Stellt euch eine Welt vor, in der es Piraten, Marinesoldaten, Revolutionäre und viele andere Gruppen gibt, die um Macht, Einfluss und Schätze kämpfen. Mittendrin ist „Ruffy“, der Hauptcharakter des sehr bekannten Animes „Onepiece“, der den ungewöhnlichen Traum hat, König der Piraten zu werden. Ragnar Ache, Stürmer des 1. FC Kaiserslautern, ist selbst riesiger Anime-Fan und bezeichnet „Onepiece“ als einen seiner Lieblings-Animes. Dabei verfolgt Ache auch einen Traum, der jedoch etwas normaler scheint als der von „Ruffy“.
Neben den Animes gehören ein paar Worte Japanisch und sogar Japanisch-Unterricht längst zu seinem Alltag. Auch der Trip zu den Olympischen Spielen 2021 in Tokio mit der deutschen Auswahl war für Ache nicht nur sportlich ein Highlight – sondern fast wie ein kleiner Vorgeschmack auf einen Wunschtraum, wie er zuletzt im Sky-Format „Meine Geschichte“ verriet: „Ich würde gerne mal in Japan leben.“
Rückblick. Fußballerisch begann seine Reise mit elf Jahren in den Niederlanden, wo er über ein Jahrzehnt blieb, Freundschaften knüpfte und den Weg in den Profifußball fand. Sein Wechsel zurück nach Deutschland zu Eintracht Frankfurt war für ihn als gebürtigen Frankfurter ein Kindheitstraum. Doch die Zeit bei der SGE war ein Auf und Ab: Verletzungen warfen ihn zurück, den Rhythmus fand er selten. Und am Ende stand trotzdem ein großer Titel in seiner Vita: Europa-League-Sieger 2022, inklusive Einwechslung im Halbfinale im legendären Camp Nou in Barcelona.
Mit dem Wechsel im Sommer 2023 zum 1. FC Kaiserslautern fand Ache schließlich das, was ihm zuvor fehlte: Selbstvertrauen und Spielzeit. Die Fans nahmen ihn mit offenen Armen auf, der Stürmer zahlte zurück – und das mit vielen Toren: Ache ist in dieser Saison mit seinen bis dato 17 Saisontreffern aus dem Spiel der Roten Teufel nicht wegzudenken. Bereits in der Spielzeit zuvor lieferte er mit 16 Toren in 26 Zweitliga-Partien ab. Und auch der neue Trainer Torsten Lieberknecht schwärmt von seinem Stürmer: „Das ist wirklich ein unglaublicher Junge, der FCK kann sich wirklich glücklich schätzen, nicht nur wegen seinen Toren, die er schießt, sondern eben auch über den Typen Ragnar Ache.“
Sein sportliches Ziel sei langfristig die Premier League, erzählte Ache bei Sky. Genauso wie das Ende des Animes „Onepiece“ ist aber auch seine sportliche Zukunft noch nicht bekannt. Wenn er jedoch so weitermacht wie in dieser Saison, wer weiß, vielleicht könnte dann sein Traum, einmal auf der Insel zu spielen, irgendwann Wirklichkeit werden…