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31.10.2025 / Profis

Arminia Bielefeld im Gegnercheck

Flutlichtabend auf der Bielefelder Alm. Wir schreiben den 19. Mai 2014: Die Kulisse ist elektrisierend, Arminia Bielefeld der Favorit gesetzt – gerade nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel der Relegation. Darmstadt 98 dementsprechend der krasse Außenseiter. Und doch schreibt der SV 98 an diesem Abend sowohl Lilien- als auch Fußballgeschichte. Nach 120 Minuten prangt ein spektakuläres 4:2 auf der Anzeigetafel. Darmstadt steigt auf, Bielefeld ab. Und ein Darmstädter Motto wird legendär: „Du musst kämpfen. Es ist noch nichts verloren.“

DSC Arminia Bielefeld feiert/jubelt mit den Fans nach Sieg/Spielende
Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Trotz der Enttäuschung reagierte Arminia Bielefeld bemerkenswert geschlossen. Der Abstieg löste in Bielefeld und der gesamten Region eine Welle der Unterstützung aus. Innerhalb weniger Tage verzeichnete der DSC einen enormen Mitgliederzuwachs. Der Zusammenhalt in Ostwestfalen, er war ungebrochen.

Mit einer stark veränderten Mannschaft ging Arminia in die Saison 2014/15. Unter Trainer Norbert Meier spielte das Team eine überzeugende Hinrunde, überwinterte aber auf einem Nichtaufstiegsplatz. Auch in der Rückrunde bestätigte die Mannschaft ihre Leistungen und rückte in der Tabelle nach ganz oben vor. Am vorletzten Spieltag machte die Mannschaft den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga perfekt. Ein 2:2 im Heimspiel gegen Jahn Regensburg genügte, um die Rückkehr ins Unterhaus zu besiegeln.

Auch in die aktuelle Spielzeit startete Arminia Bielefeld als Zweitliga-Aufsteiger, der es in der vergangenen Saison als Drittligist bis ins DFB-Pokalfinale schaffte. Nach nun zehn Zweitliga-Spieltagen befinden sich die Arminen mit 13 Punkten auf einem starken neunten Platz. Nun kommt es zum erneuten Wiedersehen zwischen beiden Teams. Und der 19. Mai 2014 ist lange her. Doch löst er immer wieder Gänsehaut und Motivation aus.

Wir haben den Gegner fürs Wochenende im Gegnercheck für euch analysiert.

TOP SCORER - POKAL & LIGA

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Joel Grodowski – 5 Tore Mael Corboz – 3 Assists
Isaiah Young – 2 Tore Monju Momuluh – 3 Assists
Joel Felix – 2 Tore Joel Grodowski – 2 Assists
Noah Sarenren Bazee – 2 Tore Marvin Mehlem – 2 Assists
Tim Handwerker – 2 Tore Christopher Lannert – 2 Assists

Der Trainer

Michel Mitch Kniat (Chef-Trainer, DSC Arminia Bielefeld).

Michél "Mitch" Kniat

Cheftrainer bei Arminia Bielefeld
  • Geburtstdatum (Alter): 18. November 1985 (39)
  • Geburtsort: Eschweiler
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: 01.07.2023
  • Vorherige Trainerstationen: SC Verl, SC Paderborn II, Blumenthaler SV

Prunkstück

Intensität. Bielefeld setzt in dieser Kategorie Maßstäbe: Mit 7.732 Intensivläufen stehen die Arminen unangefochten an der Spitze der Statistik. Ein beeindruckendes Zeichen für Ausdauer und das unermüdliche Engagement des Teams. Direkt dahinter reiht sich Schalke mit 7.158 ein, gefolgt von Kiel mit 7.094 – starke Zahlen, die jedoch noch nicht an die Bielefelder Intensität heranreichen. Für die Darmstädter bedeutet dies, dass sie sich auf eine intensive Partie einstellen müssen.

All Eyes on ...

Es ist ein Sonntagmorgen in der Saison 2016/17 irgendwo auf einem staubigen Platz in der Kreisliga A. Die Linien auf dem Spielfeld sind kaum zu erkennen, die Tore wackeln bei jedem Treffer und die Tribüne besteht nur aus ein paar Bänken am Spielfeldrand. Dort läuft ein Stürmer auf – Joel Grodowski heißt er. Mit jedem Schritt spürt man seinen unbändigen Willen, mit jedem Schuss seine Präzision. Unter den meisten Spieler in dieser Liga, die einfach nur zum Spaß kicken, sticht Grodowski sofort heraus. Doch wie kommt ein Mittelstürmer aus der Kreisliga in den Profifußball? Und das auch nur in wenigen Jahren?

Joel Grodowski begann seine fußballerische Laufbahn in der Jugend von Schalke 04, Rot Weiss Ahlen und dem VfB Waltrop. 2017 kickte er jedoch noch in der Kreisliga A beim PSV Bork. Dort offenbarte er seine Torjägerqualität: In der Saison 2016/17 erzielte er auch für Kreisliga-Verhältnisse unglaubliche 53 Treffer in nur 30 Spielen – eine Zahl, die ihn zu einem der auffälligsten Talente der Region im Amateurbereich machte.

Seine Leistungen blieben nicht unbemerkt, 2017 wagte Grodowski den Schritt ins Ausland zu Bradford City in die drittklassige englische League One. Auch wenn seine Einsätze begrenzt waren, markierte dieser Schritt den Übergang vom Amateur- zum Profifußball. Nach einem Jahr in England kehrte er zurück nach Deutschland und schloss sich der Hammer SpVg in der Oberliga Westfalen an. Dort bestätigte er seine Torjägerqualitäten mit 15 Treffern in 28 Spielen und ging seinen Karriereweg kontinuierlich weiter. 2019 wechselte Grodowski zu Preußen Münster. Zunächst in der Regionalliga West aktiv, später in der 3. Liga, entwickelte er sich zu einem zentralen Spieler des Teams. Mit seinen Toren trug er entscheidend dazu bei, dass Preußen Münster immer wieder in Schlagdistanz zu den oberen Tabellenrängen blieb.

Gegenwart. Nun spielt er in der 2. Bundesliga bei Arminia Bielefeld und hat mit seinen aktuellen fünf Saisontoren schon viel für den Aufsteiger getan. Doch trotzdem denkt er gern an seine Kreisliga-Zeit zurück: „Die Zeit ist noch sehr präsent. Ich spiele zwar schon eine Weile nicht mehr dort. Die Kreisliga lässt mich dennoch nicht komplett los. Ich schaue mir die Spiele immer noch sehr gerne an. Beim PSV Bork sind weiterhin einige Kumpels von damals am Ball. Hin und wieder habe ich mich zwar schon gefragt, was wohl gewesen wäre, wenn ich ein NLZ durchlaufen hätte. Gerade die Zeit in der Kreisliga ist aber vielleicht auch das, was mich als Spieler auszeichnet“, erzählte er in einem Interview mit dem DFB. Seine außergewöhnliche Entwicklung von einem Kreisliga-Spieler zum Leistungsträger im Profibereich zeigt, dass Talent gepaart mit Konsequenz und harter Arbeit auch aus den kleinsten Ligen den Weg in den Profifußball ebnen kann.

Joel Grodowski dribbelnd am ball
Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Blick in die Bielefelder Vitrine

  • Deutscher Zweitligameister: 19/20, 98/99, 79/80, 77/78
  • Deutscher Drittligameister: 24/25, 14/15
  • Landespokal-Westfalen-Sieger: 24/25, 23/24, 12/13, 11/12, 90/91, 31/32, 1907/08
  • Westdeutscher Pokalsieger: 73/74, 65/66

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