Es spricht für das Team, dass man nicht gar nicht erst die Chance für das Einschleichen eines Schlendrians geben wollte. Mit Selbstkritik, aber ohne Hysterie hatte sich die Mannschaft auf das Heimspiel vorbereitet. Und dementsprechend konzentriert ging man beim 2:0-Heimsieg von der ersten Minute zu Werke. Die Körperspannung und -sprache waren vorhanden, die Sprintduelle und Zweikämpfe wurden angenommen. „Wir haben in der letzten Woche viel analysiert, wollten hoch und aggressiv pressen“, berichte Filip Stojilkovic: „Wir haben auch die zweiten Bälle fast alle gewonnen, das hat sich ausgezahlt.“ Stojilkovic selbst war es, der den mutigen Auftritt seiner Farben in Tore ummünzte. Per Kopf und per Fuß ließ er die Hausherren bereits im ersten Durchgang auf die Siegerstraße einbiegen, welche man im zweiten Spielabschnitt souverän verwaltete. Und sich lediglich vorwerfen lassen musste, nicht noch den dritten Treffer nachgelegt zu haben.
„Haben die Sinne geschärft“
Auch Teamkollege Zimmermann verwies auf die Tage vor dem Heimauftritt gegen die Roten Teufel. „Wir haben nach Bielefeld analysiert, was schlecht gelaufen ist und die Sinne geschärft“, so der Innenverteidiger. „Das wichtige nach einer Niederlage ist es, wieder einen Sieg zu holen“, bekräftigte Zimmermann: „Damit man sich nicht an die Niederlagen gewöhnt und es heißt, dass man seit so-und-so vielen Spielen nicht mehr gewonnen hätte.“
16 Zähler in acht Rückrunden-Spielen
Der Lohn für die Extra-Arbeit? Bereits Mitte März hat das Team die 50-Punkte-Marke pulverisiert. So früh, wie schon seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Mit einem Zwei-Punkte-Schnitt sind die Lilien auch in der Rückrunde hervorragend unterwegs, 16 Zähler stehen für den SV 98 in acht Rückrunden-Spielen zu Buche. Lediglich St. Pauli (21) und Heidenheim (17) konnten noch mehr Punkte seit dem Winterbreak sammeln. Belege, dass die Südhessen trotz der zwischenzeitlichen zwei Niederlagen in beeindruckender Manier unterwegs sind und konstant Zählbares einfahren.
Erreichte Punktanzahl zeigt, „dass wir so weitermachen sollen wie bisher“
Doch so konzentriert man die nicht zufriedenstellende Partie in Bielefeld aufgearbeitet hatte, so nüchtern und klar waren die Protagonisten in der Einordnung des Heimsieges. Cheftrainer Torsten Lieberknecht sprach unmittelbar nach Abpfiff in die Sport1-Mikros: „Unsere bis dato erreichte Punktanzahl ist außergewöhnlich und zeigt, dass wir so weitermachen sollten wie bisher: Spiele, auch dieses hier, mit Bodenständigkeit zu analysieren und sich keine Krise einreden zu lassen, auch wenn wir mal zwei Spiele verlieren.“ Und sein Spieler Phillip Tietz, der in der FCK-Partie als Spielmacher agiert hatte, fügte an: „Es sind immer noch 27 Punkte zu vergeben. Wir tun weiter gut daran, von Spiel zu Spiel zu schauen.“