nicht gut:
Das Gegentor. Es war klar, dass der VfL Bochum aufgrund seiner hohen individuellen Qualität zu Torchancen kommen würde. Umso ärgerlicher, dass ein eigener Fehler des SV 98 den Treffer von Moritz Broschinski einleitete. Robust und an der Grenze zum Foulspiel hatte der Angreifer gegen den etwas zögerlichen Patric Pfeiffer agiert, Schiedsrichter Burda entschied nachvollziehbarer Weise auf Weiterspielen und der Angreifer der Gäste traf zum zwischenzeiltichen 1:1. „Das Gegentor war sehr ärgerlich“, gab Florian Kohfeldt daher auch unumwunden zu und führte aus: „Wir hatten eigentlich eine super Situation im Gegenpressing.“
Erfreut zeigt sich der Cheftrainer aber über die Reaktion von Pfeiffer, der in der Folge ein fehlerloses Spiel ablieferte und einen großen Teil zum Heimsieg beitrug: „Das war super von Paddy. Fehler gehören dazu. Weitermachen.“
Zitat des Tages
Es ist wichtig, mit einem Sieg in die Saison zu starten. Aber es war nur ein Spiel. Ruhe bewahren, weitermachen.